Naturschutzgroßprojekt in der Region: Nächster Schritt für Chance 7

Naturschutzgroßprojekt in der Region : Nächster Schritt für Chance 7

Es geht voran mit dem Naturschutzprojekt Chance 7. Nachdem in der Komper Heide mit den ersten Maßnahmen begonnen wurde, plant die Bezirksregierung Köln als zuständige Flurbereinigungsbehörde ein Bodenordnungsverfahren im Rhein-Sieg-Kreis.

Laut Bezirksregierung erhalten dort alle interessierten und betroffenen Bürger Auskünfte über die Planung, den Ablauf und die Kosten des Flurbereinigungsverfahrens.

Im Vorfeld betonte Projektleiter Georg Persch vom Rhein-Sieg-Kreis noch einmal die Freiwilligkeit des Projekts: "Kein Grundstückseigentümer wird gezwungen mitzumachen. Auch nicht im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens. Auch hier passiert alles auf freiwilliger Basis."

Das Naturschutzgroßprojekt "Chance 7 - Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg" hat es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten zwölf Jahren bedeutsame Lebensräume und Arten zu erhalten und zu fördern. Zur Umsetzung des Projekts im Rhein-Sieg-Kreis wurden in den Städten Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin und Hennef sowie in den Gemeinden Eitorf und Windeck sechs sogenannte Kerngebiete ausgewählt.

Bestmögliche Lebensbedingungen für Rotmilane oder Uhus

Im Kerngebiet Oberhau/Eudenbach sollen in neuangelegten naturnahen Laubwäldern sowie Arealen mit Heide- und Magerrasen beispielsweise Rotmilane oder Uhus zukünftig bestmögliche Lebensbedingungen vorfinden. Die erforderlichen Flächen sollen dem Rhein-Sieg-Kreis als Projektträger durch ein beschleunigtes Zusammenlegungsverfahren bereitgestellt werden.

"Hierbei kommen sowohl der Ankauf von Flächen als auch eventuelle Tauschvereinbarungen infrage", erklärt Persch. Sprich: Der Kreis kauft den Besitzern die Flächen ab oder bietet andere Flächen außerhalb des Projektgebiets zum Tausch an.

"Das Interesse ist durchaus groß", sagt Persch, der mit der Resonanz bisher sehr zufrieden ist. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Grundbesitzer langjährige Nutzungsverträge mit dem Kreis schließen. Die Nutzungsrechte werden ins Grundbuch eingetragen, die Eigentümer erhalten für die Eintragung eine Entschädigung.

Der Weg über das Flurbereinigungsverfahren wird laut Chance-7-Projektreferent Martin Jacobi auch deshalb gewählt, weil es den Tausch und den Ankauf von Flächen bedeutend vereinfacht.

Dass die Wahl für dieses erste Flurbereinigungsverfahren, das durchaus auch in anderem Teilen des Projektgebiets denkbar ist, gerade auf Eudenbach fiel, ist kein Zufall. "Wir haben vorher abgefragt, wo das Interesse besonders groß ist", so Jacobi. "Da lohnt sich ein Verfahren. Es ist einfacher, als mit jedem einzelnen Eigentümer zu verhandeln."

Doch auch hier gilt: Sollte ein Eigentümer mitten in dem Gebiet nicht mitmachen wollen, "werden wir ihn nicht zwingen", so Persch.

Die Informationsveranstaltung beginnt am Dienstag, 3. November, um 16 Uhr, im Pfarrheim Sankt Maria Himmelfahrt in Eudenbach.

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