Schulanfang im Siebengebirge: 524 i-Dötzchen starten in einen neuen Lebensabschnitt

Schulanfang im Siebengebirge : 524 i-Dötzchen starten in einen neuen Lebensabschnitt

Beginn eines aufregenden neuen Lebensabschnitts: Für 524 Schulanfänger im Siebengebirge beginnt der Ernst des Lebens. Gute Vorbereitung ist das A und O auch für die Eltern.

„Wenn du in die Schule kommst, beginnt der Ernst des Lebens.“ Mutmaßlich jedes i-Dötzchen hat diesen Satz vor seinem ersten Schultag gehört. Vielleicht ja auch das eine oder andere Kind im Siebengebirge, das an diesem Donnerstag zum allerersten Mal in einem Klassenzimmer sitzt: Insgesamt 524 Jungen und Mädchen starten ihre Schulkarriere im Siebengebirge, 333 Jungen und Mädchen in Königswinter, 191 in Bad Honnef.

Ein aufregender Tag, wie Christine Schulz von der Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Städte Bad Honnef und Königswinter aus Erfahrung weiß. „Es beginnt ein neuer Lebensabschnitt“, sagt die Diplompädagogin, „und zwar nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen.“ Während bei den i-Dötzchen zumeist die Aufregung vorherrsche, stellten sich Eltern häufig Fragen wie „Kommt mein Kind in der Schule auch mit?“, „Schafft es das alles?“. Die Expertin jedoch rät dazu, den Start ins Schulleben möglichst mit Leichtigkeit, Ruhe und ohne Hektik zu begleiten. „Hilfreich ist es, wenn auch die Eltern gut auf den ersten Schultag vorbereitet sind“, weiß Schulz. „Und zum Beispiel den Ablauf des Vormittags kennen und wissen, was auf sie und die Kinder zukommt.“ Wichtig sei es auch, den Schulneulingen von Beginn an Zuversicht zu vermitteln. „Es ist schließlich ein schöner Anlass, bei dem die Freude im Vordergrund stehen sollte.“

41 Unfälle auf dem Schulweg

Gute Vorbereitung ist auch ein Stichwort, das die Bonner Polizei bereits seit mehreren Wochen den Eltern der Schulanfänger mit auf den Weg gibt. Für das vergangene Jahr weist die Statistik im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei insgesamt 41 Unfälle auf dem Schulweg aus – Grund genug, das richtige Verhalten im Straßenverkehr immer wieder zu üben.

Die Beamten raten, die Kinder gerade in den ersten Wochen auf dem Weg zur Schule zu begleiten, sie dabei aber beispielsweise selbst entscheiden zu lassen, wann und wo sie eine Fahrbahn überqueren. Wichtig sei auch, herauszufinden, ob die i-Dötzchen sich längere Zeit konzentrieren und zum Beispiel Entfernungen zu Fahrzeugen und deren Geschwindigkeit richtig einschätzen könnten. Auch die Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“ falle den Jungen und Mädchen häufig nicht leicht und sollte auf dem Schulweg, aber auch in anderen Situationen immer wieder geübt werden. Zudem gelte es zu bedenken, dass die i-Dötzchen in den kommenden Wochen häufig bei Dunkelheit und in der Dämmerung unterwegs sind: „Deshalb ist helle und reflektierende Kleidung lebenswichtig“, so die Beamten. Und, ganz wichtig: „Das eigene gute Vorbild.“

Sich Zeit nehmen und dem eigenen Kind Aufmerksamkeit schenken empfiehlt Schulz den Eltern auch, wenn es am Anfang mal nicht so rund läuft: „Unsicherheit und Trennungsangst sind gerade in den ersten Wochen normal“, sagt sie. Die Lehrer der Erstklässler seien in diesen Situationen geschult und wüssten, wie man den morgendlichen Abschied verkürzen und Tränen trocknen kann. Es gelte jetzt, eine Routine zu entwickeln, Rituale zu schaffen und auch das Lernen zu lernen.

„Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, indem man sich gemeinsam und mit Spaß auf den nächsten Tag vorbereitet, zum Beiden den Ranzen packt und dem Kind zuhört, wenn es von seinem Tag erzählt.“ Druck rausnehmen und das Positive verstärken, lautet Schulzes Devise dabei. Und: „Eltern sollten sich nicht so schnell in Unruhe versetzen lassen, wenn es Schwierigkeiten gibt“, sagt Schulz. „Die erste Klasse ist die Zeit, um anzukommen.“

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