"Stadt - Land - Fluss"

Buntes Programm bei Reihe im Siebengebirge

Mauereidechsen und seltene Schmetterlinge sind rund um den Stenzelberg zu finden, der im September Ziel einer Exkursion ist.

Mauereidechsen und seltene Schmetterlinge sind rund um den Stenzelberg zu finden, der im September Ziel einer Exkursion ist.

Siebengebirge. Der Landschaftsverband Rheinland hat das Siebengebirge für seine Veranstaltungsreihe ausgewählt und bietet im September zahlreiche Vorträge, Führungen und Exkursionen an. Partner sind unter anderem die Biologischen Stationen, der Naturpark und Schulen.

Das Programmheft umfasst nicht weniger als 118 Seiten. Fünf braucht es alleine, um das gesamte Inhaltsverzeichnis abzubilden. Kein Wunder: 90 Veranstaltungen an 23 Tagen stehen bei der Veranstaltungsreihe „Stadt – Land – Fluss“ zur Auswahl, die der Landschaftsverband Rheinland (LVR) im September zum fünften Mal ausrichtet.

Nach dem Niederbergischen, dem Unteren Niederrhein, der Ville und dem Aachener Land wählten die Veranstalter in diesem Jahr das Siebengebirge als Schauplatz. Schirmherr ist NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Ziel der Veranstaltungen sei es, die Kulturlandschaft im Siebengebirge in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren, sagt Xenia Scherz. Und auf Entdeckungstour zu bekannten wie weniger bekannten Orten gleich vor der Haustür zu gehen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis gehört zu den Organisatoren des Großprojekts.

An der Realisierung sind unter anderem der Naturpark Siebengebirge, die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft, der Botanische Garten in Bonn sowie Vereine, Schulen und Kindergärten beteiligt. Die Veranstaltungsorte liegen dabei nicht nur in Königswinter, Bad Honnef und Unkel, sondern im gesamten „Landschaftsraum Siebengebirge“, wie Scherz sagt.

Angebote auch im Drachenfelser Ländchen

Und damit beispielsweise auch im Drachenfelser Ländchen auf der anderen Rheinseite, in Sankt Augustin und Beuel. Drei Wochen – von Samstag, 7. September, bis Sonntag, 29. September, gibt es täglich Vorträge, Führungen, Exkursionen und Ausstellungen – meist als inklusive Angebote, häufig kostenfrei, mal für Erwachsene, mal für Kinder, mal für Familien geeignet.

Zum Programm gehören etwa ein Geocaching-Abenteuer für Kinder, eine Besichtigung der Arche Lütz in Oberpleis, eine Exkursion zum Ofenkaulberg und in die Wildnis rund um den Oelberg, bei der die Wanderer mit VVS-Förster Marc Redemann Schlangen, Molchen und Uhus nachspüren. Fledermäuse und Insekten werden bei nächtlichen Veranstaltungen erforscht, um alte Obstsorten und historische Gemäuer geht es an der Brücke von Remagen.

Bei einem Besuch bei den Zwergdinos vom Stenzelberg bekommen die Teilnehmer mit etwas Glück nicht nur Mauereidechsen, sondern auch seltene Falter zu Gesicht. Zum Stenzelberg führt im Übrigen auch eine Tour für Mountainbiker und E-Biker. „Zum Stenzelberg“, wie Scherz betont, „und nicht über: Wir wollen zeigen, dass es auch für Mountainbiker im Siebengebirge schöne und vor allem erlaubte Wege gibt.“

Sternwarte lädt Sternengucker ein

Überhaupt spiele der Naturschutz bei allen Veranstaltungen eine große Rolle: „Die Untere Naturschutzbehörde hat jeden Programmpunkt geprüft und genehmigt.“ So sei es auch erforderlich gewesen, bei einigen Veranstaltungen die Teilnehmerzahl zu beschränken – etwa für die Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels, die die Sternwarte Siebengebirge auf dem Drachenfelsplateau anbietet.

Die Diplom-Biologin freut sich selbst insbesondere auf drei Termine, die die Themen bedrohte Haustierrassen und seltene Obstsorten auf ungewöhnliche Weise verbinden. Unter dem Titel „Moorschnucke trifft regionale Obstsorten“ stehen jeweils der Besuch verschiedener Obstwiesen und einer Herde Moorschnucken auf dem Programm, bevor zum Abschluss in Restaurants ein Menü mit regionalen Spezialitäten serviert wird.

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) Bonn und dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft lädt die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft für Donnerstag, 13. September, zu einer Mitmachaktion ein: Unter dem Motto „Plastic Free Forest“ werden im Ennert ein ausgedienter Amphibienschutzzaun entfernt und der Wald vom Plastik befreit. „Ein Thema von großer Aktualität und Wichtigkeit“, wie Scherz sagt.