Benefiz-Staffelmarathon: 300 Läufer starten für den guten Zweck

Benefiz-Staffelmarathon : 300 Läufer starten für den guten Zweck

Insgesamt waren es 59 Teams mit mehr als 300 Läufern, die am Samstag für den guten Zweck Runde um Runde durch Oberpleis sprinteten. Der Erlös der Benefizveranstaltung kommt der "Histiozytose Hilfe" zu Gute, außerdem dem Ambulanten Kinderhospizdienst Rhein-Sieg und den Kölner Klinikclowns.

Die "Flying Doctors" flogen früher über die Ziellinie als die "Zackigen Zahnärzte", die allerdings waren deutlich zackiger unterwegs gewesen als das "Rennende Bierkränzchen", gegen das wiederum auch "Saschas letzte Reserve" nichts ausrichten konnte. Und dann gab es da auch noch die, die immer noch "Atemlos durch den Wald" hetzten, während die echten Knaller vom Team "Dynamite Plees" längst auf ihren Sieg beim 3. Oberpleiser Staffelmarathon anstießen.

Gerade mal zwei Stunden, 12 Minuten und 50 Sekunden hatte die Mannschaft benötigt. Letztendlich ging es jedoch vor allem um eins: dabei zu sein und mitzumachen, und damit dem zehnjährigen Jan Räcker aus Oberpleis und anderen Kindern zu helfen, die wie er an der seltenen Krankheit Histiozytose leiden. Der Erlös der Benefizveranstaltung nämlich kommt der "Histiozytose Hilfe" zu Gute, außerdem dem Ambulanten Kinderhospizdienst Rhein-Sieg und den Kölner Klinikclowns.

Insgesamt waren es 59 Teams mit mehr als 300 Läufern, die am Samstag für den guten Zweck Runde um Runde durch Oberpleis sprinteten. Insgesamt 53 Mal musste die 800 Meter lange Strecke von jeder Mannschaft bewältigt werden, die sich aus jeweils fünf Startern zusammensetzte, darunter mindestens einer Frau und einem Jugendlichen unter 15 Jahren. Zahlreiche Vereine schickten ihre Mitglieder ins Rennen, Kindergärten und Arztpraxen waren mit dabei, Mitschüler und Lehrer von Jan sowie Nachbarn, Freunde und Lauftouristen aus Nah und Fern. Viele Firmen unterstützten den Benefizlauf obendrein mit schönen Preisen für die Teilnehmer.

Als jüngster Läufer ging der gerade erst fünf Jahre alt gewordene Timo vom Drachenkindergarten an den Start. Den Staffelstab stolz in der einen, Papa Dennis fest an der anderen Hand flitzte der Steppke los, um nach gerade mal vier Minuten und 17 Sekunden die Ziellinie erstmals wieder zu überqueren. "Acht Runden", hatten sich Dominik (10 Jahre) und Tobias (9) Fenneker vorgenommen. Die Brüder wohnen in der gleichen Straße wie Jan und daher war das Mitmachen für sie quasi Ehrensache. Am Ende hatten die jungen Sportler den Erwachsenen aus dem Nachbarschaftsteam geradezu den Rang abgelaufen: Sie waren so viele Runden gelaufen, dass sie sie gar nicht mehr mitgezählt hatten. Getragen von der Begeisterung der vielen Zuschauer, die den Straßenrand säumten, wuchsen auch viele andere junge und ältere Teilnehmer an diesem Tag weit über sich hinaus. Auch bei Sturmböen, Regen- und sogar Hagelschauern wurde unbeirrt weitergelaufen. Auch dem riesigen aufblasbaren Start- und Zieltor war während des Rennens gänzlich die Luft ausgegangen.

Ein großes Dankeschön und Lob für die "tolle und pannenfreie Organisation" gab es vom Schirmherrn des Staffelmarathons, Peter Wirtz: "Was ihr hier auf die Beine gestellt habt, ist einen Riesen-Applaus wert", so der Bürgermeister an die Adresse des Fördervereins Oberpleis zur Förderung der Erforschung der Histiozytose.

In monatelanger Arbeit hatten die Mitglieder um den Vorsitzenden Michael Weber und Kassierer Helmut Troff die Mammutveranstaltung vorbereitet und dafür unzählige Stunden Freizeit geopfert. "Wir wissen, wofür wir das tun: allein im vergangenen Jahr sind drei Kinder aus dem Verein Histiozytose-Hilfe an ihrer Erkrankung gestorben", lautete die schlichte Begründung, weshalb man sich so engagiert. Schön, dass es zumindest Jan momentan gut geht. So gut, dass er sogar mitlaufen konnte und Runde um Runde zu Gunsten derer rannte, die sein Schicksal teilen.