Statistik der Polizei: Weniger Einbrüche in Bad Honnef

Statistik der Polizei : Weniger Einbrüche in Bad Honnef

Gute Sicherungsmaßnahmen und aufmerksame Zeugen: Das trägt dazu bei, dass die Zahl der Einbrüche in Bad Honnef gesunken ist, glaubt Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa. In der Stadt gab es auch weniger Unfälle als im Landesschnitt.

Die Zahlen seien „beachtlich“, und das im positiven Sinne, sagte Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa beim alljährlichen Treffen mit der Bad Honnefer Verwaltungsspitze. Denn: Sowohl Kriminalitäts-, als auch Unfallzahlen sind laut der Chefin der Bonner Polizei in der Stadt erneut zurückgegangen.

„Natürlich ist es für jeden einzelnen Betroffenen schlimm. Trotzdem sind wir froh über die deutlich rückläufige Tendenz seit drei Jahren. Das ist auch das Ergebnis der guten Zusammenarbeit auf allen Ebenen.“ Gerichtet waren ihre Worte an die eigene Mannschaft, vertreten durch Referent Jörg Pfefferkorn und Gerd Peter, Leiter der Wache Ramersdorf, und an Bürgermeister Otto Neuhoff, die Erste Beigeordnete Cigdem Bern und Ordnungsamtsleiter Gerrit Schöne-Warnefeld.

Eine enge Kooperation, für die sich Neuhoff ebenfalls bedankte. „In Bad Honnef lebt es sich nicht nur schön, sondern auch sicher. Das ist eine gute Erkenntnis für die Bürger“, sagte er. Laut Brohl-Sowa verzeichnete die Polizei im ersten Halbjahr 2018 genau 561 Fälle, wobei alle Verkehrsunfälle ebenso erfasst sind wie kriminelle Handlungen, etwa Einbruchsversuche – „beginnend mit jeder Hebelspur“. Im Referenzzeitraum 2017 waren es 709 Fälle.

Fünf Raubdelikte

Der Rückgang in Bad Honnef liegt damit bei 20,9 Prozent, und er betreffe alle Sparten von Wohnungs- und Geschäftseinbrüchen über Fahrraddiebstähle und Diebstähle aus Autos, Sachbeschädigungen wie Graffiti (Brohl-Sowa: „Das war in Bad Honnef lange ein großes Thema“) bis zu Körperverletzungen, die sich aber meist im privaten, nicht im öffentlichen Raum zugetragen hätten, und Verkehrsunfällen.

Ausreißer: Die Zahl der Raubdelikte stieg von drei auf fünf. „Der Fluch der kleinen Zahl“, kommentierte Brohl-Sowa den entsprechend hohen prozentualen Anstieg. Ein Tötungsdelikt gab es gottlob nicht, ebenso war kein Verkehrstoter zu beklagen.

Zurückgegangen ist die Zahl der Einbrüche. Hatte die Polizei im ersten Halbjahr 2017 noch 50 Einbruchsdelikte aufnehmen müssen, so waren es in den ersten sechs Monaten 2018 noch 41. Erfasst sind hier auch die versuchten Einbrüche. Mehr als jeder zweite Versuch misslang, die Quote lag in beiden Jahreszeiträumen bei mehr als 50 Prozent.

Erfolg durch gute Ermittlungsarbeit

Die Gründe für die positive Entwicklung seien vielfältig, so Brohl-Sowa. Zum einen griffen Prävention und Beratungsangebote der Polizei: „Die Prävention trägt langfristig Früchte.“ Dasselbe gelte für koordinierte Programme, so auch auf Bundes- und Landesebene, bei der Bekämpfung mobil reisender Täter, mit denen es die Polizei – anders als aktuell – in den Vorjahren verstärkt zu tun hatte. Akribische Ermittlungsarbeit habe auch dazu geführt, dass größere Einbruchsserien – und betroffen war auch Bad Honnef – aufgeklärt und die Täter überführt werden konnten.

Nicht zuletzt, so die Polizeipräsidentin: „Wir haben sehr aufmerksame Zeugen, und wir danken jedem persönlich.“ Die Bürger seien zunehmend sensibilisiert, verdächtige Beobachtungen sofort an die 110 zu melden. Ein aktuelles Thema, das sich in der Statistik noch nicht niedergeschlagen hat: Sprengversuche von Geldautomaten. Den oft agierenden international tätigen Banden sei auch „schwer beizukommen“.

Einen Rückgang verzeichnete die Polizei bei den Verkehrsunfällen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es 147, 2018 dann 138. „Damit liegt Bad Honnef deutlich unter dem Landesschnitt“, so Brohl-Sowa. Einziger Wermutstropfen: Sechs Kinder verunglückten, doppelt so viele wie 2017; Schulwegunfälle seien es aber nicht gewesen.

Noch kein Thema in Bad Honnef seien Unfälle mit Pedelecs, deren Geschwindigkeit oft unterschätzt werde. Zu den Unfallursachen gehört laut Peter generell unangepasste Geschwindigkeit. Und: Das Mobiltelefon am Steuer sei ein zunehmendes Problem.

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