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Kommunalwahl 2020 in Bad Honnef: Grüne Anwärterin will Bürgermeisterin werden

Kommunalwahl 2020 : Grüne Anwärterin will Bürgermeisterin in Bad Honnef werden

CDU, FDP und Bürgerblock schicken den parteilosen Otto Neuhoff ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Bad Honnef. Jetzt wirft auch Gabriele Clooth-Hoffmeister (Grüne) den Hut in den Ring.

Der Wahlkampf ist eröffnet. Für den Chefposten im Bad Honnefer Rathaus gibt es seit Freitag mehr als nur einen Anwärter. Neben dem parteilosen Amtsinhaber Otto Neuhoff, der im Schulterschluss von CDU, FDP und Bürgerblock bei seiner Kandidatur unterstützt wird (siehe zweiten Bericht), wirft jetzt Gabriele Clooth-Hoffmeister von Bündnis 90/Die Grünen den Hut in den Ring. Noch ist die 61-Jährige, die seit 1999 für die Grünen im Stadtrat sitzt und dort im Team mit Klaus Wegner als Fraktionssprecherin fungiert, nicht nominiert. Jedoch hat sie in einer Mitgliederversammlung der Grünen ihre Bereitschaft erklärt, den Chefposten im Rathaus anzustreben. Clooth-Hoffmeister: „Wenn Bündnis 90 das will, werde ich im September antreten.“

Damit dürfte immer wahrscheinlicher werden, dass die Wahlberechtigten am 13. September unter drei Kandidaten wählen können. Auch die SPD hatte wissen lassen, dass sie einen eigenen Kandidaten aufstellen wolle (der GA berichtete). SPD-Ortsvereinschef Tobias Karsten war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Klar ist derweil: Clooth-Hoffmeister würde Amtsinhaber Neuhoff gerne beerben. „Die Entscheidung ist noch nicht alt, und das macht man sich auch nicht leicht““, so die promovierte Physikerin, die heute als Lehrerin für Mathematik und Physik tätig ist, zum GA. Sie war unter anderem 14 Jahre als selbstständige Beraterin für große Unternehmen für die Themen Organisationsentwicklung, Prozessverbesserungen und Mitarbeiterzufriedenheit verantwortlich. „Wir können nicht nur kritisieren, wir müssen auch Alternativen bieten.“

Zu kritisieren gab es aus Sicht der Grünen eine Menge, wie sich zuletzt auch bei der Haushaltsdebatte im Stadtrat gezeigt hatte. „Die Stadt wird immer mehr wie ein Konzern geführt“, hatte Clooth-Hoffmeister in der Debatte gesagt. Das dürfe nicht dazu führen, dass soziale Verantwortung und Empathie verloren gingen. „Marketing und Geschäftsgebaren wie in einem Unternehmen hinter verschlossenen Türen“, das sei mit den Grünen nicht zu machen. Dies gelte umso mehr, als die Finanzierung mit „Steuern und Gebühren der Bevölkerung“ erfolge.

Gabriele Clooth-Hoffmeister. Foto: privat

Fehlendes Augenmaß sieht Clooth-Hoffmeister bei einer Reihe von Themen, die in den vergangenen Monaten aufs Tapet gekommen waren. Als Beispiele nennt sie die Debatte um den Bereich nördlich des Stadtgartens sowie den „umstrittenen Kahlschlag“ im Schmelztal. Wie berichtet, waren dort infolge des Borkenkäferbefalls zahlreiche Fällungen durchgeführt worden. „Es gibt aber viele Experten, die diese Maßnahme hinterfragen.“ Hier wie bei anderen Fällungen und generell beim Thema Ökologie sei ein Umdenken überfällig. Dasselbe gelte für Fragen der Verkehrspolitik etwa mit „Shared Space“ und Vorrang für den Radverkehr. „Es ist an der Zeit, dass unsere Stadt im Grünen den Klimaschutz wahrnimmt.“

Clooth-Hoffmeister, die seit 1995 in Bad Honnef lebt und ein Jahr später Mitglied der Grünen wurde: „Wir haben Otto Neuhoff anfangs unterstützt, um Schwung reinzubringen. Aber jetzt läuft es in die falsche Richtung.“ Das gelte auch für die Kommunikation mit den Bürgern und den Dialog im Rat. „Der Bürgermeister sollte ein Bürgermeister für alle sein. Diese Herausforderung möchte ich annehmen und mich für das Bürgermeisteramt als Kandidatin bewerben. Ich bin bereit, mich mit großen Engagement und Schwung dieser Aufgabe anzunehmen.“