Bürgermeister besucht Rettungsdienste in Königswinter: Arbeiten, wenn andere feiern

Bürgermeister besucht Rettungsdienste in Königswinter : Arbeiten, wenn andere feiern

Immer Anschluss unter dieser Nummer. Auch an den Weihnachtsfeiertagen war unter der "112" stets jemand zu erreichen. Selbst dem Weihnachtsmann mit Rauschebart und im langen, roten Mantel wurde bereits aus einer Notlage geholfen, als er während seiner Geschenke-Tour vor wenigen Jahren einen kleinen Unfall im Schmelztal erlitt.

Die Teams des Rettungsdienstes Königswinter waren auch diesmal an allen vier Standorten rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Und am Heiligen Abend besuchte Bürgermeister Peter Wirtz die Helfer in der Rettungswache Ruttscheid, um dort "stellvertretend für alle, die heute ganz normal arbeiten", Dank zu sagen.

"Dieser Einsatz wird gar nicht genug gewürdigt", sagte das Stadtoberhaupt und bezog sich dabei auf viele Berufe, in denen es selbstverständlich ist, im Dienst zu sein, wenn andere die letzten Einkäufe erledigen, den Baum schmücken oder später am Abend mit ihren Familien zusammensitzen, Messen und Gottesdienste besuchen und Christi Geburt feiern.

Auch Peter Wirtz spielte Weihnachtsmann. Er überreichte dem stellvertretenden Wachleiter Dietmar Bergmann eine Kiste mit Präsenten für alle 32 Mitarbeiter. Sie erhielten neue Ledergürtel für ihre Dienstkleidung. "Wir sind alle schlanker geworden", erläuterte Rettungsassistent Mario Klein den Anlass für das praktische Geschenk. "Ich bin Familienvater geworden. Vor vier Monaten kam mein Sohn Jonathan zur Welt. Das schlaucht etwas", erklärte er, warum bei ihm einige Pfunde purzelten.

Obwohl der kleine Jonathan sein erstes Weihnachtsfest erlebte, saß sein Papa am Heiligen Abend auf dem RTW 4 in Ittenbach. "Das ist kein Problem. Der Kleine bekommt das in diesem Jahr auch noch gar nicht mit", sagte Mario Klein, der mit seinem Kollegen Nico Kissling zum Bürgermeister-Weihnachtsbesuch nach Ruttscheid gekommen war, wo seit August dieses Jahres ein weiterer Standort des Rettungsdienstes der Stadt Königswinter existiert. "Wenn es geht, wird die Familiensituation im Dienstplan berücksichtigt", so Mario Klein, der seit 13 Jahren im Rettungsdienst tätig ist. "Aber die Arbeit am Heiligen Abend macht auch Spaß. Es herrscht ein ganz besonderes Klima."

Birgit Hugger, die in der Wache in Ruttscheid tätig ist, hat sich den Dienst am Heiligen Abend sogar ausgesucht. "Ich mache das gern. Meine Kinder dürfen die Geschenke auch ohne mich auspacken", sagte sie lachend. Julia (8) und Alexander (10) kennen das schon, dass ihre Mutter zur Arbeit geht, wenn andere Familien gemeinsam neben dem Tannenbaum sitzen, denn sie hat reichlich Weihnachtsdiensterfahrung. Wie es ihr Team in Ruttscheid mit dem Essen hält? "Wir werden bekocht. Mein Mann Michael macht das für uns. Es gibt Pfeffersteak mit Spätzle und Gemüse und als Nachtisch Tiramisu." Und wenn ein Notfall eintritt? "Dann kommt er später noch einmal." Auch ihre Kollegin Birgit Lenz freute sich schon auf das Menü. "Unser Baum im Aufenthaltsraum ist schön geschmückt. Es herrscht eine andere Atmosphäre als sonst."

In der Altstadt-Wache, die am Heiligen Abend durch Klaus Kümpel und Dominique Humbert sowie Notärztin Annette Wagner und Robert Brungs als Notarzteinsatzfahrzeug-Team besetzt war, gab es ein kaltes Buffet, wussten die Kollegen zu berichten. "Verschmorter Rostbraten ist einfach doof." Denn wenn ein Notruf eingeht, lassen die Helfer natürlich Gabel und Messer fallen und eilen los. Rebecca Abel und Dirk Hombach besetzten am 24. Dezember die vierte Rettungswache, die in Bad Honnef betrieben wird. Die beiden haben ein Kind von einem Jahr, das wegen des gemeinsamen Dienstes seiner Eltern den Heiligen Abend bei den Großeltern verbrachte. Der Bürgermeister konnte sich jedenfalls in Ruttscheid davon überzeugen, dass die Retter für alle Notfälle gut gerüstet waren - auch an diesen Feiertagen.

Dietmar Bergmann, der über Weihnachten und auch Silvester rundum in Bereitschaft ist, konnte am Freitagmorgen Bilanz ziehen: Von Heiligabend, 8 Uhr, bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag, 8 Uhr, mussten die Kollegen 51 Mal ausrücken. "Das liegt im normalen Bereich."