Festival der Lebensfreude: Künstlerisches Jammern am Wochenende in Bad Honnef

Festival der Lebensfreude : Künstlerisches Jammern am Wochenende in Bad Honnef

Mit einer Hommage an Malerfürsten aus dem 19. Jahrhundert beteiligt sich die Künstlergemeinschaft Antiform an der "Woche der Lebensfreude" in Bad Honnef und stellt ein Gemälde nach. In Rommersdorf hingegen wird ein großes Straßenfest gefeiert.

Lautstarkes Gejammer klang am Samstagnachmittag durch die Bahnhofstraße – und das, wo in dieser Woche doch pure Lebensfreude in Bad Honnef herrschen sollte. Tatsächlich handelte es sich in dem Fall um „konstruktives“ Wehklagen: Gejammert wurde im Rahmen eines Kunstprojekts, mit dem sich die Künstlerinitiative Antiform an der Woche der Lebensfreude beteiligte.

„Erst jammern, dann posen, dann jauchzen“, beschreibt Initiator Gregor Bendel, was sich an diesem Nachmittag ereignete – und weshalb: „Jammern hilft, wenn man alt werden will. Und wir jammern eigentlich viel zu wenig.“ Nach dem kollektiven Klagen – „Aus tiefster Seele, ohne Worte, aber mit viel Stimme“ – stellten insgesamt sechs Künstler ein Bild nach, das im Rahmen der Ausstellung „Malerfürsten“ in der Bundeskunsthalle zu sehen war. Es zeigt die sechs Malerfürsten, die sich auf einer Reise nach Kairo im Jahr 1875 in schrägen Posen auf dem Boden räkeln.

Malerfürsten räkeln sich auf dem Boden

Helmut Reinelt, Ilse Wegmann, Rolf Habel, Anke Noreike, Willi Krings und Initiator Bendel taten es ihren prominenten Kollegen gleich. Mit dem Unterschied, dass sie sich nicht im Wüstensand vor der Cheops-Pyramide lümmelten, sondern auf der Treppe vor der Antiform-Ladenzeile. Zum Abschluss der Performance wurde dann noch lautstark gejauchzt und frohlockt, „aus lauter Lebensfreude“.

Lebensfreude pur herrschte am Samstag auch in Rommersdorf. Hier hatte der Rommersdorf-Bondorfer Bürgerverein zum bunten Straßen- und Familienfest eingeladen. „Wo sonst kann man die Rommersdorfer Lebensart besser präsentieren als direkt hier vor Ort“, erläuterte Benny Limbach, zweiter Vorsitzender, weshalb man als Verein am Vortrag der großen Lebensart-Veranstaltung am Sonntag ein eigenes Fest auf die Beine stellte.

Erlös für den Kindergarten

Das ganze Dorf war unterwegs, jeder machte mit und packte an. Ob Flohmarkt, Bobbycarrennen, Entchenangeln, Schieß-Wettbewerb oder Wettsägen – überall im Dorf gab es etwas zu erleben. Wie gut, dass Familie Dominguez mit viel Kreativität einen großen Schilderbaum aus Holz gebastelt hatte, damit sich niemand verlaufen konnte. Freuen können sich im Nachhinein auch die Rommersdorfer Pänz: Der Erlös des Festes wird dem Sankt Johannes Kindergarten und Familienzentrum gestiftet.

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