Michael Ottersbach: So tickt der neue Pfarrer in Bad Honnef

Michael Ottersbach : So tickt der neue Pfarrer in Bad Honnef

Pfarrer Michael Ottersbach ist neu in Bad Honnef – und FC-Fan. Der 39-Jährige betreut acht Pfarreien.

Michael Ottersbach ist erst seit acht Wochen „Mensch im Siebengebirge“. Damit er recht bald Wurzeln schlägt und sich in seinem neuen Wirkungskreis gut einlebt, haben wohlmeinende Freunde und Kollegen dem Pfarrer zum Abschied von Leverkusen reichlich „Rüstzeug“ mitgegeben: „Drei bis vier Wanderführer und Wanderkarten hab ich geschenkt bekommen.“ „Schau dich schon mal um, wir kommen dann vorbei“, haben die Freunde angekündigt.

Bis jetzt kamen die Wanderkarten allerdings noch nicht zum Einsatz. Zu viel mehr als zur Servatiusprozession hat es in puncto Naturerlebnis im Siebengebirge für Ottersbach noch nicht gereicht – zu viele Termine, zu viel zu tun für den neuen Leitenden Pfarrer in den Seelsorgebereichen Bad Honnef und Verbandsgemeinde Unkel, die seit dem 1. September einen großen gemeinsamen Sendungsraum bilden. Acht Pfarreien hat der 39-Jährige zu betreuen.

Ottersbach ist Ende August vom 60er-Jahre-Pfarrhaus in Leverkusen-Opladen in das stattliche historische Honnefer Pfarrhaus von 1913 an der Bergstraße gewechselt. Eingezogen ist „der Neue“ allerdings vorerst nur provisorisch, „im Dachgeschoss, ich bin froh, dass ich einen Kühlschrank, eine Kaffeemaschine und eine Mikrowelle habe.“ Wohl erst Ende November wird seine Wohnung im ersten Stock bezugsfertig sein, die er von seinem Vorgänger, Pfarrer Bruno Wachten, übernimmt.

Kennelernen steht an erster Stelle

Wenn man keinen Herd und stattdessen eine Mikrowelle hat, besteht der Speiseplan zwangsläufig vorwiegend aus Fertiggerichten und Brot, Obst, Salat – kalte Küche halt. Ottersbach nimmt's locker, es gibt Wichtigeres. Das Kennenlernen seines Umfelds steht für den 39-Jährigen zurzeit an erster Stelle, jeder Tag hält Begegnungen bereit mit neuen Menschen, Gruppen und Gremien.

„Die Kontakte hier sind sehr positiv und ermutigend von Anfang an. Es ist spannend, an ganz viele Orte zu kommen und Menschen kennenzulernen, zu hören, zu gucken.“ Drei Gemeindereferentinnen, zwei Diakone, zwei Pfarrvikare und fünf Subsidiare bilden das Pastoralteam im Sendungsraum. Hinzu kommen die in den katholischen Gemeinden zahlreichen Ehrenamtlichen und natürlich die kirchlichen Angestellten wie Pfarrsekretärin Ursula Mohr, die im katholischen „Zentralbüro“ an der Bergstraße seit vielen Jahren Regie führt. Ottersbach fühlt sich von dieser Gemeinschaft gut aufgefangen: „Ich bin nicht allein auf weiter Flur. Auch wenn es ein großer Bereich ist: Ich freue mich, mit vielen gemeinsam unterwegs zu sein und dem Glauben ein Gesicht zu geben.“

Acht Pfarrkirchen faszinieren ihn besonders

Besonders faszinieren ihn die acht Pfarrkirchen im Sendungsraum, von Sankt Aegidius Aegidienberg über Sankt Marien Rhöndorf bis zur Wallfahrtskirche Sankt Johann Baptist in Bruchhausen: „Alle haben ihren eigenen Charakter. Es sind acht tolle Gottesdienst-Orte.“ Der neue Leitende Pfarrer, 2006 in Köln zum Priester geweiht, war zuletzt Stadtjugendseelsorger im Stadtdekanat Leverkusen und Kreisjugendseelsorger im Rheinisch-Bergischen Kreis. Er stammt aus Windeck-Wilberhofen, wo seine Eltern leben.

Seine Schwester mit Familie wohnt ebenfalls in Windeck, ein Cousin in Unkel. Der Familienanschluss und seine Freunde sind dem Pfarrer wichtig – und der 1. FC Köln. „Ich bin FC-Fan von klein auf, was in Leverkusen und Düsseldorf nicht ganz so einfach zu vermitteln war in den vergangenen Jahren“, erzählt Ottersbach mit einem Schmunzeln.

Seine Fußballleidenschaft teilt er mit seinem Vater, der allerdings Borussia Dortmund die Daumen drückt. In seiner Freizeit pflegt der Theologe Freundschaften und geht gerne ins Kino. Zuletzt sah er „Die dunkelste Stunde“, ein historisches Filmdrama, in dem es um die ersten Wochen Winston Churchills als britischer Premierminister in der Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges geht. Apropos England: Dort, genauer in Mittelengland, war Ottersbach diesen Sommer unterwegs mit zwei Mitbrüdern, mit denen er seit dem Studium in Bonn und München befreundet ist. Die drei Theologen machten eine Rundreise mit dem Mietwagen. Für Bad Honnef hat er sich vorgenommen, aufs Fahrrad umzusteigen. Der Kauf eines Drahtesels steht an.

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