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Bauarbeiten in Bad Honnef: Parkplätze fallen nach Ausbau der Linzer Straße weg

Bauarbeiten in Bad Honnef : Parkplätze fallen nach Ausbau der Linzer Straße weg

Die Stadt hat die Pläne für den dritten Ausbauabschnitt der Linzer Straße vorgestellt. Die Anlieger müssen sich an den Kosten beteiligen. Für Kritik sorgt bei den Bürgern der Wegfall der Parkplätze.

Ab Oktober soll die Linzer Straße zwischen Floßweg und Menzenberger Straße ausgebaut werden – für rund 1,3 Millionen Euro. Die Planungen liegen vor, ebenso der Förderbescheid des Landes. Am Donnerstagabend informierte die Stadtverwaltung die Anwohner, und im Juni soll die Politik endgültig entscheiden. Wie auch in den beiden bereits umgesetzten Bauabschnitten sollen zunächst die Kanäle erneuert (rund sechs Monate Bauzeit) und anschließend die Straße ausgebaut werden (rund acht Monate).

Die Anlieger müssen sich mit Beiträgen von 15 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche am Straßenausbau beteiligen. Für die stadteinwärts fahrenden Autofahrer würde die Verwaltung während der Bauphase gerne eine Umleitung über den Feilweg und die Kucksteinstraße einrichten – dafür müsste allerdings die Ampelschaltung an der Kreuzung Linzer Straße/Menzenberger Straße geändert werden.

Zunächst stellte Martin Leischner vom Abwasserwerk der Stadt die Pläne für die Kanalsanierung vor. Wie berichtet, müssen die Kanäle aus den Jahren 1955/68 saniert und durch etwas größere Rohre ersetzt werden. Leischner warnte aber auch: „Einen '100-jährigen Regen' können auch diese Rohre nicht aufnehmen.“

Situation für Radfahrer soll entzehrt werden

Die Arbeiten erfolgten in kurzen Bauabschnitten, an denen der Verkehr einseitig vorbeigeleitet werden soll. Die Hausanschlüsse erfolgen mit Fortschritt der Arbeiten. Die Sanierung ist für die Anwohner kostenfrei, soweit keine alten Fäkalgruben oder Sickerschächte existieren oder Revisionsschächte neu angelegt werden müssen. Sprich: Für die Anwohner fallen nur dann Kosten an, wenn auf ihrem Grundstück Arbeiten anfallen.

„Sollte dem so sein, wenden Sie sich an uns“, so Leischner. Denn man habe da viel Erfahrung und könne diese gerne weitergeben. Zudem sicherte er zu, dass man bei „Besonderheiten“ mit den Eigentümern Lösungen herbeiführen werde.

Jutta Schmidt, Leiterin des Fachdienstes Tiefbau, stellte anschließend die Planungen für den Ausbau der Straße vor. Ziel des Ausbaus sei es unter anderem, die mehr als schwierige Situation der Radfahrer auf der Linzer Straße zu entzerren. Direkt nach dem Kreisel auf Höhe der Straße Am Weiher soll eine Querungshilfe gebaut werden, die auch zu schnell fahrende Autofahrer vor dem Kreisel bremsen soll. Auf der Rheinseite entsteht wie in den vorangegangenen Abschnitten ein Rad- und Fußgängerweg – bei dem die Fahrradfahrer allerdings die „geduldeten“ und damit untergeordneten Verkehrsteilnehmer sind.

Dafür fallen dort aber alle bisher vorhandenen oder geduldeten Parkplätze weg. Auf der Bergseite wird es hingegen Parkbuchten sowie einen Fußgängerweg geben. Die Bushaltestellen in diesem Bereich verschieben sich in zwei Fällen leicht. Sie werden alle barrierefrei ausgebaut – dafür gibt es eine gesonderte Förderung, die 90 Prozent der Kosten abdeckt.

Vollsperrung kommt nicht infrage

Für die Bauarbeiten kommt eine Vollsperrung der rund 480 Meter langen Strecke nicht infrage. Derzeit sind zwei Varianten in der Überlegung: Eine Teilung der Baustelle in vier Abschnitte und eine einspurige Verkehrsführung an der Baustelle vorbei mit Hilfe von Ampeln sowie eine großräumigere Umleitung. Dabei würde der Verkehr in Richtung Innenstadt über den Feilweg, die Kucksteinstraße und die Menzenberger Straße geführt. „Dafür müsste aber die jetzt schon problematische Ampelschaltung an der Kreuzung geändert werden.“ Die Ampelanlage, so Schmidt weiter, falle in den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Straßenbau. Man sei aber in Verhandlungen. Sollte eine Einigung erzielt werden, würde die Kucksteinstraße für diese Zeit Einbahnstraße.

Da es sich bei der Linzer Straße um eine Hauptverkehrsstraße handelt, müssen sich die Anwohner nach dem Kommunalabgabengesetz zu 35 Prozent am Straßenausbau beteiligen, zu 60 Prozent an Gehwegen und Beleuchtung sowie zu 75 Prozent an den Parkplätzen. In einer Kostenschätzung hat die Verwaltung 15 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche als Beitrag berechnet. Bei Häusern mit mehr als zwei Geschossen wird mit einem Satz von 1,25 Quadratmetern gerechnet. Mitte kommenden Jahres müssen die Anlieger mit Post von der Stadtverwaltung rechnen, in denen 80 Prozent der errechneten Summe verlangt werden. Die Endabrechnung erfolgt dann nach Abschluss der Maßnahme, wenn die genauen Kosten vorliegen.

Bürger sehen Parkplatzsituation kritisch

Besonders kritisch sahen die Bürger die Parkplatzsituation. Zum einen irritierte sie, dass sie diese zu einem Großteil bezahlen müssen, zum anderen aber keinerlei Rechte über deren Nutzungsart haben. Der Parkdruck sei an dieser Stelle – auch durch die FH-Studenten – bereits sehr groß, in Nebenstraßen sei teilweise Anwohnerparken geplant. „Wo sollen wir denn dann noch parken?“, fragte eine Anwohnerin.

Man sei sich bewusst, dass es sich dabei um ein „sensibles Thema“ handle, so Schmidt. Andererseits könne man nur mit dem Raum arbeiten, der zur Verfügung stehe. Und wenn man die gefährliche Situation für Radfahrer auf der Straße entschärfen wolle, müssten die derzeitigen Parkplätze weichen.