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Versammlung der Genossenschaftsbank: Spardaka Aegidienberg zieht Bilanz

Versammlung der Genossenschaftsbank : Spardaka Aegidienberg zieht Bilanz

Es war ein gutes Geschäftsjahr 2016: Das zeigte sich bei der Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg vor der Fusion mit der Volksbank Bonn Rhein-Sieg. Sechs Prozent Dividende und zwei Prozent Bonus werden ausgeschüttet.

Es war die letzte Generalversammlung der 1898 gegründeten Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg. Und als Vorstandssprecher Heinz-Peter Witt im Bürgerhaus vor 178 Mitgliedern seinen Bericht über das Geschäftsjahr 2016 ablegte, gab er zu: „Es war eines der turbulentesten Jahre.“ Denn: Auf der Generalversammlung im Vorjahr stimmten die Mitglieder der Fusion mit der Volksbank Bonn Rhein-Sieg zu. „Dieser Beschluss war das gravierende Ereignis 2016“, betonte Witt und dankte den Mitgliedern für ihren Weitblick bei dieser Entscheidung. „Mit dieser Fusion ist sichergestellt, dass der Bankplatz Aegidienberg langfristig erhalten bleibt.“

Ausgehandelt wurden: eine zehnjährige Bestandsgarantie für den Bankstandort Aegidienberg, eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter, die Zusage, dass alle Mitarbeiter im Kundenkontakt, die in Aegidienberg bleiben wollen, auch weiterhin vor Ort da sein werden, und die Förderung von Schulen, Kindergärten und Vereinen mit jährlich 16 000 Euro.

Schonende Eingliederung der Spardaka

Der Vorstandssprecher erinnerte noch einmal an die immer größer werdenden Probleme für kleine und mittelgroße Genossenschaftsbanken und Sparkassen durch wachsende Anforderungen im Bereich Regulatorik, durch die Niedrigzinspolitik der EZB, durch Digitalisierung und schwer zu bekommenden Ersatz von hoch qualifizierten Mitarbeitern.

So schonend wie möglich sei die Eingliederung der Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg in die Volksbank Bonn Rhein-Sieg vorbereitet worden. „Die Integration der Mitarbeiter bei der Volksbank funktioniert bisher reibungslos“, sagte Witt, der ebenso wie sein Vorstandskollege Martin Born mit der vollendeten Fusion in den Ruhestand eintreten wird. Witt dankte auch im Namen Borns den Mitarbeitern, die ein besonders schweres Jahr 2016 zu bewältigen hatten. „Wir durften mit einem hochmotivierten Team arbeiten, das in den Zeiten, in denen es darauf ankommt, so wichtige Entscheidungen wie die Fusion nicht nur mitgetragen, sondern aktiv unterstützt hat.“

Bis zur letzten Minute ein kompletter Aufsichtsrat

Auch dem Aufsichtsrat, der „mit seinem aktiven Handeln am Erfolg der Aegidienberger Bank mitgearbeitet hat“ und „auch den Weitblick hatte, dass die Weichen neu gestellt werden mussten“, galt der Dank des Vorstandes. Nur so sei es möglich gewesen, aktiv und früh in den Fusionsprozess einzutreten. Witt würdigte auch die Ausdauer der Mitglieder des Aufsichtsrates. Ihm gehören der Vorsitzende Bernd Haasler seit 29 Jahren, sein Stellvertreter Klaus Linnig seit elf Jahren, Uwe Buttgereit seit 24 Jahren und Frank Grabow seit 16 Jahren an. Und um bis zur letzten Minute einen kompletten Aufsichtsrat zu haben, erfolgte Buttgereits turnusmäßige Wiederwahl einstimmig.

Als ein „Zeichen der Wertschätzung der Volksbank Bonn Rhein-Sieg gegenüber der Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg“ wertete Witt die Ortswahl für die Regionalversammlung der Mitglieder aus dem Raum Siebengebirge – die findet nämlich im November dieses Jahres in Windhagen statt. Und: Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Ende Mai wird Frank Grabow als Aufsichtsratsmitglied der Volksbank vorgeschlagen. Klaus Linnig ist für den Beirat der Volksbank vorgesehen.

Fusionswelle geht weiter

Das weitere Prozedere für die Spar- und Darlehnskasse: Im Juni erfolgt der Eintrag in das Genossenschaftsregister und zwischen dem 24. und 26. Juni die technische Fusion. Ab 27. Juni werden die Kontoauszüge der bisherigen Spar- und Darlehnskassenkunden die Volksbank Bonn Rhein-Sieg ausweisen.

„Die Fusionswelle geht weiter“, sagte Witt – Ende Mai fallen die Beschlüsse über eine Fusion der Volksbank Bonn Rhein-Sieg und der Kölner Bank. Witt versicherte: „Das hat keinen Einfluss auf die Beschlüsse, die für die Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg am Standort Aegidienberg gefasst wurden. Es gibt keinen erneuten Kontonummernwechsel für unsere Kunden durch diese Fusion.“

Hatte Heinz-Peter Witt bei der Generalversammlung 2016 noch Tränen in den Augen, so betonte er nun: „Wir sind zufrieden, wie alles läuft. Die Entscheidung war goldrichtig. Es war der optimale Zeitpunkt. Wollten wir heute als kleine Bank fusionieren, ginge das nicht mehr.“ Den Mitgliedern sagte er am Schluss: „Wir wünschen Ihnen, dass Sie sich in dem neuen Haus wiederfinden und gerne Ihre Bankgeschäfte in Aegidienberg vornehmen.“