Patronatstag in Rhöndorf: Nachwuchssorgen bei der Schützengesellschaft

Patronatstag in Rhöndorf : Nachwuchssorgen bei der Schützengesellschaft

Der demografische Wandel geht auch an der Rhöndorfer Sankt Hubertus-Schützengesellschaft nicht spurlos vorbei: Immer weniger junge Leute finden den Weg in den Verein, der 2020 das 100-Jährige feiert.

„Es geht wieder ein Jahr zu Ende, in dem viele ehrenamtliche Stunden zum Wohle unserer Gesellschaft und zum Wohle unseres Heimatortes geleistet wurden“, sagte Schützenpräsident Peter Profittlich. Der Patronatstag der Sankt-Hubertus-Schützen Rhöndorf am Samstag bot nicht nur Anlass, dafür Danke zu sagen, sondern auch auf die vielfältigen Aktivitäten der Gesellschaft in den vergangenen zwölf Monaten zurückzublicken.

Es war eine beachtliche Liste, die Profittlich vortragen konnte: angefangen von Schießwettbewerben über den ersten Rhöndorfer Mitsingabend „Sing doch met“ im Januar und die Kirmes Ende Juli bis hin zum festlichen Königsball, der im Oktober im Hotel Maritim in Königswinter gefeiert wurde. Zudem waren Abordnungen der Schützen zu Gast auf vielen Veranstaltungen befreundeter Gesellschaften und Vereine. „Ich hoffe und wünsche mir, dass es uns gelingt, auch weiterhin unsere gemeinsamen Ziele und Traditionen hoch zu halten“, so Profittlich.

Sorgen bereitet dem alteingesessenen Rhöndorfer vor allem der demografische Wandel und die Tatsache, „dass junge Leute und Familien es sich bei den Grundstückspreisen hier gar nicht mehr leisten können, nach Rhöndorf zu ziehen“. Das wiederum habe auch Auswirkungen auf die Vereine, denen schlichtweg der Nachwuchs ausbleibe. Mit Blick auf das 100-jährige Vereinsjubiläum 2020 rief der Präsident daher dazu auf, sich mit dem gleichen Mut und Optimismus wie die Vorfahren den Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft zu stellen und die Zukunft des Schützenvereins positiv zu gestalten.

Messe in der Marienkapelle

Begonnen hatte der Patronatstag mit einer Messe in der Marienkapelle, die vom neuen Pfarrer Michael Otterbach zelebriert wurde. Es war der allererste Gottesdienst, den der Geistliche in dem kleinen Gotteshaus hielt, und als Erinnerung daran hatten ihm die Schützen ein Geschenk mitgebracht: die Jubiläumskerze „300 Jahre Marienkapelle“. „Immer, wenn ihnen ein Licht aufgeht, dann denken sie an Rhöndorf und an uns“, so Profittlich augenzwinkernd.

Bei der Festversammlung im Café Profittlich konnte der Präsident unter anderem Vize-Bürgermeister Klaus Munk begrüßen, der den Schützen für ihr beispielhaftes ehrenamtliches Engagement dankte. Bürgerliches Engagement sei eine Stütze des Gemeinwohls, so Munk. Zu den Gästen zählte auch der ehemalige Staatssekretär Friedhelm Ost, der die Bedeutung der Vereine hervorhob. Zu den originären Aufgaben von Vereinen gehöre es, den Menschen eine Heimat zu geben: Heimat sei mehr als ein Wohnort. Heimat entstehe nur da, wo Menschen sich verwurzelten, Beziehungen knüpften und Gemeinschaften bilden könnten.

Seit vielen Jahren fester Bestandteil des Tages sind die Jubilarsehrungen. So erhielt Kommandeur Harald Sroke die „Silberne Verdienstspange“ des Rheinischen Schützenbundes für sein aktives Wirken in unterschiedlichen Positionen über einen Zeitraum von 45 Jahren. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Herbert Gyr ausgezeichnet, für 60-jährige Mitgliedschaft Hans-Friedrich Ueberbach und für 70 Jahre Karl Josef Stang.

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