Keinen Pudding bekommen: Patient schlägt Pflegerin in Hohenhonnef nieder

Keinen Pudding bekommen : Patient schlägt Pflegerin in Hohenhonnef nieder

Weil er keinen Pudding bekommen hat, soll ein 23-Jähriger auf eine Pflegerin im Haus Hohenhonnef losgegangen sein. Es war nicht der einzige Übergriff auf Mitbewohner und das Personal. Nun muss das Bonner Landgericht eine Entscheidung treffen.

Seit Kindertagen ist der gebürtige Kölner psychisch auffällig: Seine Eltern waren mit dem Jungen überfordert, in der Schule konnte er keinen konzentrierten Gedanken fassen. So begann für den heute 23-Jährigen bereits früh eine Odyssee durch Kinderheime, Kliniken und psychiatrische Einrichtungen. In den vergangenen Jahren lebte er in Hohenhonnef, einer Einrichtung für betreutes Wohnen, wo er einigermaßen integriert war.

Fünf Körperverletzungen

Seit November 2018 jedoch benahm er sich immer seltsamer, bis er für seine Mitmenschen zur Gefahr wurde. Am 28. März diesen Jahres ging er in der Bonner LVR-Klinik mit beiden Fäusten auf eine Pflegerin los. Der Auslöser: Er war sauer, weil er nach dem Mittagessen keinen Pudding bekommen hatte. Die 30-jährige Angestellte konnte nur mit Mühe von Mitarbeitern und Ärzten vor dem Zorn des rasenden Patienten gerettet werden. Nach dem Vorfall hat die Bonner Staatsanwaltschaft die Unterbringung des 23-Jährigen in einer Psychiatrischen Klinik beantragt. Er sei für seine Mitmenschen zu gefährlich geworden. Insgesamt wirft die Behörde dem Mann fünf Körperverletzungen vor, darunter zwei gefährliche, die er wegen seiner psychiatrischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben soll. Entsprechend ist er für die Körperverletzungen nicht zu bestrafen. Laut Antragsschrift war der 23-Jährige das erste Mal vor einem Jahr aufgefallen, als er einer schlafenden Mitbewohnerin so stark in die Füße gebissen hat, dass sie vor Schmerzen schrie.

23-Jähriger versuchte, Pfleger zu beißen

Herbeieilende Mitarbeiter gingen dazwischen, aber der Angeklagte war kaum zu beruhigen gewesen: Nachdem er auch versucht haben soll, die Pfleger zu beißen und Kopfnüsse zu verteilen, musste die Polizei zur Hilfe gerufen werden. Anschließend wurde der junge Mann in die LVR-Klinik gebracht. Der nächste Angriff soll sich drei Monate später nach seiner Rückkehr in die Honnefer Einrichtung ereignet haben. Im Februar 2019 soll er fünf Mal im Zimmer einer Bewohnerin erschienen sein und sich „in Möbel verbissen“ haben. Beim sechsten Besuch hatte er eine Nagelschere dabei, mit der er ein Bein der Bewohnerin verletzen wollte. Auch hier ging ein Pfleger dazwischen, der daraufhin ebenfalls angegriffen und mit der Schere am Kopf verletzt wurde. Darauf kam der 23-Jährige erneut in die LVR-Klinik, bis es zu dem Angriff wegen des Puddings kam. Seitdem ist der 23-Jährige vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Ob er in eine Psychiatrischen Klinik muss, entscheidet demnächst die 7. Große Strafkammer des Bonner Landgerichts.

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