Firma Johnson & Johnson: Vom Labor in Bad Honnef bleibt nur Schutt

Firma Johnson & Johnson : Vom Labor in Bad Honnef bleibt nur Schutt

Der ehemalige Laborkomplex der Firma Johnson & Johnson ist Vergangenheit. Bagger haben die drei Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Grund, so Armin Wolfgang Müller, Geschäftsführer der Honnefer Business-Park GmbH: Dort entsteht eine Privatstraße, über die das Gelände selbst und nicht zuletzt neue Wohnhäuser am Mühlenweg erschlossen werden.

Laut Bernd-Josef Vedders, Technischer Beigeordneter der Stadt Bad Honnef, steht kommende Woche zudem ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßenbau auf der Tagesordnung. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, ob auf der Rhöndorfer Straße, wie von einem Gutachter empfohlen, eine Ampel oder ein Kreisel errichtet wird.

Wie berichtet, hatte die Honnefer Business Park GmbH das Penaten-Areal 2001 gekauft. Einige Projekte dort stehen in Rede oder werden bereits umgesetzt. So soll das frühere Verwaltungsgebäude um- und ausgebaut werden, im Kern geht es um eine Seniorenresidenz; eine entsprechende Genehmigung liegt laut Vedders vor.

Dasselbe gelte für neue Eigenheime im sogenannten Nachtigallenwäldchen am südlichen Zipfel des früheren Penaten-Areals. Dort entstehen 14 neue Häuser. Die ersten Baumaßnahmen haben schon begonnen, so Björn Koch von der BSR Immobilien GmbH, die die Vermarktung für die Grundstücke in Händen hält. Erschlossen werden diese neuen Familienheime über Mühlen- und Nachtigallenweg sowie die Reitersdorfer Straße.

Auch auf einem anderen Teil des früheren Penaten-Areals ist man offenkundig auf der Zielgeraden, was Planung und Genehmigung angeht. Am Mühlenweg sind Reihen- und Doppelhäuser geplant, Bauträger hier ist die NCC GmbH. Laut Vedders seien auch hierfür schon eine Reihe von Baugenehmigungen erteilt, "sie sind letzte Woche raus". Unabdingbare Voraussetzung hierfür und für weitere Bauten: die Erschließung. Laut Müller wurde 2012 ein Erschließungsvertrag mit der Stadt geschlossen.

Inhalt sind Vereinbarungen zu Straße, Kanal und allen Versorgungsleitungen. Zwar sei nur eines der drei nun abgerissenen Gebäude direkt von der Straßenplanung tangiert gewesen, so Müller. Um auch Nebenanlagen wie Bürgersteige sowie Stellflächen, die laut Müller temporär auch als Ausweichparkplätze während der Bauzeit vorgesehen sind, zu errichten, sei ein Abriss aller drei Gebäude in einem Zug sinnvoll gewesen.

Noch abschließend geklärt werden müsse die Frage der Erschließung von der Rhöndorfer Straße aus. Da es sich um eine Landesstraße handelt, ist der Landesbetrieb Straßenbau mit im Boot. Ein Termin sei für nächste Woche anberaumt, so Vedders. Zum geplanten Komplex mit Supermarkt, Ärztehaus und mehr sagte Vedders, der Stadt liege eine Bauvoranfrage vor.

Der Bauausschuss werde sich mit dem Thema befassen. Damit vorankommen will offenkundig auch die Business-Park GmbH: Man habe sich "dieses Baufeld als nächstes zur Aufgabe gemacht. Wir denken nach wie vor in verschiedene Richtungen", so Müller. Einen B-Plan gibt es.

Das Penaten-Gelände
Gegründet wurde Penaten 1904 von dem Drogisten Max Riese. 1987 wurde die Firma an den Konzern Johnson & Johnson verkauft. 1999 stellte Johnson & Johnson die Produktion auf dem etwa vier Hektar großen Areal ein. Zwei Jahre später erwarb die "Honnefer Business Park GmbH" das Gelände. In das einstige Lagerhaus zog das Wissenschaftliche Institut für Kommunikationsdienste (WIK) ein.

Die Firma TX Logistik expandierte auf dem Gelände. Gebaut werden soll nicht nur im Kern des Geländes. Auf Flächen am Mühlenweg entstehen Häuser für Familien, ebenso im ehemaligen Nachtigallenwäldchen. Im früheren Verwaltungsgebäude mit der türkisfarbenen Fassade und Anbauten ist eine Seniorenresidenz geplant; die Entkernung hat begonnen.

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