Gastronomie in Bad Honnef: Zwei Bewerber für das Inselcafé auf Grafenwerth

Gastronomie in Bad Honnef : Zwei Bewerber für das Inselcafé auf Grafenwerth

Wie geht es mit dem Gastronomiebetrieb auf der Insel Grafenwerth weiter? Die Betreiber des "Tuscolo" und ein Düsseldorfer Gastronom haben Konzepte für das Café vorgelegt.

Quo vadis Inselcafé? Der Antwort auf diese Frage ist der Stadtrat am Donnerstag ein großes, besser gesagt das entscheidende Stück nähergekommen. In nicht öffentlicher Sitzung berieten die Mandatsträger über die Neuverpachtung der städtischen Restaurantimmobilie auf der Insel Grafenwerth. Laut Bürgermeister Otto Neuhoff formulierte der Stadtrat eine klare Präferenz für einen der beiden verbliebenen Bewerber. Nähere Angaben wollte der Verwaltungschef mit Verweis auf die nun anstehenden Vertragsgespräche nicht machen. „Der Stadtrat hat eine Reihenfolge gebildet“, so Neuhoff auf GA-Anfrage lediglich.

Klar ist: Die Neuvergabe steht in Kürze bevor, nämlich bereits zum 1. Januar 2019. In Bad Honnef längst durchgesickert war derweil, dass es sich bei den verbliebenen Bewerbern um zwei Familienunternehmen mit jeweils langjähriger Gastronomie-Erfahrung handelt: die Betreiberfamilie des „Tuscolo“ mit Restaurants in Bonn und Siegburg sowie ferner die Gastronomie Delic vom Unterbacher See in Düsseldorf.

Neuausschreibung im Juni

Wie berichtet, hatte die Stadt die Neuverpachtung des Inselcafés, das sich in ihrem Eigentum befindet, im Juni neu ausgeschrieben. Doch schon zuvor war der malerisch gelegene Gastronomiebetrieb an der Nordspitze des Eilandes mehrfach Thema in der Politik. Ende 2012 kündigte die Stadt Hermann Nolden, seinerzeit Pächter seit 26 Jahren, den Vertrag zum Jahresende 2013.

Nolden ging wegen formaler Fehler gegen diese Kündigung vor – und bekam Recht. Im Nachgang folgten eine gütliche Einigung mit der Stadt sowie eine Verlängerung des Vertrages bis Ende 2018. Ein weiteres Engagement über diesen Zeitpunkt hinaus schloss Nolden dann aber in diesem Jahr aus, mit Blick auf die ebenfalls von ihm betriebene Drachenfels-Gastronomie. Damit stand definitiv eine Neuverpachtung des Inselcafés zum 1. Januar 2019 an.

Zwei Bewerber noch übrig

Bis zum 31. Juli konnten sich Interessenten bei der Stadt bewerben. Zahlreiche Bewerbungen gingen ein. Vier Konzepte schafften es in die Vorauswahl; diese wurden dem Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt. Zwei Bewerber schieden im weiteren Verfahren aus, sodass der Stadtrat am Donnerstagabend noch zwischen zwei Konzepten zu wählen hatte. Beide Bewerber verfügen über weitreichende Erfahrung. Das „Tuscolo“ gibt es zurzeit an drei Standorten, zwei in Bonn und einer in Siegburg; das erste Restaurant wurde Anfang der 70er Jahre eröffnet. Das Familienunternehmen Delic betreibt im Raum Düsseldorf seit 1982 diverse gastronomische Einrichtungen.

Die Ausschreibung der Stadt hatte auf die besondere Bedeutung des Standortes und der Insel als Ganzes abgehoben. Ziel des neuen Betreibers müsse es auch sein, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität des Freizeit- und Erholungsgebietes Insel Grafenwerth zu steigern und die Tourismuswirtschaft zu stärken.

Freibad-Gastronomie ausgeschrieben

Damit, einfach nur das nächste Fass an die Zapfanlage anzuschließen und auf Gäste zu warten, dürfte es im Inselcafé auch nicht getan sein. Auf die Rheininsel kommt sozusagen eine komplette Frischzellenkur zu. Denn: Der nördliche Teil wird unter dem Stichwort „Grünes Juwel in neuem Glanz“ neu gestaltet. Ziel ist es, das Eiland zu einem deutlich attraktiveren Anziehungspunkt für Bad Honnefer und Besucher von außerhalb zu entwickeln.

Wie berichtet, sollen in den kommenden Jahren rund 3,3 Millionen Euro für die Attraktivitätssteigerung aufgewendet werden; rund zwei Millionen Euro fließen als Förderung aus dem Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“ nach Bad Honnef. Nicht nur für das Inselcafé werden die Weichen 2019 neu gestellt. Ebenfalls ausgeschrieben ist, nach Ablauf des aktuellen Vertrages zum Ende 2018, die Freibad-Gastronomie.

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