Aktuelle Polizeibilanz: Polizei verzeichnet weniger Gewalttaten in Bad Honnef

Aktuelle Polizeibilanz : Polizei verzeichnet weniger Gewalttaten in Bad Honnef

In Bad Honnef stellte Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa die aktuellen Zahlen der Polizeibilanz für die Stadt vor. Während die Gewalttaten zurückgehen, gab es in anderen Bereichen einen Anstieg.

„Gemischte Nachrichten“ hatte Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa nach eigener Aussage im Gepäck. Beim Jahresgespräch mit der Bad Honnefer Verwaltung stellte die Chefin der Bonner Polizei gemeinsam mit Polizeioberrätin Anja Gans und Gerd Peter, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Wache Ramersdorf, die aktuellen Zahlen für die Stadt vor. Tenor: Während die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik erneut rückläufig sind, gibt es bei den Kriminalitätszahlen einen leichten Anstieg.

Sicherheitsgefühl der Bürger ist entscheidend

„Die Bilanz fällt dieses Mal nicht ganz so triumphal wie noch 2018 aus“, meinte Brohl-Sowa. Im vergangenen Jahr waren die Zahlen zum dritten Mal in Folge gesunken und zwar um knapp 21 Prozent – bezogen auf alle Sparten von Wohnungs- und Geschäftseinbrüchen über Diebstähle, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen bis hin zu Verkehrsunfällen.

Im aktuellen Vergleichszeitraum von Januar bis Juni trüben insbesondere die Zunahme an Sachbeschädigungen durch Graffiti sowie Fahrraddiebstähle um rund 17 Prozent den positiven Trend ein. Aber: „Die Zahlen der Gewalt- und der Raubdelikte sind erneut deutlich gesunken“, sagte Brohl-Sowa. Und eben diese Parameter seien entscheidend für das Sicherheitsgefühl der Bürger.

Die Bad Honnefer Zahlen machten 3,7 Prozent der Gesamtkriminalitätsrate im Zuständigkeitsbereich des Bonner Polizeipräsidiums aus. „Insgesamt lebt es sich in Bad Honnef schön und vor allem sicher“, sagte Gans. Und Bürgermeister Otto Neuhoff ergänzte: „Bad Honnef ist alles andere als die Bronx.“

Graffiti sei in Bad Honnef bereits vor einigen Jahren ein großes Thema gewesen, wusste Brohl-Sowa. „In der Regel handelt es sich dabei um örtliche Täter, die die Farbschmierereien als eine Art Initiationsritus betreiben, und nur schwer auf frischer Tat zu erwischen sind.“ Die Kommunen seien unterschiedlich stark von der Problematik betroffen. „Farbschmierereien sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein Ärgernis“, stellte Brohl-Sowa klar. „Und für die Betroffenen zumeist sehr teuer.“ Sie fordere jeden, der etwas beobachte, nachdrücklich auf, sich unter der 110 bei der Polizei zu melden. Das gelte im Übrigen auch bei Fahrraddiebstählen: Ihre Zahl stieg von 36 auf 59 im Jahr 2019.

Erfreuliche Nachrichten hatte Polizeioberrätin Gans in punkto Entwicklung der Gewaltkriminalität und Raubdelikte zu verkünden: Ihre Zahl ging um insgesamt 60 Prozent zurück. Ein ähnliches Bild auch bei den Wohnungseinbrüchen, deren Zahl sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 mit 41 – versuchten und vollendeten – Fällen halbiert hat.

Einen Anstieg hingegen gibt es bei den Betrugsdelikten, darunter die sogenannten Enkeltricks und Anrufe falscher Polizeibeamter. „Diese Maschen treten zumeist in Wellen auf“, sagte Gans, „da die Täter dann Telefonbücher seitenweise abtelefonieren“. Erfolg hätten sie aber zumeist nur in Einzelfällen. Das sei auch ein Erfolg des Netzwerks Opferschutz, betonte Brohl-Sowa. Darin seien gezielt ehrenamtliche Seniorenberater geschult worden, die vor Ort insbesondere ältere Menschen über die Tricks und Kniffe der Betrüger aufklärten. Ihr Besuch in Bad Honnef soll wiederholt werden.

„Im Prinzip eine positive Entwicklung“, machte Gerd Peter mit Blick auf die Verkehrsunfälle aus: Ihre Zahl ging von 150 im Vergleichszeitraum 2018 auf 102 deutlich zurück. Allerdings gebe es in diesem Jahr einen Verkehrstoten zu beklagen. Während im vergangenen Jahr sechs Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, kam 2019 noch kein Kind zu schaden. Leicht angestiegen von vier auf sieben ist hingegen die Zahl der bei Unfällen verletzten Senioren. Auf der Positivseite vermerkte Peter zudem, dass es in Bad Honnef keine Unfallhäufungsstellen gebe. „Auch Unfälle mit Pedelecs oder E-Scootern haben wir nicht verzeichnet.“ Diese Entwicklung wolle man jedoch genau im Auge behalten.

Bürgermeister Neuhoff dankte insbesondere für die enge und gute Kooperation zwischen Behörden und Ordnungsamt: „Wir arbeiten hervorragend zusammen.“