Sankt Johann Baptist: Restaurierte Pfarrkirche in Bad Honnef eingeweiht

Sankt Johann Baptist : Restaurierte Pfarrkirche in Bad Honnef eingeweiht

Nach Restaurierung der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist in Bad Honnef wurde auch die Breil-Orgel gründlich überarbeitet. Nach der Segnung der "Königin der Instrumente" steht bereits ein erstes Konzert an.

Eine restaurierte Pfarrkirche und eine sanierte Orgel – ein herrlicher Gleichklang. Bei der Maiandacht in Sankt Johann Baptist wurde zugleich die Königin der Instrumente offiziell wieder in Betrieb genommen. Pfarrer Michael Ottersbach sparte nicht mit Weihrauch und Weihwasser, als er allen drei Exemplaren in der Pfarrkirche, darunter die mehr als 50 Jahre alte Breil-Orgel, den Segen spendete. „Segne unsere Orgel – wie die vielen Pfeifen sich im Einklang vereinen, sollen auch die Glieder der Gemeinde geschwisterlich zusammenwirken“, sagte der Seelsorger.

Er erinnerte auch an Josef, den Arbeiter, der über die lange in der Kirche lagernden Orgelpfeifen die Hand gehalten habe. Freilich dachten Eingeweihte gleich auch an die Gründergeneration der Orgelbaufirma Weimbs aus Hellenthal in der Eifel. Vater und Sohn trugen ebenfalls den Namen Josef – der Ältere und der Jüngere. Das Unternehmen hatte im November vergangenen Jahres mit den Arbeiten an dem Bad Honnefer Instrument begonnen.

Sachverständiger des Erzbistums hat beraten

Am Anfang stand die gründliche Reinigung der Pfeifen und der Orgelgehäuse. In enger Abstimmung mit dem Orgelsachverständigen der Erzdiözese Köln wurde die gesamte elektrische Anlage erneuert und gleichzeitig eine Setzeranlage eingebaut. So kann nun der Organist verschiedene Klangmischungen programmieren.

Damit wird es leichter, ein Orgelkonzert durchzuführen oder auch die Liturgie musikalisch zu gestalten. Als letzter Schritt stand die Neuintonierung direkt in der Kirche an, um den Klang besonders gut an die Raumsituation abzustimmen – mit viel Zeit, Ruhe und einem guten Gehör befasste sich der Orgelbauer dabei mit jedem einzelnen Orgelpfeifen-Ton.

Das Endergebnis kann sich nun wirklich hören lassen. Die Orgel hat an Klang gewonnen, er ist wesentlich strahlender geworden. Und bei der Passage „… wie die Nachtigall singt …“ im Lied „Maria Maienkönigin“ ließ Kantor Norbert Precker Vogelgezwitscher erklingen. Auch das ist dank der Elektronik möglich.

Werke von Bach, Peeters und Messiaen

Werke von Bach, Peeters und Messiaen spielte Precker zur Einweihung des Instruments in Vollendung. Er begleitete einfühlsam den Kirchenchor von Sankt Johann Baptist unter Leitung von Andreas Altenrath, der eine Meisterleistung ablieferte. Solistin Renate Saraj bewirkte beim „Tota pulchra es Maria“ von Anton Bruckner bei den Zuhörern Gänsehautmomente. Der Gesang, die Musik, die renovierte Kirche, der das Verlagern des Heiligen Grabes an exponierte Stelle an der Südseite des Gotteshauses noch zusätzliche Akzente verliehen hat, machten diese Maiandacht zu etwas Kostbarem.

Für eine Weile ließ sich auch der neue Bonner Stadtdechant von der Atmosphäre fesseln – Wolfgang Picken betrat während der Andacht plötzlich die Kirche Sankt Johann Baptist, kniete in der letzten Bank und sagte später beim Hinausgehen: „Ich wusste nicht, dass heute Orgeleinweihung ist. Vor zwei Jahren war ich mal hier – die Kirche ist heller geworden, sehr schön.“

Konzert mit Bernhard Haas

Nach dem „Ave Maris Stella“ von Flor Peeters applaudierten die Besucher der Andacht Norbert Precker – und der Orgel. Auch Pfarrer Bruno Wachten, unter dessen Leitung die Renovierung und Restaurierung der Kirche lief und der im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde, war zur Segnung gekommen.

Ein musikalischer Genuss erwartet auch die Besucher des Konzerts auf der sanierten Breil-Orgel, das Bernhard Haas aus München zum Abschluss der Einweihungs-Feierlichkeiten an diesem Sonntag, 5. Mai, ab 17 Uhr in Sankt Johann Baptist gibt. Er ist Professor für Orgel und Orgelimprovisation an der Hochschule für Musik und Theater in München, Preisträger mehrerer Orgelwettbewerbe, unter anderem des Bach-Wettbewerbs in Wiesbaden und des Liszt-Wettbewerbs in Budapest. Konzerte und Rundfunkaufnahmen führten ihn nach Japan und in die USA. Der Eintritt ist frei; zur Deckung der Kosten wird um eine Spende gebeten.

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