Campus 15-Sommercamp in Bad Honnef: Jugendliche knüpfen Freundschaften fürs Leben

Campus 15-Sommercamp in Bad Honnef : Jugendliche knüpfen Freundschaften fürs Leben

Beim 12. Campus 15-Sommercamp in Bad Honnef kommen 40 Jugendliche aus sieben Ländern Europas zusammen. Bei vielen Aktionen und Workshops lernen sie, was Toleranz und Vertrauen bedeuten.

Samra, Witold, Vasilije, Bruna, Justus, Tea und Milica sind sich einig, wenn sie über ihre gemeinsamen Tage in Bad Honnef sprechen. „Unforgetable“ (unvergesslich), „unique“ (einzigartig), „unbelievable“ (unglaublich), „amazing“ (toll), sagen sie. Die Jugendlichen aus sieben verschiedenen europäischen Ländern – neben Deutschland aus Bosnien-Herzegowina, Polen, Montenegro, Kroatien, Albanien und Serbien – verbringen drei Wochen auf dem internationalen Campus 15-Sommercamp in der Jugendherberge.

Viel wussten sie zuvor nicht vom Leben in den Heimatländern der Anderen. Das hat sich nach zehn Tagen im Camp aber schon geändert. „Wir lernen viel übereinander“, sagt Bruna. Samra ergänzt: „Wir sprechen viel mit- und übereinander.“

Zum zwölften Mal hat der Verein Campus 15 Jungen und Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren ins Siebengebirge eingeladen; 40 Jugendliche sind es diesmal. Die Teilnehmer wurden aus rund 240 Bewerbern ausgewählt. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Workshops, Seminartage zu Europa und den Menschenrechten sowie viele Gesprächsrunden zu Themen wie „Wo komme ich her?“, „Wie lebe ich zu Hause?“ und „Wie sieht meine Zukunft aus?“. Und es gibt auch Action: Die Jugendlichen bauten aus alten Fässern und Holzstangen kleine Flöße, und keines ist untergegangen. „Es ist ein Erfolg, dass wir Rafts gebaut haben, die nicht gesunken sind“, freute sich Milica. „Das gab's noch nie“, meint Tom Mutter. Der 21-Jährige war vor sechs Jahren selbst Campteilnehmer und ist nun als Betreuer dabei.

Hoch hinaus ging es für die Jugendlichen im Catweasel-Kletterpark in Ahrweiler. An 30 Meter hohen Brückenpfeilern und im Hochseilgarten nahmen sie all ihren Mut zusammen. Und sie lernten auch noch was: „Es geht darum, sich gegenseitig zu vertrauen“, meint Samra. Jeder sicherte den Nebenmann ab, so konnte in luftiger Höhe nichts passieren. „Solche Aktionen steigern das Vertrauen in andere Leute“, ergänzt Bruna. Mittlerweile sind schon viele Freundschaften zwischen den Jugendlichen entstanden.

„Wir fühlen uns nach elf Tagen schon wie eine Familie“, findet Justus, und dafür erntet er bei der eigens von den Jugendlichen vorbereiteten und durchgeführten Pressekonferenz viele zustimmende Zwischenrufe. Es sind Freundschaften fürs Leben, da sind sich die jungen Leuten schon jetzt einig – auch wenn noch einige Tage und viele Aktivitäten vor ihnen liegen. So ist noch ein Trip nach Bonn und ins Haus der Geschichte geplant.

„Das Wichtigste ist: Es gibt keine Vorurteile“, sagt Campus 15-Vorsitzender Hubert Simon. Die Jugendlichen sollen im Zusammenleben im Camp ein Verständnis für die Belange und das Verhalten der Menschen anderer Länder bekommen. „Man sollte keine Vorurteile haben“, meint auch Vasilije.

Die Jungen und Mädchen freuen sich auf die letzten Tage, Justus blickt aber auch schon auf den Moment, wenn der Abschied naht: „Ich versuche, da nicht zu weinen.“ Das könnte bei dem guten Zusammenhalt der Jugendlichen schwer werden. Und so ruft auch einer in den Raum: „Aber du wirst.“

Mehr von GA BONN