Realistische Gemälde: So ist die Ausstellung von Mo Kilders in Bad Honnef

Realistische Gemälde : So ist die Ausstellung von Mo Kilders in Bad Honnef

Unter dem Titel „Summer in the City“ zeigt die Kölner Künstlerin Mo Kilders im Bad Honnefer Kunstraum eine Auswahl ihrer Werke. Viele Motive stammen aus Havanna und New York.

Diese Ausstellung im Kunstraum passt zur Jahreszeit. „Summer in the City“ nannte Mo Kilders die Präsentation ihrer vorwiegend großformatigen Bilder im Schauraum des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur. Sie zeigen Menschen in Bewegung, beim Radfahren, Joggen, Schlendern, Basketball-Spiel oder auch in Eile auf dem Weg zu Terminen.

Die Szenarien auf urbanen Territorien hielt die Künstlerin, die sich weitgehend dem Realismus verschrieben hat, bei Streifzügen wie etwa durch New York oder Havanna mit der Kamera und mit voyeuristischem Blick fest und wählte die Aufnahmen dann später in ihrem Atelier in Köln aus, akzentuierte sie, fügte etwas ein, ließ anderes weg.

Kunsthistorikerin Heidrun Wirth sagte nach der Eröffnung durch Vereinsvorsitzende Cornelia Nasner: „Hier kommt die malerische Freiheit ins Spiel.“ Mo Kilders kann sie durch eine fundierte Ausbildung so richtig in Szene setzen. Sie hatte 1970 und 71 an den Kölner Werkschulen studiert, schloss ein Germanistik-Studium an, das ihr die Lehrbefähigung einbrachte, so dass sie auch 37 Jahre Kunst unterrichtete. An der Kunstakademie Artefact in Bonn machte sie den Abschluss Masterstudium Freie Kunst im Jahr 2013.

Künstlerin zeichnet fast nie vor

Die Fotos, die aus der Frontalen, von erhöhtem Standpunkt aus oder aus der Vertikalperspektive entstanden, um die Wahrnehmung des inszenierten Zufalls zu intensivieren, verlässt Kilders später im Atelier mal früher, mal später. Auch die Farben wählt sie fast immer nach eigenem Ermessen – bei den gezeigten Bildern sind sie mal leuchtend, mal in Blau-Grau-Grüntönen gehalten. Mo Kilders: „Ich zeichne fast nie vor, ich fange direkt mit dem Pinsel an.“ Wirth machte das Eröffnungspublikum auf feine orange Pinsellinien aufmerksam, „die wie eine feine elektrische Ladung mitlaufen“.

Die Malerin verschränkt bisweilen Perspektiven, gibt Kleidungsstücke detailgenau wieder, lässt andere ungenau. Wirth: „Nicht alles muss dabei voll ausgemalt sein, so wie nicht jede Geschichte voll erzählt werden muss, manchmal ist sie viel geheimnisvoller, wenn eine gut berechnete Undurchsichtigkeit bleibt.“ Gewollte Unschärfen geraten in Spannung zu kristalliner Klarheit.

Figuren "gehen" aus dem Bild

Die Kölner Künstlerin traut sich noch viel mehr: Da fehlen den Abgebildeten gelegentlich Köpfe oder andere Körperteile, denn sie gehen in das Bild oder aus ihm heraus. Oder: Das Haupt eines Radfahrers verschwindet hinter einem Pfahl und ist nur im Schatten zu entdecken. Wirth: „Die Spannung der Komposition wird weiter gesteigert durch ein Verlassen der simplen Symmetrie, durch ein Aus-dem-Bild-Gehen der Figuren oder durch kühne Beschneidungen der Bildränder.“ Und auch das Schattenspiel ist ein wesentliches Element.

Und noch zwei Bilder wie sie unterschiedlicher nicht sein können – den vor Lebenslust strotzenden Basketballern stehen zwei jungen Männern auf Kuba gegenüber, fast „eine Vollbremsung in dieser bewegungsfreudigen Sommerwelt“, da sie neben einem Gitterwerk kiffen und das Leben fatalistisch nehmen. Keine künstlichen Posen – das machen die Figuren bei Mo Kilders aus. Und wer genau schaut, der entdeckt auch ihren Ehemann, der auf einem Bild grüßend die Hand zum Gruß hebt.

Die Ausstellung im Kunstraum am Rathausplatz ist bis 18. August, donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

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