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Sankt Sebastianus-Schützenbruderschaft Bad Honnef: Schützen bekennen sich zu Tradition und sozialer Verantwortung

Sankt Sebastianus-Schützenbruderschaft Bad Honnef : Schützen bekennen sich zu Tradition und sozialer Verantwortung

Die Sankt Sebastianus-Schützenbruderschaft Bad Honnef beging ihren Patronatstag mit einer Messe und anschließender Festversammlung. Der Präsident Stephan Elster erinnerte an das hohe soziale Engagement der Schützen.

Um die Tradition ging es am Patronatstag der Sankt Sebastianus-Schützenbruderschaft. „Wir berufen uns auf das Gründungsjahr von 1325. Daher gehören wir einer der ältesten Bruderschaften in Deutschland an. Das verpflichtet“, sagte Präsident Stephan Elster in seiner Festrede im Seminaris. Er erinnerte daran, dass das Schützenwesen vor zwei Jahren in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. „Die Pflege von Traditionen und Bräuchen ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes und zur Verbindung zwischen den Generationen.“ Er bat alle Mitglieder, „unsere Bruderschaft auf vielen soziokulturellen und kirchlichen Veranstaltungen zu vertreten und für unsere Ziele einzustehen. Flagge zeigen und sich engagieren ist in unserer heutigen multi-medialen Welt eine Tugend, die es gilt, zu pflegen und zu bewahren“.

1300 Mitgliedsbruderschaften

Auch Klaus Zinke, der stellvertretende Diözesanbundesmeister im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, ging auf diese Tradition ein. Er hob angesichts der aktuellen Diskussion über die Gemeinnützigkeit von Schützenbruderschaften die hohe Sozialkompetenz der „historischen“ Schützen heraus. Diese bestätige sich im enormen Spendenaufkommen der knapp 1300 Mitgliedsbruderschaften. Allein 2016 hätten sie mehr als 2,48 Millionen Euro gespendet. „In den letzten fünf Jahren sind mehr als 12500000 Spenden-Euro zusammengekommen.“ Mehr als 820000 Arbeitsstunden für soziale Projekte mit nochmals über acht Millionen Euro Wertschöpfung wären zudem zu verzeichnen. Nahezu die Hälfte der Spenden würden in das soziale Umfeld gehen – an Kindergärten, Schulen, Jugend- und Senioreneinrichtungen oder Werkstätten für Menschen mit Handicap, jeweils 15 Prozent an kirchliche Projekte sowie an Organisationen wie Kinder in Not oder die Tafeln, 13 Prozent an Projekte im Ausland und acht Prozent an Hospizeinrichtungen.

"Stille Hilfe vor Ort"

Zinke: „Die oft unauffällige stille Hilfe vor Ort, bei der keine Unterschiede zwischen Religionszugehörigkeit oder Nationalität gemacht wird, ist typisch für die Schützen.“ Sebastianer, die sich seit vielen Jahren in den Dienst dieser Sache stellen, wurden an diesem Festtag geehrt. Bereits seit 70 Jahren ist Karl-Josef Jakobs Mitglied der Bruderschaft. Leider konnte er seine goldene Nadel mit der „70“ nicht entgegennehmen. Seine Auszeichnung wird nachgeholt. Aber Ehrenpräsident Rolf Menzel würdigte vor den Honnefer Schützen und den Vertretern der befreundeten Schützenvereinigungen das Wirken Jakobs, der die Geschicke der Bruderschaft maßgeblich mit gelenkt habe. Als langgedienter Festausschussvorsitzender habe er das 675-jährige Jubiläum intensiv mit vorbereitet und als Kommandeur den Zapfenstreich im Kurgarten angeführt. Die Goldene Vereinsnadel mit Juwelen konnte Stephan Elster gleich fünf Sebastianern übergeben, die seit 50 Jahren den Schützenrock tagen: Rolf Bendels, Rolf Kolfenbach, Rolf Menzel, Peter Raths und Heinz Römerscheidt.

Einladung zum Mitsingabend für das Königspaar

Vizebürgermeister Peter Profittlich überbrachte nicht nur die Grüße der Rhöndorfer Hubertus-Schützen, sondern auch die Glückwünsche der Stadt. Und für das Sebastianer-Königspaar, Daniel Behr und Kira Hurrelmann, gab es Ehrenkarten für den Mitsingabend im Rhöndorfer Schützenhaus am 27. Januar. Auch Bezirkspräses Herbert Breuer, Ulrich Berres als Bezirksbundesmeister und die Vertreter aller weiteren Schützengesellschaften aus dem Siebengebirge gratulierten. Begonnen hatte das Patronatsfest mit einer Messe mit Pfarrer Bruno Wachten in der Erlöserkirche. Dank galt der evangelischen Kirchengemeinde für die Bereitschaft, den Schützen ihr Gotteshaus zur Verfügung zu stellen.