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Versteigerung vor dem Amtsgericht: 400.000 Euro für die "Königswinterer Stuben"

Versteigerung vor dem Amtsgericht : 400.000 Euro für die "Königswinterer Stuben"

Das Gasthaus "Königswinterer Stuben" ist am Dienstag vor dem Königswinterer Amtsgericht an den Meistbietenden versteigert worden. Den Zuschlag erhielten Sabahettin Kerey und seine beiden Söhne Gökahn und Caner aus Frechen zu jeweils gleichen Anteilen für insgesamt 400.000 Euro. Die Deutsche Zwangsversteigerungs-Abwicklungsgesellschaft mit Sitz in Köln bot ebenfalls lange mit.

Der vom Gericht festgelegte Verkehrswert des Hauses an der Hauptstraße 362 mit einer Nutzfläche von 658 Quadratmetern lag bei 577.400 Euro. Das Haus, Baujahr 1872, umfasst baulich einen Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss, ein Hotel mit 14 Zimmern auf den ersten beiden Etagen sowie eine Dachgeschosswohnung und Zubehör im Wert von 32.400 Euro.

Auch Schulden gehören dazu: Ansprüche der Sparkasse Köln/Bonn und der Stadt Königswinter, die für das 2013 beschlagnahmte Hotel Posten wie Grundsteuern, Abwasser- und Müllgebühren fordert. Die Sparkasse, die im Verfahren als Gläubigerin auftrat, hatte das Objekt für die bisherige Eigentümerin finanziert. Die Person musste Privatinsolvenz anmelden.

Sabahettin Keray sagte nach der Versteigerung, seine Familie plane, das Gasthaus auf lange Sicht selbstständig zu betreiben. Er habe seit den 1980er Jahren in gastronomischen Betrieben gearbeitet und sie mitunter als Betreiber auch selbst geführt. Der 24-jährige Sohn Gökahn habe eine Ausbildung zum Hotelfachangestellten in Bielefeld absolviert. "Wir haben schon bei anderen Versteigerungen mitgeboten. Jetzt hat es endlich geklappt", freute sich der 56-Jährige. Das Siebengebirge und die Umgebung kenne er gut, weil Verwandte und Freunde hier lebten.

Wie schnell die Familie den Betrieb an der Hauptstraße aufnehmen werde, sei mit Blick auf die Mietverhältnisse unklar: Es existieren drei verschiedene Mietverträge, für die es allerdings nach einem Zwangsversteigerungsverfahren Sonderkündigungsmöglichkeiten gibt, erklärte die das Verfahren leitende Rechtspflegerin.

Der jetzige Mieter habe sich nach dem erteilten Zuschlag an ihn gewandt, sagte Sabahettin Kerey, und ihm angeboten, das Haus direkt zu räumen. "Das müssen wir uns jetzt genauer anschauen", so die neuen Eigentümer. Zudem muss im Haus selbst einiges getan werden. Nach einem Umbau im Jahr 1976 ist eine 2010 erfolgte Sanierung nicht komplett abgeschlossen worden.

Die Immobilie ist nun im dritten Anlauf "unter den Hammer" gekommen. Beim zweiten Termin hatte es zwar einen Bieter gegeben, dessen Gebot hatte der Sparkasse aber nicht ausgereicht.