Theater in Unkel: So macht Musiktheater Kindern Spaß

Theater in Unkel : So macht Musiktheater Kindern Spaß

Hänsel, Gretel, viele Schutzengel und vor allem Musik - die Stefan-Andres-Realschule plus hatte zu einer ganz besonderen Märchenstunde eingeladen.

Den dritten und vierten Klassen der Grundschule Unkel sowie den Orientierungsschülern der Realschule wurde in der Turnhalle der Schule die Märchenoper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck gezeigt.

Auf Initiative der Realschullehrerin Christine Tan-Paus und mit der Unterstützung des Fördervereins der Realschule waren die Schauspieler der "Kölner Opernkiste - Musiktheater für Kinder" zu Gast und erweckten Humperdincks Musikstück, das auf dem gleichnamigen Grimmschen Märchen fußt, zu Leben. Dabei ging es auch darum, den Kindern die ihnen meist fremde Welt des Musiktheaters und der Oper näherzubringen.

Stefan Mosemann, Regisseur des Stückes und zugleich Darsteller der Vaterrolle, begann mit einer Fragerunde. "Was passiert denn eigentlich bei einer Oper?" wollte er wissen und erhielt Antworten wie: "Es wird viel gesungen", "Da gibt es viele Instrumente", oder "Lieder werden genutzt, um etwas zu sagen". Als Mosemann nach weiteren Märchen fragte, kam: "Die sieben Zwerge", "Das mit dem bösen Wolf und den Schweinen", "Rotkäppchen".

Der Theatermann stellte den jungen Zuschauern schließlich das Bühnenbild vor: eine große Wand, auf die ein verwunschener Wald gemalt war. Schließlich wandern Hänsel und Gretel nicht durcheine Innenstadt. Im Wald waren auch kleine Schutzengel zu erkennen, die die Geschwister auf ihrem abenteuerlichen Weg beschützen sollten. "Nur neun Schutzengel? Das sind zu wenige! Wer möchte ein Schutzengel werden?", fragte Mosemann, und wieder schossen zahlreiche Hände in die Höhe. Die Jungen und Mädchen, die den anspruchsvollen Job übernahmen, wurden mit passenden rosafarbenen Plüschflügeln ausstaffiert - und dann hieß es: Vorhang auf und Musik an.

Kathrin Smith und Javier Alonso spielten Hänsel und Gretel mit einem solchen Enthusiasmus, dass selbst der coolste Realschüler in der hintersten Reihe hie und da schmunzeln musste. Eine gute Stunde lang konnten die Schüler abschalten, sich zurücklehnen und sogar zusehen, wie eine ihrer Lehrerinnen in die unerwartete Verlegenheit kam, die Bühne erobern zu müssen: Die Rolle der Mutter war unbesetzt, also wählte man Judith Röder, Biologielehrerin an der Realschule, für diese Rolle aus. Die Schüler amüsierten sich natürlich bei jedem Versprecher von "Frau Röder" - sie selbst nahm ihr Bühnenerlebnis mit Würde und einer guten Prise Humor.

Mehr von GA BONN