Für erkrankte 19-Jährige: Mann aus Bad Honnef läuft 2574 Kilometer bis Spanien

Für erkrankte 19-Jährige : Mann aus Bad Honnef läuft 2574 Kilometer bis Spanien

Als er aufs Meer blickte, flossen die Tränen: Volker Brusius hat's geschafft, er ist 2574 Kilometer bis zum spanischen Kap Finisterre gelaufen. Der Bad Honnefer tat dies für eine an einer Nervenkrankheit leidende 19-Jährige.

Über zwei Monate lang haben die Freunde von Volker Brusius auf Facebook mit ihm auf seinem Lauf ans „Ende der Welt“ mitgefiebert. Als der Bad Honnefer nach seinem ersten Ziel Santiago de Compostela am Samstag auch das Kap Finisterre an der galizischen Küste erreichte, spendeten seine Fans ihm 372 Likes.

Brusius dankte in diesem Augenblick wieder einmal zuallererst dem Menschen, den er 67 Tage lang auf ganz besondere Weise unterstützt hatte. „Danke Vanessa Walkembach, ohne Dich hätte ich diesen Lauf wahrscheinlich nicht so durchgezogen!“

Mit seiner Aktion sammelte er Spenden für die 19-Jährige, die aufgrund einer Nervenerkrankung im Rollstuhl sitzt und Geld für die Ausbildung ihres Assistenzhundes brauchte. Das Spendenziel ist inzwischen längst erreicht, weitere Spenden werden nicht mehr benötigt.

Auf den letzten Metern sang er laut ein Lied

Das ist in erster Linie auch ein Verdienst des 47-Jährigen, der insgesamt 2574 Kilometer für den guten Zweck gelaufen ist. Am letzten Tag flossen gleich mehrmals die Tränen. „Anspannung, die sich entlud, Freude, Stolz, Rückblicke auf bestimmte Ereignisse“, so schreibt Brusius in seinem Tagebuch.

Auf den letzten Metern sang er lauthals ein Lied, schrie sich die Freude aus dem Leib. „Ich hab's tatsächlich geschafft, hab meinen Traum gelebt“, ging ihm in diesem Moment durch den Kopf.

Brusius lief aber nicht nur für Vanessa, sondern auch für sich selbst. Von Santiago de Compostela möchte er, seinen Pilgerpass im Gepäck, weiter den nördlichen Jakobsweg an der Küste entlang über die Pyrenäen bis ins französische Arles und von dort weiter nach Rom laufen. Auch das sind rund 2000 Kilometer.

Vielleicht nimmt er aber auch zwischendurch den Zug oder biegt in Frankreich nach Nordosten in Richtung seiner Heimat Bad Honnef ab, wenn sich eine berufliche Perspektive für ihn ergibt. „Keine Ahnung. Keinen Plan. Keine Verpflichtung auf irgendwas“, so Brusius. Das könnte man einen glücklichen Menschen nennen.

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