Mandat niedergelegt: Stadtrat Bad Honnef verabschiedet Lucia Olbrück

Mandat niedergelegt : Stadtrat Bad Honnef verabschiedet Lucia Olbrück

Sie gilt als Urgestein: Lucia Olbrück (SPD) verlässt nach 40 Jahren den Stadtrat. Auch Armgard Lingenthal (Grüne) hört nach 20 Jahren auf. Für die beiden Frauen hatte Bürgermeister Otto Neuhoff nur Lob übrig.

Eigentlich, sagte Bürgermeister Otto Neuhoff, „sind Ehrungen nicht ihr Ding – jedenfalls nicht, wenn es um sie selbst geht.“ Heute „musst du das mal ertragen. Denn dies ist ein Anlass, innezuhalten und zu würdigen, was du für diese Stadt getan hast“, fuhr der Verwaltungschef an die Adresse von Lucia Olbrück fort. Nachdem Olbrück im Juni ihr Mandat im Stadtrat niedergelegt hatte, wurde sie jetzt mit einer kleinen Feierstunde aus dem Rat verabschiedet.

Es war ein Anlass, den unter anderem Ratskolleginnen und -kollegen quer durch die Parteien, Neuhoffs Amtsvorgänger Peter Brassel und Wally Feiden sowie Ex-Stadtdirektor Rolf Junker nutzten, um Olbrück Dank und Anerkennung auszusprechen. Neben Olbrück wurde mit Armgard Lingenthal (Grüne) ein Ratsmitglied verabschiedet, das seit immerhin zwei Jahrzehnten ehrenamtlich in den Ratsgremien tätig war.

Die Liste dessen, was Neuhoff und nach ihm der SPD-Vorsitzende Guido Leiwig an ehrenamtlichen Tätigkeiten Olbrücks auflisteten, ist lang. 40 Jahre war die Sozialdemokratin „Lulu“ Olbrück in städtischen Gremien tätig – „und es hat mir immer großen Spaß gemacht“, lautete Olbrücks Fazit. Zunächst war sie sachkundige Bürgerin der SPD, 1984 rückte sie in den Stadtrat nach, dem sie bis Juni ohne Pause angehörte. Sie war Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und stand 18 Jahre der Arbeiterwohlfahrt (Awo) vor – eine Zeit, in der die Awo Bad Honnef nicht nur an Mitgliedern gewann, sondern auch an Bekanntsheits- und vor allem an Wirkungsgrad.

Soziales Engagement ist roter Faden

Ein roter Faden ist immer erkennbar: Richtschnur für Olbrück war stets das soziale Engagement. „Sie ist ein Urgestein mit Herz. Sie zeichnet sich aus durch die Liebe zu den Menschen und der Heimat“, sagte Neuhoff. „Es ist leicht, sich zu Hause an den Rechner zu setzen, über Facebook etwas rauszuhauen und dann zu denken, damit habe man etwas für die Stadt getan. Das ist mitnichten der Fall.“ Anders Olbrück: Sie sei ein „Flagschiff für soziales Denken und Gemeinsinn“, ein „Urgestein mit Herz“. Dies und ihre Art, engagiert zu streiten, ohne respektlos oder gar verletzend zu sein, zeichneten sie aus. Neuhoff: „Danke für deine Zeit, Energie und Sachkompetenz.“

Lucia, das bedeute „die Leuchtende“, schloss sich Leiwig an. Bürgernah, souverän und in höchstem Maße engagiert habe die heute 83-Jährige, die an Jahren im Stadtrat nur von ihrem Fraktionskollegen Werner Sünnen übertroffen wird, „nie locker gelassen, die Verantwortlichen in der Stadt daran zu erinnern“, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen. Leiwig: „Der Mensch steht für sie immer im Mittelpunkt.“ Selbst Kontroverses in der Debatte verpacke sie so, dass man es nie als Streit, höchstens als „angenehme Reibungswärme“ empfinde.

Ihrer jüngeren Kollegin Lingenthal bescheinigte Neuhoff Erdung und die Fähigkeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Seit 1999 gehörte die Grüne dem Bildungsausschuss an. Ab 2009 war die Ur-Honneferin, deren Vorfahre von Jagow zu den Unterzeichnern der Stadtrechte-Urkunde Bad Honnefs gehörte, Ratsmitglied.

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