Interplast Germany e.V.: Sektion Siebengebirge hilft in Tansania

Interplast Germany e.V. : Sektion Siebengebirge hilft in Tansania

Mediziner der Sektion Siebengebirge von Interplast Germany blicken auf bereits auf 100 Einsätze zurück. Seit 2004 wurden dabei mehr als 12000 Operationen durch die ehrenamtlichen Teams durchgeführt.

100 Einsätze in 15 Jahren: Auf diese beachtliche Hilfeleistung können jetzt die Mitglieder der Sektion Siebengebirge von Interplast Germany e.V. zurückblicken. Ein siebenköpfiges Medizinerteam ist nach Ostafrika aufgebrochen, um dort unentgeltlich zu operieren und den Menschen zu helfen. Mit dabei ist neben dem Bad Honnefer Ärzteehepaar Regina und Michael Schidelko die langjährige Chefärztin der Anästhesie des Cura-Krankenhauses Bad Honnef Maria Angsten. Zahlreiche Mitarbeiter des Bad Honnefer Krankenhauses haben in der Vergangenheit an Einsätzen in Puma teilgenommen, so auch der Leitende Arzt der Chirurgie, Ulrich Schmidtmann. Mehr als 12 000 Operationen aller Schwierigkeitsgrade wurden in 15 Jahren durchgeführt, vom einfachen Leistenbruch bis zur Handreplantation.

Anfangs ging es zur Klinik über Schotterpisten

Erstmals war ein Team aus der Region im Sommer 2004 in das damals neugebaute Krankenhaus in der Missionsstation Puma im Zentrum Tansanias zum zweiwöchigen Operationseinsatz aufgebrochen. Das Krankenhaus war damals für afrikanische Verhältnisse bereits gut ausgestattet. Um die Operationen und Anästhesien komplikationslos ausführen zu können, musste in den Folgejahren allerdings neue Instrumente und weitere Geräte nach Puma gebracht werden. Nachdem anfangs Transportmaschinen der Bundeswehr benutzt wurden, mussten später für den Transport der oft gespendeten Geräte und Materialien Container oder auch das Reisegepäck für den Transport herhalten.

OP-Spektrum wurde ständig erweitert

In den ersten Jahren kamen zunächst zwei Teams pro Jahr zum Einsatz, dann wurde das OP-Spektrum zunehmend erweitert. Damit stieg auch die Zahl der Interplast-Einsätze, so waren es 14 im Jahr 2018. Im Mittelpunkt stand immer die plastisch-rekonstruktive Chirurgie, beteiligt waren Orthopäden, Allgemeinchirurgen, Gynäkologen, aber auch Zahnärzte und Augenärzte. Letztere kamen durch eine Initiative der Christophel-Blindenmission zum Team. Mit dem Verein „Vision for Puma“ führen die Experten inzwischen jeweils zwei Einsätze pro Jahr selbst aus. Seit 2011 ist zudem häufig auch ein deutscher Arzt zum Freiwilligendienst vor Ort. Ebenso wichtig wie die Einsätze ist die Weiterbildung der lokalen Teams.

Ärzte arbeiten unentgeltlich

Nicht möglich wären die Einsätze ohne die zahlreichen Spender. Denn: Die Ärzte arbeiten unentgeltlich während ihres Urlaubs. Zugleich müssen die Reisen bezahlt werden. Interplast wird seit vielen Jahren von den Lions Clubs Siebengebirge, Pulheim, Leverkusen und Düsseldorf unterstützt. Der Puma-Kreis gibt regelmäßig größere Teile seiner Erlöse etwa aus dem Pfarrfest an Interplast weiter. Daneben gibt es Unterstützung durch die Kutscheid-Stiftung und viele private Spender. Besonders in Erinnerung ist die Herzlichkeit der Gastgeber, der „Mütter und Missionare vom Heiligen Kreuz“ in der 1976 von Schwester Maria Stieren gegründeten Missionsstation in Puma. Der Orden der Gastgeber ist auch Garant dafür, dass keine Gelder oder Materialien in dunklen Kanälen verschwinden. Ein eigenes Gästehaus steht auf dem Gelände den Teams ganzjährig zur Verfügung.

Lokale Teams werden fortgebildet

Die häufige Wiederkehr der Teams und der interne Austausch sorgen dafür, dass auch Patienten, die einer längeren Nachsorge oder weiterer Operationen bedürfen, mit gleicher Qualität behandelt werden. Die einheimischen Ärzte kennen viele der deutschen Kollegen seit Jahren. Über das Internet besteht mittlerweile die Möglichkeit, Ergebnisse von Operationen sowie Fachfragen in kürzester Zeit auszutauschen.

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