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Geschäftsaufgabe nach 38 Jahren: Rhöndorf verliert seine einzige Postagentur

Geschäftsaufgabe nach 38 Jahren : Rhöndorf verliert seine einzige Postagentur

Es ist das Ende einer Institution: Nach 38 Jahren hat das Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft an der Rhöndorfer Straße 46 für immer seine Pforten geschlossen. Damit verliert Rhöndorf auch seine einzige Postagentur.

Die Schaufenster sind von innen mit langen Papierbahnen zugeklebt, darunter ist ein Schild zu lesen mit der Aufschrift „Wir danken den langjährigen Kunden für ihre Treue“. Beides zusammen markiert das endgültige Aus für eine Rhöndorfer Institution. Nach insgesamt 38 Jahren hat das Zeitungs-, Zeitschriften-, Büroartikel- und Tabakwarengeschäft mit Postagentur an der Rhöndorfer Straße 46 am Wochenende die Pforten geschlossen. „Es ist mir schwer gefallen, ich habe mein Bestes gegeben. Aber es war einfach der richtige Zeitpunkt“, so Inhaberin Margaret Brejza auf Anfrage des General-Anzeigers.

Immer wieder machen Hiobsbotschaften von Geschäftsaufgaben in Bad Honnef die Runde, so in der Innenstadt mit dem immer noch andauernden Leerstand von Kaiser's und dem Aus für den Drogeriemarkt an der Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße. Auch Rhöndorf ist mit dem Ende des Ladens von Brejza um eine schlechte Nachricht reicher. Einzig positive Kunde der jüngeren Vergangenheit: Seit 2011 schon gibt es im ehemaligen Edeka den Bio-Markt mit Bistro „Vier Jahreszeiten“.

Postagentur zog mehrfach um

Wie berichtet, hatte die vormalige Inhaberin des Zeitungs- und Zeitschriftenladens Rosita Ashworth 2014 nach einem Käufer für ihr Ladenlokal und zugleich einem Nachfolger für das Geschäft gesucht. Fündig wurde sie in Brejza, ein nahtloser Übergang war gesichert. Jetzt allerdings verliert Rhöndorf zum dritten Mal in kurzer Folge nicht nur ein Geschäft und eine Kontaktbörse, sondern eben auch die Postagentur.

Ursprünglich war diese im Geschäft von Edelgard Breutigam angesiedelt, die in direkter Nachbarschaft von Ashworth und nach ihr Brejza über viele Jahre ihr kleines Büroartikelgeschäft betrieb. Als Breutigam 2014 in den Ruhestand wechselte, füllte zunächst Valeria Girodi die Lücke, indem sie in ihrem neu eröffneten „Vallis Lädchen“ neben Artikeln des täglichen Bedarfs auch Post-Dienstleistungen anbot. Nach dem Aus von „Vallis Lädchen“ 2016 kam ein neuerlicher Zwangsumzug für die Post. Brejza übernahm sodann auch die Aufgaben der Postagentur.

Das Aus des Ladens jetzt ist für Rhöndorf damit in gleich mehrfacher Hinsicht ein Verlust, findet auch Alfred Höhler, Vorsitzender des Bürger- und Ortsvereines Rhöndorf: „Das ist schon sehr schade.“ Kommende Woche steht das Thema auf der Vorstands-Agenda, vor allem der Wegfall der Postagentur bereite Sorge, so Höhler. Jedoch: Der Einfluss des Vereins sei da naturgemäß mehr als begrenzt. Die Post hätte dem Vernehmen nach wohl gerne einen neuen Standort, „aber zaubern kann man da halt nicht“.

Belastung war zu hoch

„Die Arbeit hat mir sehr viel Freude gemacht, aber zugleich wurde es immer schwieriger“, so Brejza zum GA. Zwar habe die ältere Stammkundschaft dem Geschäft die Treue gehalten, „und für die tut es mir besonders leid“. Jüngere Kundschaft neu hinzuzugewinnen, sei aber ein schwieriges Unterfangen: „Und wenn, dann kommen sie nur mit Post-Retouren.“ Dies verbunden mit dem hohen Bürokratieaufwand, den finanziellen Belastungen aus dem Kauf und der Tatsache, dass sie jetzt selbst einen Käufer für eine geänderte Nutzung gefunden habe, hätten den Ausschlag gegeben. Brejza: „Unser ganzes Leben drehte sich nur noch um den Laden. Ich habe das auch unterschätzt. Ich habe das offen kommuniziert, und die Kunden haben da auch Verständnis.“