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Benefizkonzert im Maritim Hotel: Musiker-Session in Königswinter für einen guten Zweck

Benefizkonzert im Maritim Hotel : Musiker-Session in Königswinter für einen guten Zweck

Am Samstag, 18. November, steigt im Maritim Hotel in Königswinter die vierte Auflage des Benefizkonzerts „Nit esu kniestich“ von "Schmitz & Friends". Der Erlös des Abends kommt dem Bonner Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) zugute.

An der Rezeption checken gerade Weltklimagipfel-Teilnehmer ein. Im Speisesaal wird noch gefrühstückt, eine Etage tiefer kommt ein Hotelgast aus der Sauna. Nebenan, im Saal Beethoven, wird hart gearbeitet. Umgeben von Schlagzeug, Saxofon, Gitarren, Bass und vielen Kabeln singt Miriam Brackelsberg „I Can't Stand the Rain“ ins Mikrofon. Und gemessen an der frühen Stunde klingt das beeindruckend stimmgewaltig. Es ist die Generalprobe für „Schmitz & Friends“: Schmitz heißt mit Vornamen Norbert und organisiert für diesen Samstag gemeinsam mit Brackelsberg und Ralph Müllenschläder die vierte Ausgabe des Benefizkonzerts „Nit esu kniestich“ im Maritim Hotel in Königswinter.

Ziemlich genau vier Jahre ist es her, dass Schmitz die Idee zu dieser Benefiz-Musikveranstaltung hatte: „Ich war damals Gast bei einem Konzert in der Piano-Bar des Hotels und traf dort viele Musikerkollegen aus früheren Jahren“, berichtet der 54-Jährige. „Und ich dachte: Irgendwie wäre es doch schön, mit Freunden mal wieder gemeinsam Musik zu machen.“ Der Rest fügte sich schnell: Mit Brackelsberg und Müllenschläder hatte Schmitz bereits einige Male auf der Bühne gestanden. Die beiden wie auch rund ein Dutzend weitere befreundete Musiker sagten ihre Teilnahme zu. Und auch auf die Piano-Bar als Premierenort hatte man sich schnell verständigt.

Spenden erbeten

Blieb noch die Frage nach dem Eintritt. „Uns war klar, dass wir Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, helfen wollen“, so Schmitz. Die Wahl fiel schließlich auf den Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) in Bonn, der wohnungslose und suchtkranke Menschen unterstützt. Spenden statt Eintritt lautete also die Devise – und schon stand auch der Titel für den Abend fest: „Nit esu kniestich“, hochdeutsch: „Nicht so geizig“, liebevoll abgekürzt „Nek“. Insgesamt 2500 Euro kamen bei der ersten Auflage zusammen. „Ein toller Erfolg“, sagt Schmitz. Und Ansporn weiterzumachen. Beim Konzert im Jahr darauf waren es bereits 4000 Euro, im Vorjahr gar 10 000 Euro. Die Piano-Bar reichte da schon längst nicht mehr aus, „Schmitz & Friends“ zogen in den großen Saal um, der bis zu 500 Besuchern Platz bietet und den das Hotel ihnen kostenlos überlässt. „Wir sind gespannt, wie voll es dieses Mal wird“, sagt Schmitz.

City-Managerin am Mikrophon

Bei der Generalprobe im Saal Beethoven hat derweil Brackelsberg – im Hauptberuf City-Managerin der Stadt Bad Honnef – den Ablauf genau im Blick. Bis auf Mennana Ennaoui sind an diesem Vormittag alle 17 Musiker nach Königswinter gekommen – im Alter zwischen 22 und 58 Jahren, angereist aus Frankfurt, Bochum oder Neustadt an der Wied, wie Bassist Martin Eulenbach: „Ich war bereits im vergangenen Jahr mit dabei“, sagt er. „Der Saal war proppenvoll, die Stimmung im Publikum super. Da macht es natürlich richtig Spaß, auf der Bühne zu stehen.“ Den hat bei der Generalprobe offensichtlich auch Joy Masala – 2013 Kandidatin bei der Casting-Show „The Voice of Germany“. Sie singt gerade „Somebody to Love“ von Jefferson Airplane. Immer im Blick hat die 22-Jährige dabei Tim Schneider mit der Kamera. „Neu ist in diesem Jahr nämlich, dass das gesamte Konzert live im Internet übertragen wird“, so Brackelsberg. Eine fünfköpfige Crew kümmert sich um die Übertragung, ehrenamtlich. Und auch das will natürlich vorab geprobt werden.

Rock, Pop und Country

„Das Besondere ist ja, dass wir uns untereinander zum Teil bereits seit vielen Jahren kennen und schon in mehreren Konstellationen zusammen Musik gemacht haben“, sagt Brackelsberg. „Jeder der neun Sänger bringt für diesen Abend seine Lieblingsstücke mit, die die Band dann begleitet.“ Daher reiche die Palette dann auch von Rock und Pop bis zu Country und kölschen Hits: „Für jeden etwas“, so Brackelsberg.

Einen Gastauftritt hat am Samstag übrigens auch Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff als Backgroundsänger: Bei der Generalprobe sang er gemeinsam mit Brackelsberg, Masala und den anderen „Highway to Hell“ – und zwar ziemlich stimmgewaltig.