Kunstraum Bad Honnef: Ausstellung über Kloster Heisterbach

Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef : Künstler gehen auf Spurensuche im Kloster Heisterbach

Eine Ausstellung im Bad Honnefer Kunstraum zeigt die Ergebnisse einer besonderen Spurensuche rund um das Kloster Heisterbach.

Das Kloster Heisterbach – es beschäftigt nicht nur Historiker und Archäologen. Vier Teilnehmer des Kursateliers Middelmann begaben sich auf dem Abteigelände Heisterbach auf Spurensuche. Jetzt zeigen sie im Kunstraum die Ergebnisse. Cornelia Nasner, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur, konnte zur Eröffnung der facettenreichen Schau unter dem Motto „Auf Spurensuche – Kloster Heisterbach“ dazu zahlreiche Besucher begrüßen. Jürgen Middelmann führte in die Arbeiten seiner Schüler ein.

Ina von der Höh, Jutta Gans-Schnitzler, Kathrin Keßler und Wolfgang Dorlöchter hatten sich bereits Ende November 2016 entschlossen, ein gemeinschaftliches Projekt zu beginnen. In den Jahren zuvor hatten sie Erfahrung in der Landschaftsmalerei gesammelt und dabei vielfach im Gelände rund um das idyllisch gelegene Kloster gearbeitet. Nun also begaben sie sich direkt auf das Klosterareal und erarbeiteten Ideen.

Die Besucher der Ausstellung staunten über die Ergebnisse. Aus vier völlig unterschiedlichen Blickwinkeln hatten sich die Künstler dem Thema angenähert. Sie stellten sich Fragen – wie etwa die nach dem Umgang mit einem Raum der Andacht im Verhältnis zu einem touristischen Anziehungspunkt. „Die Künstler liefern einen Beitrag zur Sensibilisierung im Umgang mit der eigenen Kunst- und Kulturgeschichte“, sagte Middelmann.

Holzschnitt als Technik

Ina von der Höh, die Kunst- und Religionspädagogik studierte und in Heisterbacherrott lebt, hat sich intensiv mit der Historie und dem Klosterleben beschäftigt. „Mich reizen die englische Parklandschaft mit der Chorruine und die Spuren der archäologischen Ausgrabungen aus dem Jahr 2010“, so Ina von der Höh. Sie entschied sich für den Holzschnitt als Technik und beschränkte sich auf wenige Elemente wie Grundriss, Bodenmuster, Rosette und Säule. Als Kapitell wählte sie ein Ornament, das als Zeichen der Zisterzienser an allen ihren Klosterpforten zu finden ist. „Ich habe den Fokus auf Einfachheit gelegt und bin somit dem Geist der Anfangszeit dieses Ordens nahegekommen, der für mich in den vorhandenen Relikten noch spürbar ist.“

Jutta Gans-Schnitzler erlebte Heisterbach bei ihrem ersten Besuch in einen Nebel eingehüllt, der alle Formen und Farben verschluckte. Später spazierte sie in Heisterbach im Sonnenschein, ging bis zu den Steinbrüchen am Weilberg. „Das Gefühl, in der Urkraft der ehemaligen vulkanischen Landschaft zu stehen und gleichsam die Vorstellung, mich mit dem spirituellen Ort, der Ruhe und meditativen Stille des Klosters zu verbinden, inspirierte mich zu vier großen Bildern.“ Ein Farbenrausch – Rot- und Orangetöne für die vulkanische Erdkraft, Blau- und Grüntöne für die Himmelskraft, die das Spirituelle des Ortes widerspiegeln. Ein Bild fällt auf: „Störung“ sein Titel, es entstand mit farblichen Disharmonien nach einem Aufenthalt im Sommer 2017, als die Künstlerin in Heisterbach auf viele Besucherströme stieß.

Kathrin Keßler ist Restauratorin und sammelte beim Gang über das Gelände optische Eindrücke, fotografierte Interessantes, wählte 20 Ausschnitte aus und setzte sie um mit Malerei, Linoldruck, Fotografie, Collagen, Mosaik, Frottage sowie mit Objekten aus Holz, Wabenpappe, Kunststoff sowie natürlichem Rasen. Und wie in ihrem Beruf, bei dem es um Schichten und Zustände geht, erzielte sie mit durchgängig gleich großen Arbeiten im Querformat von 20 mal 40 Zentimetern den Charakter der Schichtung. Die Form der Hängung in vier Gruppen spiegelte dann „meine Querschliffe der Schichtungen im Kloster Heisterbach“ wider.

Heisterbach als Ort innerer Einkehr

Wolfgang Dorlöchter ließ sich von Heisterbach als Ort der inneren Einkehr ansprechen. Insbesondere der Kreuzweg mit seinen 14 Bildstöcken im rückwärtigen Parkbereich reizte ihn. Die Motive des Leidensweges Jesu Christi präsentieren sich dort auf Sockeln in flachen Nischen, die Darstellung der Figur erfolgt als Mosaik. So schuf Dorlöchter eine Serie mit sieben abstrakten Ölbildern – wobei primär die Farbe, nicht die Figur wirken soll. „Die Mosaikstruktur habe ich als bildnerisches Gestaltungselement durch den Pinselduktus aufgenommen“, so der Künstler, der mit einem Film in Dauerschleife den Kreuzweg für die Ausstellungsbesucher erlebbar macht und anregt zum Besuch des Originals.

Die Ausstellung im Kunstraum am Rathausplatz in Bad Honnef ist bis zum 1. März zu sehen, immer donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr; außer am 20., 22. und 23. Februar (wegen Karneval).