Glosse zum Umweltfrevel in Bad Honnef: Wilder Süden, wilder Müll

Glosse zum Umweltfrevel in Bad Honnef : Wilder Süden, wilder Müll

Unbelehrbare, die ihren Müll achtlos aus dem Autofenster werfen oder gar größere Mengen in der Natur entsorgen, gibt es bedauerlicherweise viel zu viele - auch im Selhofer Feld in Bad Honnef. Eigentlich kein Grund zum Schmunzeln, findet GA-Redakteurin Claudia Sülzen.

Das Thema, das Experten nicht wissenschaftlich untersucht und dann statistisch untermauert haben, muss bekanntlich noch erfunden werden. Hunde, so sagen es etwa Untersuchungen, steigern nicht nur das Wohlbefinden und die Sozialkontakte ihrer Halter. Sie sind auch deren Gesundheit äußerst dienlich, bringen sie doch Frauchen und Herrchen regelmäßig in Bewegung.

Die Mischung macht's, auch für die Hundenase. Und so wählte vorliegendes Gespann eine ungewohnte Route. Statt der Waldwege Richtung Löwenburg ging es in Bad Honnefs „wilden Süden“, um das – zuweilen auch als grüne Lunge gepriesene – Selhofer Feld zu erkunden. Die erste Ernüchterung folgte im Wortsinn auf dem Fuße, da Scherben der Hundepfote gefährlich wurden. Ein nächtliches Gelage? Auch Verpackungen und zurückgelassene Kleidungsstücke zeugten davon.

Noch ärger wurde es, je näher man dem Honnefer Graben kam: Bauschutt gesellte sich dort zu einem vergammelten Teppichboden, ebenso mindestens ein halbes Dutzend blauer, teils aufgerissener Müllsäcke undefinierbaren Inhalts, zerborstenes Plastik und immer wieder zerbrochene Flaschen. Ein Einkaufswagen wurde von Unbekannten bedauerlicherweise nicht genutzt, ihren Dreck abzutransportieren, sondern ebenfalls im überall wuchernden Gestrüpp entsorgt. Schon bei diesem kurzen Rundgang kam überschlägig eine Containerladung Abfall zusammen, der von Umweltfrevlern abgeladen wurde. Zu viel wilder Müll im wilden Süden: Dafür braucht es nicht einmal eine Statistik.

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