Löschgruppenführer nimmt Abschied und übergibt sein Amt

Löschgruppenführer nimmt Abschied und übergibt sein Amt

Rhöndorfs Löschgruppenführer Hans-Heribert Krahe leistet in Bad Honnef 31 Jahre lang Führungsarbeit, 19 davon als Löschgruppenführer selbst. Nun legte er sein Amt offiziell nieder.

Willy Brandt war noch Bundeskanzler, Richard Nixon der mächtigste Mann der Welt, als Hans-Heribert Krahe am 1. September des Jahres 1971 in die Honnefer Jugendfeuerwehr eintrat. Nach seiner Versetzung in den aktiven Dienst fand er in der Löschgruppe Rhöndorf sein zweites Zuhause. 31 Jahre lang leistete er dort Führungsarbeit, 19 davon als Löschgruppenführer selbst. Nun legte er sein Amt offiziell nieder. Beim gestrigen "Tag der Feuerwehr" in Rhöndorf stand der Mann, der die Honnefer Feuerwehrgeschichte über viereinhalb Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat, noch einmal im Mittelpunkt.

Für gewöhnlich sei die Führungsübergabe eine interne Angelegenheit in kleiner Runde, sagte Torsten Budde, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef. Doch nach mehr als dreißig Jahren vorbildlichen Engagements habe Krahe zur Führungsübergabe einen größeren Rahmen verdient. Zum öffentlichen Festakt hatten sich daher Mitglieder, Gäste und Vertreter von Politik und Vereinen im Gerätehaus an der Rhöndorfer Straße eingefunden, um den 57-Jährigen offiziell aus seinem Amt zu verabschieden.

Dabei war es in Wahrheit kein Abschied, sondern vielmehr ein Amtswechsel: Während Markus Prinz nun ins Amt des Löschgruppenführers nachfolgt, wechselt Krahe zurück in die Mannschaft und übernimmt dort ab sofort die Position des Sicherheitsbeauftragten. Sein Sohn Stefan Krahe rückt indes als stellvertretender Löschgruppenführer nach.

Der Neue an der Spitze der Löschgruppe Rhöndorf ist ein altbekanntes Gesicht: Markus Prinz, 48 Jahre alt, trat im Jahr 1980 der Honnefer Jugendfeuerwehr bei; fünf Jahre später ging er in den aktiven Dienst. Seit 2001 bewies er sich dann als Krahes Stellvertreter - Erfahrung hat er also zu Genüge. Die offizielle Ernennung zum Löschgruppenführer Anfang April, die gestern amtlich gemacht wurde, war für ihn gleich ein doppelter Grund zum Feiern: Sie fiel genau auf sein 35-jähriges Dienstjubiläum. Ob er sich auf seine neue Aufgabe freut? "Natürlich, ich bin zu 100 Prozent Feuerwehrmann. Mit Leib und Seele. Das ist mein einziges und wahres Hobby."

Nach dem Festakt gab es dann noch für Technikfreunde Gelegenheit, den aktuellen Fuhrpark der Rhöndorfer Wehr und sogar historische Löschwagen aus den 50er- und 70er-Jahren zu bestaunen.

Mit einem bunten Kinderprogramm und einem reichen Büfett, das die Feuerwehrfrauen beigesteuert hatten, klang der Festtag in den Nachmittagsstunden aus. Bürgermeister Otto Neuhoff dankte der versammelten Wehr im Namen der Stadt: "Bad Honnef liebt seine Feuerwehrleute. Wir sind stolz auf euch!"