Kommentar zum mittleren Weinbergsweg: Was lange währt, wird endlich gut

Kommentar zum mittleren Weinbergsweg : Was lange währt, wird endlich gut

Nach mehr als sechs Jahren will die Stadt den mittleren Weinbergsweg am Siegfriedfelsen wieder freigeben. Das zähe Ringen hat sich schließlich gelohnt. Ein Kommentar von GA-Redakteurin Katrin Janßen.

Bei manchem daheim in Rhöndorf dürften angesichts der Nachricht die Korken knallen: Nach rund sechs Jahren unermüdlichem Einsatz könnte es in den kommenden Wochen tatsächlich soweit sein: Mit dem mittleren Weinbergsweg wird einer der populärsten und schönsten Wanderwege in Bad Honnef wieder geöffnet. Das zähe Ringen hat sich gelohnt.

2011 war ein großer Steinbrocken aus dem Siegfriedfelsen gebrochen – und die Stadt, bei der die Verkehrssicherungspflicht liegt, hatte den Weg gesperrt. Schon damals setzten sich vor allem der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf und sein damaliger Vorsitzender Jörg Erich Haselier vehement für eine Lösung ein.

Ein geologisches Gutachten wird von der Stadt Bad Honnef in Auftrag gegeben. Doch dann rückte das Thema Wanderwege in den Hintergrund, nachdem die Bezirksregierung ein Betretungsverbot für die Weinberge unterhalb des Siegfriedfelsens ausgesprochen hatte. Denn plötzlich ging es nicht mehr „nur“ um einen Wanderweg, sondern die Existenz zweier Betriebe und der jahrhundertealten Weinbaukultur am Drachenfels.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Bekanntlich wurden die Wingerte schließlich mit einem Fangzaun gesichert – der Weg aber blieb gesperrt, denn an der engen Stelle mitten im Weinberg verläuft der Zaun auf dem Weg, die Netze sind dort verankert. „Es gibt keine realisierbare technische Lösung an dieser Stelle“ hatte Projektsteuerer Ägidius Strack damals gesagt.

Danach wurde es still um den Weg und viele hatten ihn wohl endgültig abgeschrieben. Aber hinter den Kulissen hat die Stadt ganz offensichtlich weiter verhandelt, dicke Bretter in Gesprächen mit den Beteiligten gebohrt und ein Rechtsgutachten eingeholt. Und kann nun die Wiedereröffnung anpeilen.

Bleibt nur die Frage, warum eine solche Lösung erst jetzt – und ja auch nicht gerade umsonst – möglich ist. Darüber könnte man trefflich spekulieren. Aber eigentlich lohnt sich das nicht. Vielmehr sollte man einfach froh sein, dass sich das Verhandlungsgeschick und die Hartnäckigkeit, mit der Stadtverwaltung und Rhöndorfer für ihren Weg gekämpft haben, jetzt auszahlt. Ganz nach dem Motto: Was lange währt, wird endlich gut.

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