Sponsorenlauf: Selhofer Grundschüler laufen für Zirkusprojekt

Sponsorenlauf : Selhofer Grundschüler laufen für Zirkusprojekt

129 Schüler der Sankt Martinus Grundschule absolvierten auf dem Menzenberger Sportplatz ihren alljährlichen Sponsorenlauf. Pro Runde werden im Vorhinein innerfamiliäre Sponsoren gesucht und damit die Zirkus-Projektwoche finanziert.

Was für ein Gewusel! Für den Sponsorenlauf der Sankt Martinus Grundschule aus Selhof ist der Menzenberger Sportplatz am Samstag kurzerhand zum Schulhof geworden: Schüler spielten auf der Rasenfläche fangen, die Diskusanlage wurde inspiziert, und in der Sandgrube wurden Sprungweiten verglichen. Die Eltern – in der rechten Hand einen Kuchen, an der linken das Geschwisterkind – strömte hinterher und warnten: „Spar' dir deine Kraft für nachher, du wirst sie noch brauchen.“ Alles vergebens – zu groß war die Vorfreude auf den Sponsorenlauf.

Dass eine Laufveranstaltung unter Kindern solche Gefühle auslöst, hängt sicher auch mit dem Zweck der Veranstaltung zusammen: Alle vier Jahre gibt es an der Sankt Martinus Grundschule eine große Projektwoche für alle Klassen, zu der der Zirkus „Lollipop“ an die Schule kommt und mit den Grundschülern Seiltanz, Feuerschlucken und eine Clownsdarbietung einübt. Und das hochprofessionell: Zirkusleiter Patrick Brumbach beispielsweise steht als weltbester Messerwerfer im Guinness Buch der Weltrekorde.

Vorfreude auf die Vorstellung

Mit dem Erlernten begeistern die Schüler dann in drei großen Vorstellungen Familie, Freunde und auch ihre Lehrer: „Wenn die Kinder die Nummern eingeübt haben, bin ich jedes Mal aufs Neue erstaunt, was sie schon alles zustande bringen. Es ist immer schön zu sehen“, sagte Rektorin Anne Köppen, die sich schon jetzt auf die Auftritte im Juni des nächsten Jahres freut. Und auch bei den Kindern selbst komme das Projekt richtig gut an, so die Schulleiterin.

Angeregt wurde das Zirkusprojekt 2005 durch die Lehrerin Nina Morouse. Seitdem gibt es das Projekt im Vierjahresrhythmus, sodass jeder Schüler in seiner Grundschullaufbahn einmal das Klassenzimmer zur Manege machen kann. Und um das finanzieren zu können, organisiert der Förderverein „Tintenkläcks“ alle vier Jahre den Sponsorenlauf.

Sponsorenlauf finanziert Zirkusprojekt

129 Kinder hatten sich angemeldet und im Voraus fleißig Spendenversprechen gesammelt. 50 Cent pro Runde von Mama und Papa, ein Euro von Oma und Opa – macht ein Euro fünfzig für jede abgeschlossene Vierhundertmeter-Runde. Mit dieser Rechnung im Hinterkopf ging es an den Start. Schulleiterin Köppen bot sich bei ihrer kurzen Dankesansprache ein beeindruckendes Bild von der Kinderschar, bereit für den Massenstart. Wie dem wolkenverhangenem Himmel zum Trotz, trugen die meisten Starter eines der leuchtend orangefarbenen Schul-T-Shirts. Eingerahmt wurde das Bild von der mit Eltern, Großeltern und Geschwistern gefüllten Tribüne des Menzenberger Stadions. Die Becher an der Trinkstation waren gefüllt, die Pünktchenaufkleber, die jede absolvierte Runde dokumentierte, in den Händen der Helfer – dem Start stand nichts mehr im Wege. „Auf die Plätze, fertig, los!“, schallte es durch die Lautsprecher, und die Kinder machten sich auf den Weg.

Eine Stunde lang Runden zählen

Wie lange 400 Meter werden können, bemerkten die meisten Jungen und Mädchen nach dem obligatorischen Sprint zum Start spätestens nach der Hälfte der Runde. Auf der langen Gerade aber, wo die Eltern ihre Sprösslinge anfeuerten, ging niemand mehr. Stolz winkten sie den Eltern zu gaben die aktuelle Rundenzahl durch. Nach einer Stunde war es dann geschafft. Ziemlich ausgelaugt ging es zu den Eltern, wo es zur Stärkung gleich ein Stück Kuchen gab. Den hatten sie sich – wie den Zirkus im wahrsten Sinne des Wortes – nach dieser Leistung aber auch redlich verdient.

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