Zum Museumstag können Besucher der Rhöndorfer Gedenkstätte Souvenirs mitbringen: "Was von Adenauer bleibt"

Zum Museumstag können Besucher der Rhöndorfer Gedenkstätte Souvenirs mitbringen : "Was von Adenauer bleibt"

Auf die Suche nach solchen ernsten oder auch kuriosen Erinnerungsstücken an Konrad Adenauer, die vielleicht eine ganz persönliche Geschichte erzählen, ist das Adenauerhaus in Rhöndorf. Mit dieser Aktion beteiligt sich die Einrichtung am Internationalen Museumstag. Über die Hintergründe sprach Katrin Janßen mit Corinna Franz, Geschäftsführerin der Stiftung Konrad-Adenauer-Haus.

Ich habe ein T-Shirt aus der Modelinie von Adenauers Enkel. Da steht Adenauer drauf. Darf ich das zum Museumstag mitbringen?
Corinna Franz: Aber natürlich. Wir haben da zwar schon Mode-Exponate, aber wir nehmen auch Getragenes.

Und warum sind Sie auf der Suche nach diesen Dingen?
Franz: Wir haben uns in Vorbereitung auf die neue Dauerausstellung intensiv mit dem Thema Museum auseinandergesetzt. Natürlich sind es Orte der Information. Aber es sind Orte des Dialogs und der Partizipation. Daher wird die neue Ausstellung auch nicht mit dem Tod Adenauers enden, sondern im Hier und Jetzt.

Wie muss man sich das vorstellen?
Franz: Wir fragen im letzten Raum danach, was von Adenauer geblieben ist, welchen Platz er im kollektiven Gedächtnis hat und was seine größte Leistungen waren. Denn diese Frage beantwortet jede Generation anders.

Inwiefern?
Franz: In den 70er Jahren hat auf diese Frage die große Mehrheit die Moskaureise Adenauers genannt, weil er die deutschen Soldaten heimholte. Davon war fast jede Familie irgendwie betroffen. Heute würde eine solche Umfrage ganz andere Ergebnisse bringen. Auch danach wollen wir an diesem Tag unsere Besucher ganz konkret frage, um am Ende des Tages ein aktuelles Meinungsbild zu haben.

Und mein T-Shirt?
Franz: Wir suchen für diese letzte Ausstellungseinheit Objekte, die zeigen, in welcher Form uns Adenauer auch heute noch begegnet. So hat zum Beispiel jede größere Stadt eine Adenauer-Straße. Ein Straßenschild haben wir schon. Schulen wurden nach ihm benannt - da suchen wir noch ein Schulbild. Der Airbus der Kanzlerin ist nach ihrem Vorgänger benannt und es gibt ein Quartettspiel, auf dessen Spielkarten Adenauer und andere Politiker abgebildet sind. Aber auch ein Foto, ein Brief oder eine Zeitung können zu solchen Erinnerungen gehören. Manchmal lagern auf dem Dachboden oder in Schubladen echte Schätze.

Und warum sollen die Besucher diese Dinge ins Adenauerhaus mitbringen?
Franz: Wir wollen über diese Erinnerungsstücke mit den Besuchern in einen Dialog kommen. Wir werden jedes fotografieren. Außerdem wäre es toll, wenn uns die Leute erzählen, was sie damit und mit Adenauer verbinden. Und das eindrucksvollste Erinnerungsstück kann dann bei uns in der neuen Dauerausstellung einen Platz bekommen - so sich der Besitzer davon trennen mag.

Erinnerungen an den Altbundeskanzler

Der Internationale Museumstag wird in diesem Jahr am Sonntag, 17. Mai, gefeiert. Das Motto lautet diesmal "Museum. Gesellschaft. Zukunft".

Anlässlich des Museumstags sucht das Adenauerhaus nach ernsten oder auch kuriosen Erinnerungsstücken an Konrad Adenauer, auch solche, die vielleicht eine ganz persönliche Geschichte erzählen. Besucher können sie an dem Tag mitbringen.

Von 11 bis 18 Uhr stehen Wohnhaus und Garten des Altkanzlers in Rhöndorf offen. Zwischen 11.30 und 12.30 Uhr stellen das Museum und - falls sie möchten - Besucher die schönsten Exponate und Erinnerungsstücke vor.

Von 15 bis 16 Uhr gibt es ein Gesprächsforum, bei dem es um Leistungen Konrad Adenauers geht, die aus Sicht der Besucher bedeutsam sind.

Zur Person

Corinna Franz ist 47 Jahre alt. Sie studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Öffentliches Recht in Bonn, Freiburg, Berlin und Bordeaux.
1997 pomovierte sie in Bonn. Sie war unter anderem Referentin für Zeitgeschichte am Deutschen Historischen Institut in Paris. Seit 2004 ist sie Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus.