Verein "Literatur im Siebengebirge": Sinfonie der Sinne: Literatur, Musik, Fotografie

Verein "Literatur im Siebengebirge" : Sinfonie der Sinne: Literatur, Musik, Fotografie

„Sich einfach verzaubern lassen“ lautet die Devise beim großen Abend der Rheinromantik, zu dem der Verein „Literatur im Siebengebirge“ für Donnerstag, 8. September, einlädt.

Ein „Abend für alle Sinne“ soll es werden, verspricht der Vereinsvorsitzende Rainer Quink, wenn im Kunstraum am Rathausplatz um 19.30 Uhr Literatur, Musik und Fotografie stilvoll zu einem abendfüllenden Gesamtkunstwerk verflochten werden: „Das ist eine Premiere, die man sich nicht entgehen lassen sollte.“

Ulrich Meyer-Doerpinghaus liest aus seinem historisch inspirierten Buch „Am Zauberfluss – Szenen aus der rheinischen Romantik“, in dem er sich intensiv der einzigartigen Beziehung zwischen malerischer Landschaft und romantischen Kunstschaffenden widmet. „Die Rheinromantik unterliegt oft einem gewissen Missverständnis“, beschreibt der Autor seinen eigenen Anspruch an das Thema.

„Mit der Zeit und dem Begriff werden oft nur Melancholie und die Sehnsucht nach Verlorenem assoziiert. Dabei werden oft gerade die Menschen vergessen, die die Rheinromantik überhaupt erst prägten.“ Ob Schlegel, Schumann oder Freiligrath – all diese bedeutsamen Romantiker, die seinerzeit der Aufklärung entgegensetzten, dass den Menschen mehr auszeichnet als bloß seine Vernunft, sollen nun literarisch zur Geltung kommen.

Ergründen des Unergründlichen

Eine Textsammlung, die sich ebenfalls an mehr richtet als nur an kalte Vernunft: Es geht um Freundschaften, gescheiterte Beziehungen, um Kreativität, die Entfaltung eigenen Potenzials und letztlich den Tod – thematische Schwerpunkte, die, wie Meyer-Doerpinghaus anmerkt, „auch heute noch sehr aktuell sind“.

Als musikalisch-emotionale Umrahmung wird Kim Bonnick zwischen den Textpassagen die reiche Klang- und Bildersprache der Rheinromantik am Piano virtuos auferstehen lassen: Schubert, Schumann, Liszt, aber gelegentlich auch Zeitgenössisches à la Einaudi. „Wenn es um Romantik geht, komme ich ins Schwärmen“, kommentiert die Musikerin, „also habe ich Stücke gewählt, die die vorgetragenen Texte ergänzen, aber auch mich selbst berührt haben“.

Nicht nur das Schöne soll dabei ergründet werden, sondern auch das Raue, das Unergründliche. Ganz der malerischen Schönheit des Rheinlandes wird sich indes die Fotografin Florette Hill verschreiben, die mit ausgewählten Aufnahmen aus ihrem Portfolio ans Flussufer, ins Siebengebirge und an seine etlichen beschaulichen Ecken entführen wird.

Literatur, Musik, Fotografie – „Ich habe schon über 30 Lesungen gehalten“, so Meyer-Doerpinghaus, „aber noch keine Sinfonie der Sinne. Das wird spannend.“ Circa anderthalb Stunden soll die interdisziplinäre Rheinromantik-Gala dauern; Karten sind an der Abendkasse zum Preis von zehn Euro erhältlich. Eins, so die Künstler, ist sicher: „Es wird nicht das sein, was man vielleicht erwartet“, so Bonnick – keineswegs belehrend, sondern durchweg unterhaltsam, emotional und tiefgründig. Oder in den Worten von Rainer Quink: „Es wird ein garantiert erhebender Abend.“

Weitere Informationen unter www.literatur-im-siebengebirge.de. Das Buch: Ulrich Meyer-Doerpinghaus, Am Zauberfluss. Szenen aus der rheinischen Romantik, Springe: zu Klampen 2015, ISBN-13: 978-3866745148, 22 Euro.