Fehlendes Personal

Stadtplaner in Königswinter verzweifelt gesucht

Der geplante Bau der Eisenbahnunterführung gehört zu den großen Projekten, mit denen sich das technische Dezernat beschäftigt.

Der geplante Bau der Eisenbahnunterführung gehört zu den großen Projekten, mit denen sich das technische Dezernat beschäftigt.

Königswinter. Die Königswinterer Bauverwaltung hat nicht genügend Personal für die zurzeit rund 125 Projekte in der Stadt. Viele Projekte müssen daher nach hinten verschoben werden.

Die Stadt Königswinter sucht händeringend Personal. Weil die Mitarbeiter fehlen, müssen vor allem mittlere und kleine Projekte notgedrungen auf die lange Bank geschoben werden – immer wieder auch zum Verdruss von Bürgern und Investoren.

„Mein Dezernat betreut zurzeit rund 125 Projekte. Wir haben aber nur die personelle Kapazität für die Hälfte“, sagt der Technische Dezernent Theo Krämer. Das Spektrum reiche dabei vom Bebauungsplanverfahren über größere Hochbaumaßnahmen bis zur Straßensanierung, das Berufsbild vom Stadtplaner über Architekten bis zum Ingenieur. Bei der Stadt seien zurzeit rund 30 Mitarbeiter unmittelbar mit Projektarbeit befasst. „Wir versuchen, die Basis der Projektarbeit mit eigenen Kräften abzudecken und Spitzen fremd zu vergeben“, so Krämer.

Stadtplaner vergeblich gesucht

Am Beispiel Stadtplanung wird das Problem deutlich: Die Stadt sucht bereits seit einem Jahr zwei neue Stadtplaner – allerdings vergeblich. „Nicht nur wir suchen, sondern auch viele andere Kommunen. Dadurch haben wir als Königswinterer Stadtverwaltung nicht so tolle Chancen“, sagt Krämer. 9,5 Stellen für Stadtplanung stehen im Stellenplan der Stadt. In der Realität sind laut Krämer jedoch nur sieben Stellen besetzt, von denen sich zweieinhalb zurzeit in Elternzeit befinden. Bleiben also viereinhalb. „Die Anstrengungen, die wir unternehmen, um qualifiziertes Personal zu bekommen, sind groß. Aber der Arbeitsmarkt ist leer gefegt.“

Um in dieser Frage gegenüber Politik, Bürgern und möglichen Investoren Transparenz zu schaffen, hat die Verwaltung bereits vor einiger Zeit dem Planungs- und Umweltausschuss eine Liste aller laufenden Projekte zur Verfügung gestellt. Hier wurden die Projekte nach Dringlichkeit in Kategorien von A bis C eingeteilt. Zu den A-Projekten zählen zum Beispiel der Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der Rettungswache in Oberpleis, des Hallenbades und die Eisenbahnunterführung Drachenfelsstraße in der Altstadt, ebenso wie die Erweiterung des Schulzentrums und die Sanierung des Sportplatzes in Oberpleis.

Projekt in Oberpleis hochgestuft

Ein Beispiel, wie es auch laufen kann: Die Arbeitsgruppe Ortsentwicklung Oberpleis, der Vertreter der Fraktionen und der Kirchengemeinde angehören, stufte Anfang dieser Woche das Projekt „Seniorendorf Oberpleis“ wegen seiner besonderen Bedeutung von der Kategorie C an die Spitze der Kategorie B hoch. Der Eigentümer eines Grundstücks an der Propsteistraße plant dort ein Pflegewohnheim mit zwei fünfgeschossigen Häusern, die durch eine Brücke miteinander verbunden werden sollen.

Dazu kommen ein Ärztehaus mit drei Vollgeschossen, ein Innenausstatter mit einem ein- bis zweigeschossigen Gebäude, drei Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei Vollgeschossen und 21 eingeschossige Bungalows. In dem alten Fachwerkhaus sollen ein Dorfladen und ein Café untergebracht werden.

Verzögerungen sollen vermieden werden

„Das Projekt ist für die Ortsentwicklung in Oberpleis wichtig. Außerdem decken wir so den Bedarf an solchen Einrichtungen für betreutes Wohnen“, sagt Krämer. Aber es gebe in dem Mittelzentrum eben auch andere wichtige Projekte wie die Neugestaltung des Kirchplatzes oder die Erweiterung des Busbahnhofes, die alle den A-Stempel tragen würden. „Wir werden trotz der eingeschränkten Kapazitäten alles daran setzen, Verzögerungen zu vermeiden“, so der Dezernent.

Ein erfolgreiches Projekt ist für ihn im Übrigen eins, das innerhalb der verabredeten Zeit, den veranschlagten Kosten und in der vereinbarten Qualität erledigt werde. „In den vergangenen Jahren haben wir unsere Projekte grundsätzlich innerhalb des vereinbarten Budgets erledigt“, sagt Krämer.