Martini Markt 2016 in Bad Honnef: Rettungswege müssen frei bleiben

Martini Markt 2016 in Bad Honnef : Rettungswege müssen frei bleiben

Parken in Bad Honnef: Das ist schon an „normalen“ Tagen kein einfaches Unterfangen. Bei Veranstaltungen spitzt sich die Lage regelmäßig zu. Beim Martini-Markt 2015 erlebte das Parkchaos den vorläufigen Höhepunkt.

„Das Deutsche Rote Kreuz musste sich eine Stunde komplett abmelden, weil alles so zugeparkt war, dass kein Fahrzeug mehr um die Kurve kam“, berichtete Richard Thomas als eine seine letzten Amtshandlungen als Geschäftsbereichsleiter Bürgerdienste vor dem Ruhestand. Nach dem Martini-Markt ist vor dem Martini-Markt: Mit einem Bündel an Maßnahmen will man dem Problem begegnen, damit sich ähnliches nicht wiederholt.

Thomas: „Die meisten Besucher kommen mit dem Auto – vor allem die aus der Nähe.“ Ein Fakt, der trotz aller Appelle kaum zu ändern sei – ebenso wenig wie die Tatsache, dass manche Fahrer jede Regel missachten, wenn es darum geht, ein paar Minuten Fußwegs wie vom Großraumparkplatz Endhaltestelle aus in die City zu vermeiden.

Jürgen Kutter, der das Hauptzugpferd unter den Bad Honnefer Veranstaltungen seit Jahren für die Innenstadtgemeinschaft Centrum organisiert: „Es ist schon erstaunlich. Wir waren alle in der Fahrschule, kennen die Regeln.“ Zuwiderhandlungen, die eine eklatante Gefährdung der Sicherheit darstellten, gelte es in jedem Fall zu vermeiden. Kutter zu Gesprächen im Rathaus: „Wir arbeiten daran, Hand in Hand.“

Trotzdem gehen die Meinungen darüber, wie Abhilfe geschaffen werden kann, zumindest in Einzelfragen auseinander. Beispiel Kontrollen und rigoroses Abschleppen bei Verstößen wie 2015 an der „Rettungsmeile“ Quellenstraße: Das Aussprechen von Ordnungswidrigkeiten und nötigenfalls gar die Beauftragung eines Abschleppdienstes seien hoheitliche Aufgaben, so Centrums-Chef Georg Zumsande: „Als Veranstalter dürfen wir das nicht, das ist Sache des Ordnungsamtes oder der Polizei.“

Problem andererseits, so auch Gerrit Schöne-Warnefeld vom Ordnungsamt: Die Mitarbeiter seien ohnehin vor Ort – für mehr reichten die Kapazitäten nicht aus. Angedacht worden sei darum der Einsatz eines zusätzlichen Sicherheitsdienstes auf Kosten der Veranstalter. Zumsande: „Wir stellen uns dieser Frage, vor allem, wenn es um die Sicherheit geht.“ Zugleich könne man nicht alles – verbunden mit Mehrkosten – auf die Veranstalter abwälzen, die ja das Mega-Event inklusive Imagewerbung alleine schulterten. Zumsande: „Da ist auch die Stadt gefragt, schon aus rechtlichen Gründen.“

Also: Die Autos dürften gar nicht erst in der City „landen“. Zumsande: „Wir werden dafür sorgen, dass in der Peripherie geparkt wird.“ Verstärkte Werbung inklusive Appellen, auf Bus und Bahn auszuweichen, ein Parkleitsystem und der Hinweis „Keine Parkplätze in der Innenstadt“ sollen die Ankommenden „an die Hand nehmen“, so Kutter. Was zusätzliche Parkplätze angeht, sei man dankenswerterweise mit den Eignern des Hit-Marktes im Gespräch. Wie berichtet, hatte Mit-Inhaber Jörg Pütz Unterstützung schon signalisiert.

An Engpässen wie an der Luisenstraße sollen Baken aufgestellt werden, wenn die Parkplätze voll sind – und so auch Rückstaus vermieden werden. Ferner sollen Abschleppwagen vorgehalten werden. Eine Bereitschaft der Feuerwehr in der Wache Selhofer Straße auf Kosten der Veranstalter sei für die Spitzentagen ebenfalls angedacht – schon, damit im Notfall die Ausrückzeiten der Wehr gesichert seien.

Besonders wichtig auch, so Kutter: ein Shuttle. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung werde gegenwärtig eine Lösung erarbeitet, damit die Besucher vom Parkplatz bequem in die City und zurück gelangen. Schließlich, so Thomas: „Der Martini-Markt ist eine Veranstaltung mit überregionaler Bedeutung, hoher Strahlkraft und wirtschaftlicher Bedeutung für die gesamte Stadt.“ Die Veranstaltung selbst und mit ihr ein möglichst reibungsloser Ablauf seien von immenser Bedeutung.