Kandidatur in Bad Honnef: Otto Neuhoff tritt 2020 wieder als Bürgermeister an

Kandidatur in Bad Honnef : Otto Neuhoff tritt 2020 wieder als Bürgermeister an

Otto Neuhoff möchte Bürgermeister in Bad Honnef bleiben. Der 60-Jährige bewirbt sich 2020 erneut um die Wählergunst: Das hat Neuhoff auf Anfrage des General-Anzeigers am Freitag bestätigt. Der Bad Honnefer CDU-Vorstand unterstützt ihn.

Das Rennen um die Bürgermeisterwahl ist eröffnet: Amtsinhaber Otto Neuhoff tritt im Herbst 2020 wieder an. Das bestätigte Neuhoff auf GA-Anfrage (siehe Interview). Namhafte Unterstützung erhält der parteilose Bürgermeister, der 2014 unterstützt von Grünen, FDP, FWG und Bürgerblock erstmals ins Rennen gegangen war, dabei von neuer Seite: Der Vorstand der CDU schlägt den Mitgliedern vor, Neuhoffs Kandidatur zu unterstützen – und damit auf einen Kandidaten aus den eigenen Reihen zu verzichten. CDU-Chef Michael Lingenthal bestätigte dem GA am Freitag den Inhalt eines Schreibens an die knapp 300 CDU-Mitglieder. Vorbehaltlich der Voten der jeweiligen Mitglieder zeichnet sich zudem neuerliche Unterstützung durch Bürgerblock und FDP ab.

Auch in der CDU haben selbstredend die Mitglieder das letzte Wort zu der wichtigen Personalie, so Lingenthal. Eine Mitgliederversammlung wurde für Ende August terminiert. Gleichwohl seien das Votum des CDU-Vorstandes und eine gleichlautende Meinungsbildung in der Fraktion „ein starkes Signal“, so Lingenthal: „Wir haben mehrfach sehr ausführlich beraten. Es war eine geschlossene Entscheidung, den Mitgliedern Otto Neuhoff am 27. August als Kandidaten vorzuschlagen.“ Damit verbunden sei folgerichtig der Vorschlag, auf einen CDU-Kandidaten zu verzichten. Votiert worden sei einstimmig bei einer Enthaltung.

Eine Nominierung des parteilosen Amtsinhabers wäre ein absolutes Novum für die CDU. Noch nie ist die mitgliederstärkste Partei Bad Honnefs ohne Bürgermeisterkandidaten aus den eigenen Reihen ins Rennen gegangen. Jahrzehnte hatte die CDU bekanntlich den Bürgermeister gestellt, zuletzt mit Peter Brassel den ersten hauptamtlichen Bürgermeister. 2004 wurde er von Wally Feiden (SPD) abgelöst.

Wirkliche Erfolge hatte die CDU mit ihren Kandidaten in jüngerer Vergangenheit nicht einfahren können. Obwohl die Christdemokraten etwa bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren 14 von 16 Direktmandaten holten und mit 16 Mitgliedern nach wie vor die größte Stadtratsfraktion stellen, gingen ihre Bürgermeisterkandidaten dreimal hintereinander jeweils als Verlierer vom Platz. Zuletzt 2014 hatte sich CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff im ersten Wahlgang geschlagen geben müssen. In der Stichwahl siegte Neuhoff seinerzeit mit 61,6 Prozent der Stimmen über SPD-Kandidat Guido Leiwig.

Weit schwerer als vergangene Kandidaturen wiege für den CDU-Vorstand allerdings etwas anderes bei der Entscheidung, so Lingenthal: „Wir unterstützen in weiten Teilen die Politik und den Kurs von Otto Neuhoff. Wir verfolgen in wichtigen Inhalten dieselben Ziele.“ Viele zentrale – und überfällige – Weichenstellungen seien in seiner ersten Amtszeit bereits erfolgt, mit Unterstützung unter anderem der CDU-Fraktion. Auf der Haben-Seite zu verzeichnen sei etwa die Konsolidierung des städtischen Haushalts, verbunden mit dem Ende der Haushaltssicherung. Dies sei Voraussetzung dafür, dass die Stadt wieder frei agieren könne. Von ebenso großer Bedeutung sei das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, als „Vorratspolitik für kommende Projekte“ und als strategische Marschroute. CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff: „Otto Neuhoff hat für die Stadt schon viel erreicht – und das sage ich auch als ehemaliger Gegenkandidat. Die Zusammenarbeit ist erfolgreich und sie ist gut für die Stadt.“

Ein klares Signal gibt es auch von Bürgerblock-Chef Christoph Kramer: „Wir sind hocherfreut, dass Otto Neuhoff eine weitere Amtszeit anstrebt. Er hat 30 Jahre Stillstand in dieser Stadt aufgebrochen.“ Vorbehaltlich der Mitgliedervoten zeichnet sich auch bei den Liberalen eine neuerliche Unterstützung ab. Martina Ihrig, Vize-Vorsitzende der FDP-Fraktion, sagte, sie begrüße es, wenn Neuhoff wieder kandidiere. Die Entscheidung obliege aber den Mitgliedern, so auch Fraktionschef Rainer Quink.

Manfred Rauw (FWG) sagte, er sei „offen“. Aber die Frage nach der Kandidatur habe sich bislang noch nicht gestellt. Für die Grünen sagte Fraktionssprecher Klaus Wegner, für eine Festlegung sei es weit zu früh: „Das ist weder gegen noch für Otto Neuhoff. Wir werden erst über Inhalte sprechen, dann die Kriterien festlegen, die wir an einen Kandidaten anlegen. Das ist ein abgestimmtes Verfahren, an dem halten wir fest.“ Klar ist auch, dass es mindestens einen Gegenkandidaten geben wird: Die SPD will laut Vorsitzendem Tobias Karsten erneut mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen gehen. Namen zu nennen, dafür sei es weit zu früh.

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