Kolumne zu einem Spezialauftrag der Feuerwehr: Auch Bäume haben Durst

Kolumne zu einem Spezialauftrag der Feuerwehr : Auch Bäume haben Durst

Brandoberinspektor Martin Piederstorfer und Unterbrandmeister Uwe Harperath, die beiden hauptamtlichen Gerätewarte der Bad Honnefer Feuerwehr, haben in diesen Wochen der Trockenheit einen Spezialauftrag.

Zweimal pro Woche kurven sie mit ihrem Hilfeleistungslöschfahrzeug durch Bad Honnef und wässern Straßenbäume. Bäume, die das Glück haben, an der Hauptstraße, der Linzer Straße, der Petersbergstraße oder Im Rosenfeld zu stehen, kommen in den Genuss der Abkühlung und des feuchten Segens.

Mit ihrer Aktion ist die Honnefer Wehr in guter Gesellschaft. In immer mehr Städten in Nordrhein-Westfalen rücken die Feuerwehren zu solchen Einsätzen aus. In Düsseldorf, Wuppertal oder in Aachen, aber auch in Bonn wird kräftig gewässert.

Der Verband der Feuerwehren in NRW spricht von außergewöhnlichen Einsätzen. Dass Bäumegießen gehöre zwar nicht zu den gesetzlichen Aufgaben wie Brandschutzhilfe, Katastrophenschutz, Menschenrettung und Hilfeleistungen bei Unglücksfällen. Vor Ort könne aber durchaus entschieden werden, dass sich die Wehren auch in anderer Weise nützlich machen.

Mit 18.000 Liter versorgen die beiden Feuerwehrleute pro Einsatztag die Straßenbäume in Bad Honnef. Bei einem Fassungsvermögen von 2.000 Litern müssen sie den Tank ihres Fahrzeugs neunmal am Tag auffüllen. Jeder Baum bekomme durchschnittlich 200 Liter Wasser ab.

Den Zustand der Bäume nimmt Baumgutachter Sven Henning unter die Lupe. Und die beiden Wehrleute gießen noch solange weiter, bis vom städtischen Bauhof die Anweisung kommt: Wasser stopp!

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