Kommentar zur Multifunktionshalle in Königswinter

Nur mit den Bürgern

Das Gemeinschaftshaus in Oelinghoven kann zurzeit nicht für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

Das Gemeinschaftshaus in Oelinghoven kann zurzeit nicht für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

Königswinter. Das Projekt Multifunktionshalle im Kirchspiel Stieldorf steht auf der Kippe. Nachdem das vergangene Gespräch erfolglos blieb, sollte vor dem nächsten klar sein: Es geht nur mit den Vereinen. Ein Kommentar von GA-Redakteur Hansjürgen Melzer.

Wer sich in Vereinen oder Initiativen umtut, der weiß: Es sind in der Regel doch immer dieselben Personen, die sich ehrenamtlich engagieren und damit letztlich dafür sorgen, dass das Gemeinwesen funktioniert oder zumindest lebendiger wird. Mancher übernimmt sogar gleich mehrere Aufgaben. Das Beispiel des Bürgervereins Rauschendorf-Scheuren zeigt, dass schon in der Vergangenheit Aufgaben der Stadt ans Ehrenamt übertragen wurden, die den Handlungsspielraum kleiner werden lassen, noch weitere Arbeiten zu übernehmen.

Es ist daher durchaus verständlich, dass die Vereine erst einmal mit Ablehnung auf den Wunsch der Stadt reagierten, auch noch Betrieb und Bewirtschaftung einer neuen Multifunktionshalle im Kirchspiel Stieldorf zu stemmen. Den Vereinen muss aber auch klar sein, dass die Verwaltung gar keine andere Möglichkeit hat, als die künftigen Nutzer in die Pflicht zu nehmen. Wenn die Stadt mit dem Bau der Halle schon eine Millioneninvestition tätigt, dann nur, wenn der laufende Betrieb von den Vereinen organisiert und finanziert wird.

Dieses Signal wurde bereits dem Bürgerverein Vinxel gegeben, der sich auf der Gemeinbedarfsfläche am Hobshof ebenfalls ein Dorfgemeinschaftshaus wünscht. Die Planungen sind hier jedoch ins Stocken geraten, weil eine Prüfung der Verwaltung ergab, dass die Sanierung der Scheune unwirtschaftlich ist und die Kosten für einen Neubau auf dem Gelände sowie dessen Gestaltung bei rund 1,5 Millionen Euro liegen dürften. Außerdem gehört die Fläche noch dem Erzbischöflichen Schulfonds, der dafür nach GA-Informationen von der Stadt rund eine halbe Million Euro haben will.

Weil von einer zentralen Halle jedoch alle Ortschaften im Kirchspiel profitieren würden, erscheint diese Investition als die vernünftigere Lösung. Ohne die Vereine wird sie allerdings nicht zu realisieren sein. Das sollte denen vor dem nächsten Gespräch klar sein.