1000 Festivalbesucher: Premiere von Bad Honnef tanzt

1000 Festivalbesucher : Premiere von Bad Honnef tanzt

Bei „Bad Honnef tanzt“ ist diesmal alles anders: Nicht Bühnen-Choreografien, sondern zehn Kurzfilme über Kunst- und Tanzproduktionen erleben die gut 1000 Festivalbesucher im "Dragons-Dome".

Bad Honnef tanzt – und mehr als tausend Honnefer wollten dabei sein bei „Bad Honnywood“. Vor der Menzenberger Sporthalle war der rote Teppich ausgerollt, der „Dragons-Dome“ verwandelte sich für einen Abend in ein Kino, vor dem sich eine lange Schlange bildete. Bad Honnefs Tanzfestival feierte eine Filmpremiere. Gezeigt wurden zehn Tanz-Kunst-Kurzfilme.

500 Schüler zwischen sechs und 18 Jahren hatten unter Anleitung von 19 Künstlern aus ganz Deutschland die Streifen gedreht. Zur Erstaufführung unter dem Thema „Lebensfreude“ fluteten die Besucher die Sporthalle geradezu.

Initiatorin Anna-Lu Masch sagte staunend: „Ich habe in den letzten Tagen gehofft, dass die Kinder auch alle kommen. Und nun ist das solch eine Kulisse!“ Um auch die draußen wartenden Eltern einlassen zu können, wurden schnell Zusatztribünen aufgebaut, die sonst nur bei den Dragons-Basketballspielen erforderlich sind. Der Beginn der Aufführung verzögerte sich deshalb um eine halbe Stunde.

Eltern stehen Schlange, um ihre Kinder im Film zu sehen

Auch Enzo und Maria Gambino schafften es so noch, ihren Sohn Salvatore auf der Leinwand zu sehen. „Wir haben eine knappe halbe Stunde angestanden, jetzt sind wir gespannt auf den Film.“ Der elfjährige Salvatore aus der Schule Sankt Josef hatte nämlich nichts verraten.

Aber auch Projektteilnehmer wussten noch nicht genau, was sie erwartet. „Ich habe das Video vom Tanz mit gedreht. Aber den Film habe ich noch nicht gesehen“, meinte zum Beispiel Helene (11) aus der 5c vom Hagerhof.

Bereits vor dem Startschuss hieß es Meet and Greet auf dem roten Teppich. Besucher konnten sich schminken lassen und wie echte Filmstars für Fotografen posieren. Namen-Buttons waren zu haben. Die Mädchen und Jungen der Boys und Girls Kompanie, einheitlich in weißem Hemd mit schwarzer Fliege und Zylinder, boten an Ständen Popcorn und Zuckerwatte an.

Drehtage in den Schulen und im Arp Museum

Aber dann war es endlich soweit. Anna-Lu Masch begrüßte auch Bürgermeister Otto Neuhoff, der während der Projekttage von Schülern der Konrad-Adenauer-Schule (Kasch) befragt worden war; dieses Interview war im Backstagefilm zu sehen.

Überhaupt: Diesmal war „Bad Honnef tanzt“ ganz anders. Weitere Kunstformen wurden einbezogen. Erstmals wurden Projektwochen an Schulen in Bad Honnef und Königswinter sowie während der Ferien im Arp Museum durchgeführt.

Dabei entstanden zwischen September 2018 und Februar 2019 zehn spannende Kurzfilme, bei denen den Schülern Einblicke in die Bereiche Tanz, Choreografie, Bildende Kunst, Bühnenbild, Kostüme und plastisches Gestalten, Musik, Instrumente und Komposition, Medienkunst sowie Video- und Filmproduktion ermöglicht wurden.

Die Schüler durften sich ein Fachgebiet aussuchen und sich den jeweiligen Künstlern anschließen, die allesamt über ein hohes Maß an künstlerischer Expertise verfügen, aber auch pädagogische Erfahrungen vorweisen konnten. Bis zum Ende der Projektwoche arbeiteten die Gruppen dann mit einer jeweils vierköpfigen Künstlergruppe gemeinsam an dem Kunstfilm ihrer Schule.

Immer dabei: Der kleine Sohn von Anna-Lu Masch

Nun also als Krönung die Filmpremiere. Anna-Lu Masch: „Das hat den Schülern und den Künstlern vor allem eines gebracht: Lebensfreude!“ Riesenbeifall gab es auch für den kleinen Peter. Das vierte Kind von Anna-Lu Masch ist drei Monate alt. „Drei Monate dieses Projektes hat Peter im Bauch und drei Monate am Bauch miterlebt“, scherzte Masch, die ihr Söhnchen immer im Tragetuch dabei hatte.

Das Publikum hatte Spaß an den Kurzfilmen, applaudierte nach jedem Streifen begeistert. Diese trugen Titel wie „Schön hier?“ oder „Traum-Raum“, und sie waren gemacht von Schülern des Schlosses Hagerhof, der Kasch, der Drachenfelsschule Niederdollendorf, der Grundschule Sankt Martinus Selhof, der Gesamtschule Oberpleis, der Gesamt- und Realschule Sankt Josef, der Löwenburgschule aus den Standorten Rhöndorf und Rommersdorf, der Theodor-Weinz-Schule Aegidienberg sowie von den elf Jugendlichen des Ferienprojekts im Arp Museum.

Und wie im echten Schauspielerleben: Alle durften anschließend auf den roten Teppich. Das machte Laune.