Kunst in Unkeler Höfen: Vollweiber und dynamische Windfiguren

Kunst in Unkeler Höfen : Vollweiber und dynamische Windfiguren

An diesem Wochenende werden wieder Tausende Besucher zu „Kunst in Unkeler Höfen“ erwartet. 44 Künstler zeigen ihre Skulpturen, Bilder, Keramiken, Fotografien und Grafiken an insgesamt 15 historischen Stationen.

Ellen und Jochen Seidel, die treibenden Kräfte hinter „Kunst in Unkeler Höfen“ (KiH), haben mit Fritz Bagel einen Sponsor gefunden: Mit Bagels Hilfe konnten sie ein vier mal acht Meter großes Pagodenzelt als „Dach für die Kunst“ erwerben.

„Damit sind wir extrem flexibel und können bei Ausstellungen Künstlern eine sichere Bleibe bieten, deren Arbeiten vor den weißen Zeltwänden auch gut zur Geltung kommen“, sagte Jochen Seidel auf einer Pressekonferenz. An diesem Wochenende machen wieder zahlreiche Besitzer von idyllischen Parks, Gärten und Höfen bei der Kunstaktion in Unkel mit.

Skulpturen, Bilder, Keramiken, Fotografien und Grafiken von 44 ausgewählten Künstlern erwarten die Besucher am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, jeweils von 11 bis 18.30 Uhr an 15 historischen Stationen – vom Alten Postamt und dem Mecke-Haus an der Bahnhofstraße bis zum Rathaus an der Linzer Straße und dem Pfarrgarten von Sankt Pantaleon. „In dem Zelt, das an der Rheinpromenade vor dem Freiligrathaus aufgebaut wird, zeigt der Kölner Künstler Malte Sonnenfeld neben seiner Ausstellung im Willy-Brandt-Forum (WBF) weitere Arbeiten“, so Seidel.

Dort präsentiert der Vorsitzende der Willy-Brandt-Bürgerstiftung, Christoph Charlier, zusammen mit dem Künstler am Samstag um 11 Uhr auch den neuen WBF-Wein: „Ein guter Roter“, für den Sonnenfeld das Etikett nach seinem gleichnamigen Acrylbild entworfen hat. „Wir haben die Zahl der Künstler dieses Jahr reduziert, um den Besuchern mehr Zeit zu geben, sich mit einzelnen Arbeiten zu befassen“, berichtete der Organisator der Unkeler Kunsttage.

Nicht mit Quantität, sondern allein mit der Qualität der Arbeiten könne man erfolgreich für eine Stadt werben, die sich nicht zuletzt wegen KiH dem Zusatz „Kulturstadt am Rhein“ verpflichtet fühle. „Einzelne Künstler hervorzuheben fällt schwer“, so Seidel.

Er erwähnt allerdings Odo Rumpf: Der habe sich mit einem „Schrott-Weihnachtsbaum“ in Berlin oder der „Kulturhebemaschine“ auf der Art Cologne einen Namen gemacht. Rumpf zeige seine Werke im Alten Herresdorfer Hof, so Seidel. Hochinteressant seien aber auch die Arbeiten der jungen Kölnerin Viola Francke im Christinenstift, die mittels Öllasur-Malerei und in Bleistiftzeichnungen die Intensität der Natur festhalte.

Nicht zu vergessen Susanne Friedinger und Stefan Dirschl, deren dynamische Windfiguren neben den Holzstelen von Leif Eric Voss im Pfarrgarten stehen, oder die Vollweiber von Mecky Mattern, die im Garten des Kutscherhauses im Henkelpark an die Nanas von Niki de Saint Phalle erinnern,schwärmte Seidel. Ihm und seiner Frau ist das Lob von Stadtbürgermeister Gerhard Hausen gewiss, der immer wieder die treffliche Symbiose der Kunsttage mit dem gleichzeitig stattfindenden Unkeler Wein- und Heimatfest rühmt.

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