Ausstellung im Rathaus Bad Honnef: Pop-Art-Bilder mit Witz und Tiefgang

Ausstellung im Rathaus Bad Honnef : Pop-Art-Bilder mit Witz und Tiefgang

Multitalent Malte Sonnenfeld zeigt im Bad Honnefer Rathaus eine Auswahl seiner Werke.

Er verkörpert so vieles – Moderator, Schauspieler, Autor, Sprecher. So ist Michael Koslar aktuell die Stimme der Fernsehsendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“. Als Malte Sonnenfeld zeigt das Multitalent eine etwas andere Seite von sich. Koslar mal-te, und weil er die sonnendurchfluteten Felder von van Gogh mag, war das Pseudonym als Maler schnell gefunden.

Mit diesem Namen wollte er sich quasi eine zweite Identität schaffen. „Ich bin seit 25 Jahren im Kölner Medienbetrieb tätig. Als ich mich dann vor ein paar Jahren entschloss, mit meinen Bildern, meinem Neo-Pop-Art-Stil, in die Öffentlichkeit zu gehen, wollte ich nicht, dass es am Ende heißen könnte: jetzt malt der auch noch.“

Im Honnefer Rathausfoyer zeigt der Künstler jetzt eine Auswahl seiner Werke. Bei der Eröffnung spielte Johann Christian Evers Cello. So hatten die Besucher die Gelegenheit, bei schöner Begleitmusik sich Gedanken über die bunten, oft witzigen, aber durchaus auch tiefsinnigen Bilder zu machen. Warum Pop Art? „Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Comic-Fan und -Sammler. So entwickelte sich das wohl“, erzählte Malte Sonnenfeld.

Einer verwechselte seinen Beethoven mal mit Thomas Gottschalk

„Der junge Ludwig liebte es, wenn die Musik in voller Lautstärke aus seinem Kopfhörer dröhnte“, steht da unter einem unschwer als Beethoven zu identifizierendem jungen Mann mit Wuschelhaar und Kopfhörern. Der diskrete Hinweis auf die spätere Schwerhörigkeit des Komponisten, unter der er auch ohne die Dauerbeschallung der modernen Zeit litt. Dass ein Besucher die Figur mal als Gottschalk verkannte – Malte Sonnenfeld schmunzelt darüber.

Er schöpft aus einem Konglomerat von Fachwissen aus den Bereichen Kunst, Politik, Religion, Literatur, Film, Sport und Musik, mit dem er seine Bilder würzt. Oder: Eine etwas verkniffen lachende Sonnenblume auf einem Feld hat an der Seite den Text: „Es hieß, seit Vincent wären Sonnenblumen ein Must-Have.“ Und: Wie war eigentlich die Schöpferin der Romanfigur Heidi, die Schriftstellerin Johanna Spyri? Malte Sonnenfeld titelt: „Johanna war nicht ganz so umgänglich, wie man es auf den ersten Blick erwartet hätte!“ Auf dem Bild ist das kleine Mädchen Heidi zu sehen, ein Arm ragt auf die Leinwand, in dessen Hand sich ein Porträt spiegelt.

In einem anderen Werk wird das Problem des Meeresmülls thematisiert – ein Taucher laviert sich durch ein Meer von Plastiktüten, von der eine mit dem Schriftzug „Besser leben“ und eine andere mit „Glückssache“ heraussticht. Der Titel: „Omnium Plasticum“. Die Aussagen regen den Betrachter zum Nachdenken an. Manchmal sind Malte Sonnenfeld vor allem die schönen Farben wichtig.

Die Ausstellung im Rathausfoyer ist während der Öffnungszeiten bis zum 31. Mai zu sehen.

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