Sommerfest in Heisterbacherrott: 43 Jahre fest in der Region fest verwurzelt

Sommerfest in Heisterbacherrott : 43 Jahre fest in der Region fest verwurzelt

Schlesische Bratwurst und Rheinischer Kartoffelsalat: Beim Stiftungsfest im Haus Schlesien in Heisterbacherrott konnte man sich am Sonntag davon überzeugen, dass diese Kombination ganz wunderbar zusammenpasst.

Und dies nicht nur in kulinarischer Hinsicht: So ist das im alten Fronhof beheimatete schlesische Informations- und Dokumentationszentrum seit vielen Jahren fest verwurzelt in seinem durch und durch rheinischen Heimatort und hier auch nicht mehr wegzudenken. „Wir betrachten uns als ein Teil der Region“, wie der Präsident des Vereins Haus Schlesien, Michael Pietsch, denn auch in seiner Eröffnungsansprache betonte. Umso mehr freute er sich über die vielen Königswinterer, die an diesem Tag gemeinsam mit den teils von weither angereisten Gästen und zahlreichen Mitgliedern schlesischer Landsmannschaften den Gründungstag des Vereins vor nunmehr 43 Jahren feierten.

Vor allem mochten sich die Besucher die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den berühmt-berüchtigten schlesischen Mohnstreuselkuchen oder die leckeren Bratwürstchen schlesischer Art – mit besagter rheinischer Beilage – zu kosten. Für beste Unterhaltung und fröhliche Stimmung sorgte ein buntes Programm. Die Bläserfreunde Niederdollendorf erfreuten nicht nur mit zünftiger, sondern auch mit moderner Blasmusik und sorgten vor allem bei den Mitgliedern der Kreisgruppe Neuss der Landsmannschaft Schlesien für strahlende Gesichter. Die nämlich hatten sich für ihren Einzug eigens den Hohenfriedberger Marsch gewünscht und natürlich auch bekommen.

Ein besonderer Genuss für das Auge ist Jahr für Jahr der Auftritt der Brückenberger Trachtengruppe Bonn und des „Fröhlichen Kreises“. In der Volkstanzgruppe aus Bergisch Gladbach sind gleich mehrere Generationen aktiv.Das jüngste Mitglied ist gerade mal viereinhalb, das älteste 80 Jahre alt. Und selbst die Kleinsten trugen bereits stolz die Originaltrachten aus dem Riesengebirge. Neben der gestärkten blütenweißen Schürze und dem passenden Schultertuch mit der charakteristischen Weißstickerei, die über den farbenfrohen Kleidern getragen werden, dürfen bei den Frauen und Mädchen die aufwendig bestickten und mit Schleifen verzierten Häubchen nicht fehlen. Die waren seinerzeit auch eine Art Statussymbol: „Eine gute Partie brachte rund 16 Häubchen mit in die Ehe“, verrät Christiane Webert, selbst ehemalige Volkstänzerin, deren Eltern aus Schlesien stammen: „Wohlhabende Bauern konnten sich sogar Winterhäubchen mit Zobelpelz leisten.“

Viele Gäste verbanden ihren Besuch im Haus Schlesien auch mit einer Besichtigung des Museums, in dem es derzeit die Sonderausstellung „Breslau persönlich. Biografische Blicke auf die Europäische Kulturhauptstadt 2016“ zu sehen gibt. In 17 Blickwinkeln auf die Stadt erzählen darin 50 Einheimische und Durchreisende, Deutsche und Polen, heutige und frühere Breslauer, bekannte und unbekannte Menschen, Lebende und Verstorbene von ihren Erinnerungen und Ansichten ihres ganz persönlichen Breslaus.

Die Kinder konnten sich derweil auf die Spuren der berühmten Breslauer Zwerge begeben und am Ende selbst einen solchen Zwerg zum Mitnehmen modellieren. Töpfervorführungen von und mit Töpfermeister und Kunsthistoriker Bolko Peltner sowie die Finissage der Ausstellung „Junge Kunst“, bei der die junge polnische Künstlerin Małgorzata Zukterowska Interessierten persönlich Rede und Antwort stand, rundeten das erlebnisreiche Festprogramm ab.

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