Festausschuss Siebengebirge: Zehn Minuten für jedes Talent

Festausschuss Siebengebirge : Zehn Minuten für jedes Talent

In Sandalen und weißen Tennissocken trat er Freitagabend auf die Bühne: Prinz Beukelaer, der Erste von der Rolle. Auf seinen wackeligen Beinen, stark gefährdet, von der Bühne zu fallen, begrüßte der Büttenredner das Publikum beim "Sichtungstermin für Printenreklamation".

"Hast du auch noch ein flüssiges Hefeteilchen für mich?", fragte er die Kellnerin im Franz-Unterstell-Saal beim Vorstellabend des Festausschusses Siebengebirge. Und prompt gab es ein Glas Kölsch.

Er habe bei der vergangenen "Prinzenprostitution" die "Bundeskanzlerette" getroffen, er könne sich den Namen aber leider nicht "merkele". Der Erzbischof von Köln sei mit seiner Frau auch dabei gewesen: "Rainer und Maria Woelki". Mit Späßen solcher Art begeisterte "Prinz Beukelaer" alias Bernd Müller aus Bonn die Gäste und entlockte ihnen herzliche Lacher.

Neben Rednern nutzten auch Musikgruppen und Tanzcorps aus Nordrhein-Westfalen und dem Kreis Neuwied den Abend, um sich kurz vor Sessionsbeginn für Engagements im Siebengebirgsraum zu empfehlen. Die Künstler hatten pro Auftritt zehn Minuten Zeit, das Festkomitee um den Präsidenten der Strücher KG, Francisco Hoffmann, und die anwesenden Zuschauer von ihrem Talent zu überzeugen.

Ein akrobatisches Spektakel boten das Tanzcorps KG Dürscheder Mellsäck aus Kürten mit seinen einstudierten Hebefiguren. Bei der Vielzahl an Tänzerinnen und Tänzern wurden die Ausmaße der Bühne samt Deckenhöhe komplett ausgereizt. Der Sturz einer Künstlerin bei einer Luftnummer brachte die Gruppe indes nicht aus dem Tritt. Sie zog professionell ihren Auftritt bis zum Ende durch und erhielt für ihre Darstellung viel Beifall. Musikalisch krachen ließen es die Kölsch-Rockbands "Bulle Wuh" aus Rösrath und die Kölner "Domstadtbande". Beide fuhren mit ihren Instrumenten und ihrer professionellen Tontechnik groß auf und sorgten für Konzertstimmung.

Nicht auf den Mund gefallen war Kölsch-Rapperin Crazy Kokolores: "Ich spreche gerne ohne Punkt und Komma. Und warum? Weil ich es kann." Sie wunderte sich über so manches Werbeversprechen: "Alle elf Minuten verliebt sich ein Single über Parship. Da fehlt doch einer zum Verlieben?" Ihr Rap-Beitrag "Ich will Kölsch un Flönz, ich will et jetzt un ich will et umsönst" hallte durch den Saal.

Auch der Jugend gaben die Veranstalter eine Chance: Das Königswinterer Eigengewächs Fabian Betzgen (10) in seiner Rolle als "Ein Prinz auf Abwegen - Et Betzchen" durfte sein Können unter Beweis stellen. Der Nachwuchsredner schwadronierte über Jugendsprache und die ausgefallenen Vornamen seiner Generation. "Wenn man solche Nachwuchsredner hat, muss man sich über die Zukunft keine Sorgen mehr machen", lobte Strücher-Präsident Francisco Hoffmann.