Pläne in Königswinter

Zieht die Kita Rappelkiste in die Paul-Moor-Schule?

Königswinter. Die Elterninitiative Rappelkiste könnte mit ihrer Kita in die Paul-Moor-Schule in Königswinter umziehen und hätte dort mehr Platz für zusätzliche Kinder. Eigentlich sollte die Einrichtung bereits in diesem Jahr erweitert werden.

Neue Perspektiven könnten sich für die Oberpleiser Elterninitiative Rappelkiste ergeben: Nach den Vorstellungen der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung könnte ihre Kindertagesstätte aus den Containern am Forellenweg in die Paul-Moor-Schule umziehen und hätte dort mehr Platz für zusätzliche Kinder. Bei der Fraktionsvorsitzendenrunde mit der Verwaltungsspitze in dieser Woche stieß diese Möglichkeit auf Zustimmung.

Die Kita sollte eigentlich bereits in diesem Jahr erweitert werden. So sollte die Unterversorgung an Plätzen in der Stadt behoben werden. Um mehr Plätze zu schaffen, sind auch Neubauten am Limperichsberg in Thomasberg und am Hallenbad in der Altstadt sowie Erweiterungen mehrerer vorhandener Einrichtungen geplant.

Schule diente als Flüchtlingsunterkunft

Die Baumaßnahme, die die Schaffung von drei zusätzlichen Räumen in einem Anbau an die vorhandene Containeranlage vorsieht, wurde auch ausgeschrieben. Die Firmen wollten jedoch wesentlich mehr Geld haben als die 300 000 Euro, die die Stadt im Haushalt angesetzt hatte. Dem sollten Zuwendungen in Höhe von 90 000 Euro gegenüberstehen.

Das Projekt wurde daher erst einmal verschoben. Gleichzeitig hat der Stadtrat im Oktober die Verwaltung mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie durch eine externe Firma für die Umnutzung der Paul-Moor-Schule nach Auszug der dort untergebrachten Flüchtlinge beauftragt. Die ehemalige Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises war 2015 von der Stadt als Flüchtlingsunterkunft angekauft worden.

Verschiedene Möglichkeiten der Nutzung

Als Möglichkeiten werden nun die Nutzung als Turnhalle, als Klassenräume für das Schulzentrum, die Musikschule oder die Volkshochschule oder eben als Kindertagesstätte in Betracht gezogen. Fest steht bisher nur die weitere Unterbringung der Fraktionsräume und die Nutzung der Turnhalle. Wahrscheinlich ist auch, dass VHS und Musikschule in den Räumen an der Boserother Straße Kurse abhalten.

Die weiterführenden Schulen des Schulzentrums können sich dem Vernehmen nach hingegen den Unterricht an diesem Ort nicht gut vorstellen. In ihren Änderungsvorschlägen zum Entwurf des Kämmerers für den Doppelhaushalt 2019/2020 hatten sowohl die Koalition (CDU, FDP, Grüne Alternative Königswinter) als auch die Königswinterer Wählerinitiative die Frage gestellt, ob das sanierungsbedürftige Oberpleiser Haus der Jugend möglicherweise in der Paul-Moor-Schule vorstellbar wäre. Auch in diesem Fall liegen die voraussichtlichen Kosten für Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen im Altgebäude bei 500 000 Euro, die in dieser Höhe so auch im Haushaltsentwurf eingestellt wurden.

Umzug der Kita Rappelkiste wurde präferiert

In der Fraktionsvorsitzendenrunde wurde jedoch deutlich, dass Kita und Haus der Jugend zusammen in der Paul-Moor-Schule kaum Platz fänden. Der Umzug der Kita Rappelkiste wurde präferiert. Der Ansatz für die Sanierung des Hauses der Jugend soll hingegen bis zum Vorliegen eines Konzeptes gesperrt werden. Dieses soll darlegen, unter welchen Bedingungen die Sanierung im Hinblick auf den Haushalt als investive Maßnahmen dargestellt werden kann.

Alexander Gabler, Vorsitzender der Elterninitiative Rappelkiste, sieht vor einer Entscheidung über einen Umzug noch einigen Klärungsbedarf. „Wir sind aber offen für Gespräche, da wir an einer Vergrößerung interessiert sind“, sagt er. Es sei zu bedenken, dass die Elterninitiative hohe Investitionen in der Einrichtung tätige. Die Räume würden renoviert und erhielten neue Fußböden. „Wir richten uns mit der Rappelkiste neu aus. Wir investieren in das Gebäude und in die Anlage“, meint er.

Hoher Preis

Das im Umkreis einmalige Außengelände unterstütze auch die Zertifizierung „Kita Vital“ mit gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung sowie eine naturnahe Ausrichtung, die mit Umweltprojekten noch unterstrichen werden solle. Ob diese Möglichkeiten in einem neuen Gebäude und Gelände gegeben seien, sei zu klären.

Ein Problem bei der vorliegenden Planung für den Anbau von drei Räumen an der Containeranlage sieht Gabler darin, dass so nur fünf zusätzliche Plätze geschaffen würden. Der Preis dafür sei natürlich sehr hoch, könne aber durch die Ausschreibung einzelner Gewerke sicher gedrückt werden.