Aktion für Kinder in Schwierigkeiten: "Notinseln" geben Kindern in Bad Honnef mehr Sicherheit

Aktion für Kinder in Schwierigkeiten : "Notinseln" geben Kindern in Bad Honnef mehr Sicherheit

Mehr als 60 Geschäfte und Einrichtungen in Bad Honnef stellen sich zur Verfügung als Anlaufstellen für Kinder, die unterwegs Hilfe brauchen. Die Stadt beteiligt sich seit 2010 an dem bundesweiten Projekt.

Genau 254: Bei der Zahl muss Ursula Voll nicht lange überlegen. Es handelt sich um die Radiergummis, die sie zu Beginn dieses Schuljahres an den Bad Honnefer Grundschulen verteilt hat. "Notinsel" steht auf jedem einzelnen in leuchtend Blau geschrieben - und "Wo wir sind, bist Du sicher". Es ist der Slogan einer bundesweiten Aktion, die die Stiftung Hänsel und Gretel vor 15 Jahren initiiert hat und an der sich mittlerweile 228 Städte und Gemeinden beteiligen.

Seit 2010 ist auch Bad Honnef über den Förderverein "Hauptsache Familie - Bündnis für Bad Honnef" ein Notinsel-Standort. Das Ziel: Kindern, die sich in Bedrängnis befinden, gezielt Anlaufstellen in Geschäften und Betrieben bieten. "2009 habe ich das Angebot in Königswinter kennengelernt und gleich gedacht, dass wir das gut nach Bad Honnef holen könnten", erinnert sich Voll, Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Sankt Johann Baptist, deren Mitglieder den Förderverein bei der Umsetzung des Projekts unterstützen.

Knapp ein Jahr später war es soweit. Spontan entschieden sich damals rund 40 Bad Honnefer Geschäfte und Unternehmen mitzumachen, hängten gut sichtbar einen Notinsel-Aufkleber in die Schaufenster oder an die Eingangstüren und signalisierten damit, dass Kinder an diesem Ort Rat und Hilfe erhalten. Und zwar dann, wenn sie alleine unterwegs sind und ein Problem auftritt – vom verlorenen Schlüssel über das aufgeschürfte Knie bis hin zu einer möglichen Bedrohung durch andere.

Neue Aktions-Teilnehmer werden immer gesucht

"Heute sind es mehr als 60 Einrichtungen und Geschäfte – vom Rathaus über Büchereien bis zum Optiker –, die sich in der Stadt beteiligen", sagt Hermann Hinsenkamp vom Familienbündnis. Alle müssten sich dabei verpflichten, einen bestimmten Hilfeplan einzuhalten, den die Stiftung vorgibt. Die Stichworte lauten: Zuhören, Beruhigen, nicht Einmischen und nur Hilfe anbieten, die mit dem Kind abgesprochen ist.

Hinsenkamp will in den kommenden Tagen alle Partner in Bad Honnef aufsuchen, Kontakte aktualisieren, weitere Aufkleber verteilen und im Idealfall neue Geschäfte und Betriebe für die Aktion gewinnen. Und er möchte die Teilnehmer nach ihren bisherigen Erfahrungen befragen: "Bislang", sagt er, "wissen wir nur von einem Fall, in dem ein Junge in einem Geschäft Zuflucht vor Mitschülern gesucht hat."

Für Voll und ihre Mitstreiterinnen von der kfd ist es ein besonderes Anliegen, zu Beginn des Schuljahres die Erstklässler und ihre Eltern auf das Angebot der Notinseln aufmerksam zu machen. Mit ein Grund, warum die Frauengemeinschaft alljährlich die Radiergummis nebst Informationsmaterial finanziert und an die Schulneulinge verteilt.

Neu ist in diesem Jahr ist der "Schulwegplaner"

Über eine Internetseite haben Eltern und Kinder die Möglichkeit, eine Karte mit allen Notinseln in Bad Honnef aufzurufen und so die Route etwa zur Schule individuell zusammenzustellen. Voll hofft zudem, die Aktion Notinsel auch nach Rheinbreitbach und in die Verbandsgemeinde Unkel ausweiten zu können. Erste Kontakte zu den Katholischen Frauengemeinschaften vor Ort und zum Deutschen Roten Kreuz jedenfalls hat sie bereits geknüpft.

Der Schulwegplaner für Bad Honnef ist im Internet unter www.notinsel.de/schulwegplaner/300 abrufbar. Wer Notinsel-Partner werden möchte, kann sich per E-Mail an info@familie-bad-honnef.de an den Förderverein „Hauptsache Familie - Bündnis für Bad Honnef“ wenden. Weitere Infos gibt es auch unter www.familie-bad-honnef.de.

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