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Bundesweite Kontrollaktion: Zoll prüft im Siebengebirge zahlreiche LKW

Bundesweite Kontrollaktion : Zoll prüft im Siebengebirge zahlreiche Lastwagenfahrer

Am Mittwoch gab es eine bundesweite Kontrollaktion von Zoll und Polizei bei Speditions- und Logistikunternehmen. Unter anderem wurde eine unsichere Ladung auf der A3 gefunden. Zudem sollen drei betrunkene Osteuropäer ohne Führerschein unterwegs gewesen sein.

Bei einer bundesweiten Kontrollaktion des Zolls gegen Schwarzarbeit sind am Mittwoch vor allem Speditions- und Logistikunternehmen geprüft worden. In der Region hatten sich rund 100 Beamte des Hauptzollamtes Köln mit Unterstützung der Polizei nahe der Autobahn 3, Anschlussstelle Siebengebirge, postiert und Lastwagen und Transporter aus dem Verkehr gezogen, um die Papiere der Fahrer und die Ladungen zu prüfen.

Laut Jens Aland, Sprecher des Hauptzollamts, ging es den Beamten um die Themen Schwarzarbeit, Mindestlohn, illegale Beschäftigung, Ladungssicherung und den allgemeinen technischen Zustand der Fahrzeuge. An der A 3 wurden von den frühen Morgenstunden bis in den Abend hinein rund 400 Personen befragt. Sie waren per Handkellenzeichen herausgewinkt oder mit Streifenwagen gezielt gestoppt worden.

Das Ergebnis: „In 15 Fällen gab es Hinweise darauf, dass Firmen nicht den Mindestlohn zahlen, 13 Personen waren nicht ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung gemeldet“, so Aland. Außerdem trafen die Beamte auf vier illegal Beschäftigte und eine Person ohne Arbeitserlaubnis. Für den Missbrauch von Sozialleistungen gab es in fünf Fällen konkrete Anhaltspunkte. Als Negativhighlights nannten die Zollmitarbeiter mehr als zehn Fahrer, die unter Drogeneinfluss unterwegs waren.

Bundesweite Kontrollaktion: Zoll checkt auch Arbeitsbedingungen der Fahrer

Ein 30-Tonner hatte einen gebrochenen Auflieger, weil er mit einer 21-Tonnen-Stahlrolle hoffnungslos überladen war. Der Auflieger musste stillgelegt werden. Ein Fahrzeug war mit drei betrunkenen Osteuropäern besetzt, deren Fahrer hatte darüber hinaus keinen Führerschein. Wie der Zollbeamte mitteilte, müssen bei manchen aufgegriffenen Personen in den nächsten Tagen noch deren Firmen nach weiteren Daten befragt werden.

Auch am Frankfurter Flughafen wurden insgesamt 55 Firmen an sieben Kontrollorten geprüft. Im Fokus der Kontrollen standen die Arbeitsbedingungen der Fahrer von Lastkraftwagen und Kleintransportern. Mehr als 40 Prozent aller mautpflichtigen Verkehre in Deutschland werden inzwischen durch gebietsfremde Transportunternehmen, besonders aus den östlichen EU-Mitgliedstaaten, geleistet.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit: Schadenssumme von 24,2 Millionen Euro im Jahr 2018 ermittelt

Die Prüfung erstreckte sich auch auf die Fahrer von Subunternehmern sowie Lageristen, Kommissionierer und Disponenten. „Unsere Finanzkontrolle Schwarzarbeit führte im Jahr 2018 umfangreiche Prüfungen bei 328 Arbeitgebern durch.

Die Schadensumme im Rahmen der straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen belief sich – auf alle geprüften Branchen bezogen – auf 24,2 Millionen Euro. Das ist Geld, das eigentlich Kranken, Rentnern, Kindern und sozial Bedürftigen zugutekommen sollte“, so ein Zollsprecher.