Mit Glühwein und Regenschirm: So war Rhein in Flammen im Siebengebirge

Mit Glühwein und Regenschirm : So war Rhein in Flammen im Siebengebirge

Im Siebengebirge haben die Besucher von Rhein in Flammen der Kälte getrotzt. Der Kinderflohmarkt beim Inselfest auf Grafenwerth fiel allerdings ins Wasser.

Der Kinderflohmarkt, der seit einigen Jahren auf der Insel Grafenwerth am Tag des Großereignisses Rhein in Flammen veranstaltet wird, fiel am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. „Die Eltern haben wegen des Wetters den Flohmarkt nicht aufgebaut“, sagte Annette Engels vom Bad Honnefer Ordnungsamt, die gemeinsam mit Kollegen einen Anlaufpunkt mit Pavillon für die Einsatzkräfte aufgebaut hatte.

Den Kindern habe man die Kälte an einem Stand angesichts von Schnee- und Graupelschauern nicht zumuten wollen. Das Sicherheitskonzept war für das Inselfest zudem etwas verändert worden, berichtete Engels. So sei eine Sicherheitszone von 20 Metern im vorderen Veranstaltungsbereich der Festwiese abgegrenzt worden, um im Notfall anlandenden Schiffen die Evakuierung von Passieren zu erleichtern. Die Standbetreiber auf der großen Festwiese hielten indes wacker die Stellung und boten bei stürmischem Maiwind bereits nachmittags ein abwechslungsreiches Angebot für die Gäste, die allerdings nur in überschaubarer Zahl kamen.

Die Mitglieder des Bürger- und Ortsvereins am Rhöndorfer Rheinufer nahmen derweil die Wetterlage gelassen. Ihre Pavillons hatten sie erst am frühen Abend aufgebaut. „Wir haben Glühwein im Angebot“, sagte Friedhelm Saffé, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, mit einem Augenzwinkern. Gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden, Alfred Höhler, stellte er optimistisch Tische und Bänke auf die kleine Wiese unterhalb des ehemaligen Hotels Bellevue.

Panorama bis nach Bonn

Die Rheinschiffe fuhren ab dem späten Nachmittag den Rhein gen Süden hinauf, um sich in Richtung Linz für das bunte Lichterspektakel am Abend und die Rheinabfahrt zu rüsten. Das Panorama von der Rhöndorfer Festwiese erstreckte sich bis nach Bonn. „Wir haben eine fantastische Aussicht auf das Feuerwerk in Bonn“, sagte Saffé mit Blick auf das vergangene Jahr: Da hatte der Verein erstmals ein Promenadenfest zu Rhein in Flammen veranstaltet.

Nicht wenige Besucher seien im Vorjahr von der Insel Grafenwerth abgewandert und hätten sich von Rhöndorf aus am Flussverlauf die Lichterschau angesehen. „Bei uns ist es gemütlicher“, sagte Saffé und schmunzelte. Auch weiter südlich der Insel Grafenwerth am Erpeler Rheinufer starteten derweil die Vorbereitungen für das beliebte Rheinfest.

Der Bürgerverein Erpel hatte in den Rheingarten eingeladen und hielt ein kulinarisches „Begleitprogramm“ für die Besucher bereit. Zurück auf die Insel Grafenwerth: Bürgermeister Otto Neuhoff eröffnete das Fest musikalisch mit seiner Band „Bäd Honnef“. Stimmgewaltig sang er auf der prächtig grünen Insel von „Different shades of blue“. Die Bühne habe allerdings zum Konzertauftakt noch ein wenig unter Wasser gestanden, so Neuhoff.

Die Besucher ließen sich von der Musik dennoch zum Mitwippen animieren. „Im Vorjahr waren es nachmittags bereits deutlich mehr Menschen auf der Insel“, sagte Jens Koelzer, Bereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes. Das änderte sich auch mit Auftakt des Hauptacts „Papa'z Finest“ im Vergleich zu den Vorjahreszahlen nicht. Bürgermeister Neuhoff hatte den Gästen nach seinem Auftritt noch zugerufen: „Es wird ein wunderbarer Abend, genießt es“.

In diesem Jahr hatte allerdings der launige Petrus klar die Nase vorn. Das Feuerwerksspektakel ließen sich dann an den Rheinufern viele hundert Besucher doch nicht vermiesen und kamen zu später Stunde, um das Lichterspektakel zu bestaunen.

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