Angebot für die ganze Familie: Siebengebirgstag lockte viele Besucher an

Angebot für die ganze Familie : Siebengebirgstag lockte viele Besucher an

Wollige Rasenmäher, eine echte Wildkatze und viele Informationen über die Natur lockten zahlreiche Familien zur Großveranstaltung des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge. Zu allem Glück schien auch noch die Sonne.

Eigentlich war es ja kein Tag der Wildkatze im Forsthaus Lohrberg. Doch obwohl der Siebengebirgstag des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) von strahlendem Sonnenschein verwöhnt wurde, ließen es sich die zahlreichen Besucher nicht nehmen, auch mal in das Naturparkhaus zu gehen und dem neuen Star der Ausstellung aufs getigerte Fell und in die hellwach scheinenden Augen zu schauen.

„Niedlich“, schwärmten Kinder und Erwachsene gleichermaßen von dem Neuzugang. Die Wildkatze war an der Schmelztalstraße gefunden und dem VVS überlassen worden, der sie für seine Ausstellung präparieren ließ (der GA berichtete).

Es ist zwar bedauerlich, dass die Katze nicht mehr im Wald herumtollen kann, sondern nach einem Unfall als Anschauungsobjekt unter Glas dient. Andererseits zeigten sich die Betrachter auch begeistert, ein solch seltenes Tier, das scheu den Menschen meidet, einmal genau unter die Lupe nehmen zu können.

Und etliche versuchten sich auch am Wildkatzen-Quiz. Auf einem Fragebogen waren die richtigen Antworten anzukreuzen. Sind die Wildkatzen nun heute vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum zu klein ist oder weil sie bejagt werden? Oder: Lieben sie Mäuse, Frösche und Kleinvögel oder doch eher Insekten und Schnecken? Und auch Spuren waren zu analysieren.

Geschichten von Fuchs und Marder

Auf die Spur kamen die Gäste aber auch anderen Tieren – etwa Fuchs, Marder oder Eichhörnchen am Stand der Jägerschaft des Hegerings Siebengebirge, deren Jagdhornbläser VVS-Chef Lindlar um die Mittagsstunde zum Platzkonzert begrüßen konnte.

Jägerin Farlind Scholz: „Die meisten Besucher unserer rollenden Waldschule haben eine Geschichte zum Marder zu erzählen.“ Und die kleinen Gäste waren natürlich vom niedlichen Eichhörnchen begeistert.

Vor dem Gatter auf der Wiese unterhalb des Forsthauses hockten etliche Kinder, um die wolligen Rasenmäher der Biologischen Station Rhein-Sieg aus der Nähe zu betrachten. Schäfer Sven Kämena war mit sieben Schafen und drei Lämmlein sowie Hütehund Lotte angerückt.

Obstwiesenpädagogin Xenia Scherz von der Station indes hatte für ein Obstwiesenquiz verschiedene Zweige mit Blüten aufgebaut, die Samenkerne und Fotos von den Früchten dazu postiert. „Die Blüte von der Mispel sieht wie eine tolle Blume aus“, erklärte sie.

Ein Probierschlückchen vom Obstbrand

Anne Kleemann, Leonie Baars und Sarah Goldschmitt brachten gleich am Eingang zum VVS-Gelände die Obstwiesen der Biologischen Station auf eine ganz besondere Art und Weise nahe – als Probierschlückchen gab es verschiedene Obstbrände von der letzten Ernte von den Streuobstwiesen.

Der Verschönerungsverein hatte neben seiner Ausstellung drinnen auch einen Infostand draußen aufgebaut, an dem die Vereinsgeschichte ebenso wie das große Thema Wildnisgebiet beleuchtet wurde. Lindlar: „2020 werden wir dazu eine Broschüre herausgeben.“ Mitglieder des VVS waren außerdem in die Versorgung des Publikums eingespannt: Es gab knusprige Würstchen und gespendeten Kuchen.

Der Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land, mit 57 Hektar eigenem Land, zwei Steinbrüchen und Streuobstwiesen ein Pendant zum VVS jenseits der NRW-Landesgrenze, präsentierte seine Arbeit. Er kümmert sich etwa um alte Obstsorten wie das „Aegidienberger Seidenhemdchen“, von dem es fünf Bäume in Aegidienberg und 20 in Asbach gibt.

Waldhütte wird zur Kunst-Galerie

Das Forstamt Rhein-Sieg-Erft informierte über Tiere des Siebengebirges wie Uhu oder Wildkatze, der Deutsche Alpenverein war erstmals vertreten und machte Lust auf Touren in den Alpen, wo die Bonner Sektion zwei Hütten betreibt. Künstler Ralph Graf aus Hüscheid hatte die Waldhütte des VVS zur Galerie umfunktioniert, wo Naturimpressionen ebenso zu sehen waren wie Bilder der Chorruine oder des Kölner Doms.

Weitere Stationen: Der Drachenkräutergarten und Kaffee Siebengebirge zeigten ihre Produkte. Erstmals zum Probieren: das Espresso-Beer. Gerti Reicheneder-Müller, die Vorsitzende des Imkervereins Siebengebirge, war mit Honig da. „Ich betreue jetzt zwei Völker am Forschungsministerium“, erzählte sie.

Kinderschminken und Basteln, Ponyreiten und Geocaching für Kinder, denen Mitglieder des Stammes Oberon außerdem das Pfadfinderleben schmackhaft machten – der Siebengebirgstag war voller Überraschungen.

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