Benefizgala für Bildungsprojekte: Musiker spielen in Honnef für Kinder in aller Welt

Benefizgala für Bildungsprojekte : Musiker spielen in Honnef für Kinder in aller Welt

Die Aktion Weltkinderhilfe organisiert zum elften Mal „Benefits for Kids“ im Kursaal in Bad Honnef. Bands wie "Fred Kellner & die famosen Soulsisters" sind dabei, der aus dem WDR bekannte Thomas Heyer moderiert. Der Erlös des Abends fließt in Hilfsprojekte.

"Ohne Bildung“, sagt Franz-Ludwig Solzbacher, „geht nichts“. Sei es nun in Indien, in Sri Lanka, in Burkina Faso, in Guatemala oder vor der Haustür, in der Region: Seit mehr als einem Jahrzehnt engagiert sich die von Solzbacher ins Leben gerufene Stiftung Aktion Weltkinderhilfe dafür, benachteiligten Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung und damit ein Fundament für ein besseres Leben mitzugeben.

Eine Möglichkeit zur Unterstützung bietet die Gala „Benefits for Kids“: Zum elften Mal gibt es am 23. November „Kölsche Tön für die Kinder dieser Welt“. Allein 2017 förderte die Aktion Weltkinderhilfe Projekte mit insgesamt 330.800 Euro – und zwar vornehmlich solche kleinerer Organisationen, „die keinen Zugang zu öffentlichen Mitteln haben“, so Stiftungsvorstand Gudula Meisterjahn-Knebel.

Denn: „Gerade kleinere Projekte haben nicht das Know-how und die Möglichkeit, die komplizierten Mittelanforderungen der öffentlichen Hand zu realisieren. Sie alle leisten aber eine enorm wichtige Arbeit.“

Für Verwunderung sorgte in diesem Zusammenhang, dass das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) kein Spenden-Siegel ausgestellt hat – und zwar, wie ein DZI-Sprecher auf GA-Anfrage sagte, nicht etwa, weil es etwas zu beanstanden gebe, sondern weil dem DZI für das freiwillige Prozedere der Siegel-Vergabe keine Informationen vorlägen. Der DZI-Sprecher: „Wir können da keine Einschätzung vornehmen.“

Aufsichtsbehörde prüft die Stiftung regelmäßig

Meisterjahn-Knebel: „Das Siegel suggeriert nur, dass alles in Ordnung ist. Eine Garantie ist es aber leider auch nicht.“ Die Stiftung gehe stattdessen den rechtlich verlässlichen Weg, sagt sie: „Wir werden jährlich geprüft durch die Bezirksregierung. Wir sind und bleiben für alle unsere Projekte ein zuverlässiger Partner.“

Gegründet wurde die Aktion Weltkinderhilfe 2005. Erklärtes Ziel von Stifter Franz-Ludwig Solzbacher: Kindern als den Hauptleidtragenden von sozialen, politischen oder wirtschaftlichen Krisen sowie ihren Müttern und Familien zu helfen. Eine kongeniale Partnerin fand er in Meisterjahn-Knebel, langjährige Schulleiterin von Schloss Hagerhof.

Schon vor ihrer Zeit am Hagerhof war Meisterjahn-Knebel in ein Hilfsprojekt in Burkina Faso eingebunden, das nicht nur von der Stiftung, sondern auch nach ihrem Ausscheiden durch Aktionen der Schule stark unterstützt wird.

Solzbacher: „Mir geht es darum, vernünftige Arbeit zu machen, nicht darum, in der Öffentlichkeit zu stehen.“ Vernünftige Arbeit: Darunter verstehen Stifter und Vorstand Nachhaltigkeit und Kontinuität. Meisterjahn-Knebel: „Es hilft nichts, einmal eine Anschubfinanzierung auszuschütten, und das war es dann.“ Ebenso wichtig sei, dass die Empfänger „nicht dauerhaft am Spendentropf hängen“.

Bildungsprojekten, die den Menschen Zukunft und Auskommen ermöglichten, komme darum eine besondere Rolle zu. Sie wirkten nicht nur in der jetzigen, sondern auch in den nachfolgenden Generationen. Oft seien es persönliche Kontakte, die den ersten Zugang zu den Projekten eröffneten, so Solzbacher.

Dabei sei es möglich, auch kurzfristig zu helfen. Beispiel: Durch die Hängepartie bei der jüngsten Regierungsbildung in Berlin seien öffentliche Mittel eingefroren gewesen. „Für derlei Notsituationen haben wir immer Spielraum.“ Denn: „Die Projekte laufen ja weiter und sind auf kontinuierliche Mittel angewiesen.“

Finanzen stehen auf festem Fundament

Vernünftige Arbeit, dazu gehöre auch finanzielle Nachhaltigkeit. Die Stiftung sei keine „klassische Kapitalstiftung“, die sich allein aus Kapitalerträgen nährt, was in der Niedrigzinsphase viele Stiftungen vor Probleme stelle. Stattdessen seien es kleinere Firmenbeteiligungen, die Unternehmer Solzbacher zusätzlich zum Stammkapital von 250.000 Euro für den guten Zweck einbrachte. Fundraising, ein Stamm von etwa 5000 Dauerspendern sowie Mentoren sind weitere Standbeine.

Und dann wäre da die Spendengala „Benefits for Kids“. „Eigentlich sollte die zehnte Gala die letzte sein“, sagt Solzbacher. Auf vielfachen Wunsch gebe es eine Neuauflage, organisiert von der Agentur von Sebastian und Thomas Heyer, letzterer seit Jahren auch ehrenamtlicher Moderator. Der Erlös des Abends geht wie immer komplett an die Stiftung.

Wie gut das Geld angelegt ist, darüber wird Meisterjahn-Knebel bald noch besser berichten können. „Jetzt, wo ich im Ruhestand bin, will ich die Projekte besuchen.“ Solzbacher: „Wir haben schon viel erreicht. Und so soll es weitergehen.“

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